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Michael Noetzel

Die Linke 13.11.2025 Sitzungen 8/119

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Peters bat um eine sachliche Auseinandersetzung, ich versuche das mal, also werde mich dem Ganzen wissenschaftlich nähern. (Zuruf von Stephan J. Reuken, AfD) Und da geht es so los, (Zurufe von Thomas de Jesus Fernandes, AfD, und Torsten Renz, CDU) für Populismus gibt es keine einheitliche, allgemeingültige Definition, aber eine der Landeszentrale für politische Bildung Brandenburg geht zum Beispiel so: „In der Politik beschreibt das Wort Populismus den Versuch, durch eine drastische Darstellung der politischen Lage Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Dafür wird die Technik der Vereinfachung genutzt. Scheinbar einfache Lösungen sollen die komplexen Abwägungen und langen demokratischen Prozesse ersetzen, die moderne Gesellschaften prägen.“ (Torsten Renz, CDU: Können Sie den wissenschaftlichen Teil mal weglassen? – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Wenn wir das mal, wenn wir das mal als Obersatz, (Zurufe von Torsten Renz, CDU, und Torsten Koplin, Die Linke) wenn wir das mal als Obersatz nehmen, (Glocke der Vizepräsidentin) werde ich Ihnen darlegen, warum ich der Meinung bin, dass dieser Antrag purer Populismus ist. (Torsten Renz, CDU: Reden Sie für die Fraktion oder für sich?) Erstens, drastische Darstellung der Lage, zunächst zur Darstellung der Lage. Sie behaupten, dass Gewalt im Sport eine „immer weiter zunehmende Problematik“ sei. (Zuruf aus dem Plenum: So ist es.) Exemplarisch stünden dafür körperliche Angriffe auf Schiedsrichter. In der Begründung reden Sie dann nur noch von konstanten Zahlen, um dann festzustellen, dass die Anzahl der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter wieder leicht angestiegen ist, (Zuruf aus dem Plenum: So ist es.) um dann festzustellen – Achtung –: „diese Zahlen“ sind „erschreckend. Sie wirken sich negativ auf den Spielbetrieb … aus“. (Sebastian Ehlers, CDU: Sehr richtig!) Also die Zunahme an Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern soll erschreckend sein. (Christian Brade, SPD: Work-Life-Balance.) Das kann ich nicht feststellen. Ich habe überlegt, ob Sie vielleicht vorhatten, sich mit den Zahlen von Vorkommnissen zu beschäftigen, und dies schlicht vergessen haben, oder die Zahlen haben nicht in das drastische Bild gepasst, das Sie zeichnen wollen. Meine Damen und Herren, die Zahlen sagen Folgendes: In den drei Profiligen und im DFB-Pokal gab es in der Saison 24/25 in 1.055 Spielen circa 27 Millionen Zuschauende. Dabei wurden 1.107 Personen verletzt, ein Rückgang um über 17 Prozent. Davon waren 160 verletzte Polizeikräfte, ein Rückgang um circa 48 Prozent, also um die Hälfte, um das mal zu übersetzen. Es wurden 22 Prozent weniger Strafverfahren eingeleitet, nämlich 5.197, und auch die polizeilichen Arbeitsstunden sind um circa 11 Prozent zurückgegangen. Nahezu gleichbleibend ist das Potenzial sogenannter Kategorie-B- und -C-Fans. Erheblich zugenommen haben die Verstöße mit Pyrotechnik und die ausgesprochenen Stadionverbote. Die als Ordnungswidrigkeiten gewerteten Pyroverstöße erhöhen sich um 73 Prozent auf 4.783. Dies dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass jede einzelne Fackel gezählt wird. Die Zahl der ausgesprochenen Stadionverbote hat sich auf 823 mehr als verdoppelt. Und es geht weiter, auch in den Regionalligen sank die Zahl der Verletzten um rund 30 Prozent auf 230. So viel zur Frage der zunehmenden Problematik. Jetzt noch mal zu den Schiedsrichtern und den Amateurligen. (Zuruf von Daniel Peters, CDU) Rückgang von Gewalt … Amateurligen, hören Sie, hören Sie zu, Amateurligen! Rückgang von Gewalt und Diskriminierung vermeldet der DFB schon 2024, (Zuruf von Daniel Peters, CDU) ich zitiere: „Während der zurückliegenden Saison 2023/2024 wurde mehr Fußball in Deutschland gespielt als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig kann der DFB auf Grundlage seines Lagebild Amateurfußball einen Rückgang von Gewalt und Diskriminierung auf den Fußballplätzen im Land vermelden.“ Zitat: „‚Wir haben im Lauf der vergangenen Saison, gerade im Zuge der DFB-Kampagne ‚Jahr des Schiris‘“ (Der Abgeordnete Torsten Renz bittet um das Wort für eine Anfrage.) „‚wiederholt auf einen respektvolleren Umgang miteinander und auf die positiven Seiten des Amateurfußballs hingewiesen.‘“

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