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Anne Shepley

GRÜNE 13.11.2025 Sitzungen 8/119

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleg/-innen! Ich habe gerade der Kollegin Pulz-Debler zugehört und habe auch so auf meine eigene Rede geschaut und habe gesagt, ja, also besser hätte ich es auch nicht sagen können. Vielen Dank für Ihre Ausführungen! (Horst Förster, AfD: Da brauchen Sie bloß noch was zur Finanzierung zu sagen.) Vielen Dank auch für die Ausführungen der Kollegin der SPD! Und auch vielen Dank an Frau Hoffmeister für die Erwähnung der Tatsache, dass wir Bündnisgrüne auf Bundesebene bereits seit mindestens 2020 genau das fordern, was heute im Antrag der Koalitionäre vorliegt! Wir haben es gerade schon gehört, die aktuelle Regelung, die wir haben, die endet mit dem 12. Geburtstag. Krankheit endet aber nicht mit dem 12. Geburtstag. Betreuung endet auch nicht mit dem 12. Geburtstag. Und die Verantwortung, von der hier gerade gesprochen wurde, von dieser Zerrissenheit, die jeder von uns als Eltern hat, wenn ein Kind krank ist, und die Verantwortung, die wir unserem Arbeitgeber/unserer Arbeitgeberin gegenüber verspüren, oder in unserem Fall dem Mandat, was wir hier ausüben, die endet auch nicht mit dem 12. Geburtstag unserer Kinder. Insofern wissen wir zwar, dass es besondere Regelungen gibt – auch das wurde heute schon angesprochen –, für Kinder mit Behinderungen zusätzliche Kinderkrankentage oder in Einzelfällen die Möglichkeit, die Altersgrenze zu überschreiten, und das ist auch gut so, aber die Realität, die sieht eben anders aus. Viele Familien stoßen – und da muss ich Ihnen ganz klar widersprechen, Kollegin Hoffmeister von der CDU –, die stoßen einfach auf bürokratische Hürden, auf unsichere Regelungen, auf fehlende Absicherung für ältere Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf. Und es braucht flexible, praxisnahe und verlässliche Kinderkrankentage für alle Kinder, unabhängig von Alter oder individuellen Bedürfnissen. Deswegen fordern wir Bündnisgrüne, dauerhaft 15 beziehungsweise bei Alleinerziehenden 30 Kinderkrankentage zu gewähren. Wir fordern natürlich auch die Ausweitung der Kinderkrankentage auf Kinder, die älter als 12 sind, insbesondere wenn sie chronisch krank sind oder anderweitig besondere Betreuung brauchen. Wir fordern aber auch mehr Selbstbestimmung der Eltern, wann und wie sie die Tage nutzen – ohne bürokratische Hürden, ohne finanzielle Einbußen, ohne diesen Moment am Montagmorgen, wo ich da stehe und denke, was mache ich denn jetzt. Wir sagen auch, die Anerkennung bestehender Sonderregelungen und die gleichzeitige Erweiterung, damit alle Familien verlässlich unterstützt werden, die müssen wir vorantreiben. Denn, und auch das ist heute schon angeklungen, werte Kolleg/-innen, Familienfreundlichkeit in unserer Gesellschaft in den Zeiten, in denen wir heute leben – und das ist heute, das ist schon oft angesprochen worden, wir wissen alle, was in der Welt los ist –, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sie nicht! Sie nicht!) Familienfreundlichkeit ist kein Add-on, es ist kein Nice-tohave, es ist kein Luxus, den sich nur diejenigen leisten können, die sich das eben leisten können, Familienfreundlichkeit ist eine Pflicht unserer Gesellschaft, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, Die Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) auf die alle Familien ein Anrecht haben, meine Damen und Herren. Deswegen begrüßen wir ausdrücklich, dass wir nun hier aktiv werden. Und wir GRÜNEN sagen, wir kämpfen schon lange für diese Reform, wir stehen da an Ihrer Seite, und wir hören die Stimmen der Familien, die sonst in diesem Land leider viel zu wenig gehört werden. Es geht auch heute hier nicht um Symbolpolitik. Es geht darum, Eltern zu entlasten und Kinder zu schützen. Es darf kein Kind durchs Raster fallen, egal, wie alt es ist oder wie besonders die Bedürfnisse sind, die es hat. Liebe Kolleg/-innen, Familien müssen sich darauf verlassen können, dass sie für ihre Kinder da sein dürfen, ohne schlechtes Gewissen und ohne Existenzängste. Besonders ältere Kinder und Kinder mit Behinderungen dürfen nicht vergessen werden. Und wir als Bündnisgrüne werden weiter dafür kämpfen, die Kinderkrankentage flexibel, gerecht, inklusiv und wirklich altersunabhängig zu gestalten für alle Kinder und für alle Familien in diesem Land. (Beifall Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit, und selbstverständlich stimmen wir diesem Antrag zu. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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