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Dr. Sylva Rahm-Präger

SPD 10.10.2025 Sitzungen 8/117

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Präsidentin! Das Landgestüt Redefin ist unser Kulturgut im ländlichen Raum, Redefin und die Pferdezucht in Mecklenburg-Vorpommern sind untrennbar miteinander verbunden. Das Landgestüt ist das ländliche Pendant zum Staatstheater Schwerin. Was wäre ein Staatstheater ohne Schauspieler, Tänzerinnen und Musiker? Was wäre ein Landgestüt ohne Pferdeausbilderinnen und Reiter? Beides kostet Geld, und sowohl für unser Theater als auch für unser Landgestüt sind die entsprechenden Mittel im Entwurf des Landeshaushaltes für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen. Der Minister hat es hier genannt, die Summe, 3,7 Millionen Euro. Und auch im mittelfristigen Finanzplan sind die Mittel für die Weiterführung dieses Gestütes vorgesehen. Dazu haben wir uns im Agrarausschuss – und dafür danke ich Herrn Tilo Gundlack – und ich selber, wir haben uns dazu bereits verbindlich geäußert als Fraktion der SPD. Und das wissen Sie, werte Kollegen der Fraktion der AfD, und deswegen halte ich das, was Sie hier abziehen, für einen absoluten Schaufensterantrag. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Aber es reicht natürlich nicht, die Mittel für den laufenden Betrieb im Zweijahrestakt zu erhöhen. Es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass die Hengsthaltung und die Hengstakquise ein hoch defizitäres Geschäft sind. Wer von Ihnen regelmäßig Körveranstaltungen und die nachfolgenden Auktionen der Körlots in Oldenburg, Hannover, auch Redefin, Neustadt an der Dosse oder in München verfolgt, dem ist schnell klar, dass wir als Land nicht die Mittel haben, entsprechend mit zu agieren. Der „Millennium“-Sohn „Morricone“ hat für fast 800.000 Euro als Siegerhengst der Oldenburger Körung den Besitzer gewechselt und steht aktuell im Gestüt Bonhomme bei Berlin. Das ist sicherlich ein Spitzenpreis, aber zwischen 80.000 und 150.000 sind heute normale Preise für Genetik und Adel. Die privaten Hengsthalter finanzieren diese Summen aus ihren Privatvermögen oder Unternehmen, wir als Land müssen sie aus Steuermitteln finanzieren. Und ich glaube nicht, dass wir dafür die Mehrheit im Land bekommen würden. Es gibt Bundesländer wie Niedersachsen, die mit größeren finanziellen Spielräumen ausgestattet sind und ihr Landgestüt Celle entsprechend anders ausstatten können und auch bei Auktionen entsprechend hin und wieder mitbieten können. Und es gibt Berlin-Brandenburg, die mit der Stiftung Brandenburgische Haupt- und Landgestüte in Neustadt an der Dosse einen eigenen und anderen Weg gegangen sind und darüber hinaus noch über eine hoch edle eigene Stutenherde verfügen. Und es gibt den Weg, den Sachsen-Anhalt gegangen ist, das Landgestüt Prussendorf abzuwickeln, weil es nicht mehr finanzierbar war. Diesen letzteren Weg werden wir nicht gehen, das ist hier mehrfach gesagt worden, und dazu stehen wir als SPD-Fraktion. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Wir müssen mit unseren Mitteln und Möglichkeiten einen eigenen Weg finden, unser Landgestüt besser zu positionieren. Hengsthaltung setzt Bereiter voraus, denn ohne Turniererfolge vermarktet sich kein Hengst. Goldstatus erhalten für die Landesreit- und Fahrschule setzt Trainer A voraus für Dressur, Springen und Fahren – Goldstatus erhalten ist aber auch unser Anspruch. Touristische Entwicklung, Festspiele MV setzt Serviceteams voraus, und alles braucht entsprechendes Marketing. Man kann alles zusammendenken, man kann aber auch diese drei Schwerpunkte einzeln denken. Die touristischen Potenziale in Redefin sind bisher nicht gehoben worden, weil es auch nicht Aufgabe eines Landes ist, und das hat auch der Minister hier schon herausgearbeitet. Diese Reserven gilt es zu heben. (Martin Schmidt, AfD: Ach so, deswegen gibt es eine Tourismus GmbH!) Ich bin ein Fan unseres Landgestütes und ich bin ein Fan eines Hengstes, den wir, der leider schon verstorben ist, aber der hier auch seine Spuren in diesem Land hinterlassen hat, der „D’Olympic“. Ich erinnere mich noch sehr an dieses Tier, als er dreijährig, strahlend vorgestellt von Michael Thieme auf der Hengstpräsentation eine Performance abgeliefert hat, wo ich gesagt habe, okay, den, der muss es sein. Mein Erstgeborener – ich sage das immer so bei den Pferden –, er ist jetzt 27 Jahre alt, ist ein ganz tolles Pferd mit einem super Interieur und mit tollen Reiteigenschaften. Und aus seinem letzten Fohlenjahrgang habe ich eine Stute gezogen, die ich jetzt noch reite. Sie ist jetzt 12 Jahre alt, meine, die Paula. Und wie gesagt, also ich stehe mit Herzblut hinter diesem Landgestüt. Und wie gesagt, es braucht diesen Antrag von Ihnen nicht dafür, damit dieses Landgestüt erhalten bleibt. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)

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