Dirk Bruhn
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich mit einem Satz zum unsäglichen Beitrag von Herrn Schmidt beginnen: Wer die Sozialdemokratie in eine Reihe mit den Neonazis, mit den Nazis stellt, nimmt sich jede Qualifikation, hier mitzureden. (Beifall vonseiten der Fraktion Die Linke und Thomas Krüger, SPD – Zuruf von Martin Schmidt, AfD) Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Das Landgestüt Redefin ist zweifellos ein kulturelles und züchterisches Aushängeschild unseres Landes. Es steht für Tradition, für Fachkompetenz in der Pferdezucht und für ein lebendiges Kulturerbe. Die Linksfraktion steht uneingeschränkt hinter dem Landgestüt Redefin, und zwar in öffentlicher Hand. Gerade deshalb lehnen wir den Antrag der AfD ab. Dieser Antrag suggeriert, dass das Landgestüt zur Disposition steht, dass eine Privatisierung droht und dass die Landesregierung den Standort gefährdet. Das ist schlichtweg falsch. Der zuständige Minister Dr. Till Backhaus hat in der Sondersitzung des Agrarausschusses am 12. August 2025 unmissverständlich klargestellt, das Landgestüt Redefin steht nicht zum Verkauf und wird nicht privatisiert. Diese Aussage ist eindeutig, sie ist verbindlich, sie ist Grundlage unserer politischen Bewertung. Was die Landesregierung tatsächlich tut, ist etwas anderes. Sie prüft, wie der Zuschussbedarf des Landes reduziert werden kann, ohne die Kernaufgaben des Gestüts zu gefährden. Dazu gehören die Hengsthaltung und Zucht, die Landesreit- und Fahrschule, die denkmalgeschützte Erhaltung der Anlage, die Veranstaltungen wie Hengstparaden und Pferdetage. Diese Aufgaben bleiben erhalten, das hat der Minister Backhaus mehrfach öffentlich betont. Die AfD hingegen nutzt die Debatte, um mit vermeintlicher Sorge populistische Stimmung zu machen. Sie fordert die sofortige Aufhebung eines Interessenbekundungsverfahrens, das noch gar nicht abgeschlossen ist und das ausdrücklich nicht auf Privatisierung zielt, sondern auf eine mögliche neue Betreiberstruktur unter Wahrung der öffentlichen Eigentümerschaft. (Martin Schmidt, AfD: Gibt es denn einen anderen staatlichen Betreiber?) Die Linke unterstützt die Pläne der Landesregierung, weil sie verantwortungsvoll sind. Sie zielen darauf ab, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Gestüts zu verbessern, etwa durch bessere Nutzung touristischer Potenziale, durch effizientere Organisation und durch gezielte Drittmittelakquise. Das ist kein Ausverkauf, sondern eine Weiterentwicklung im Sinne der Kernaufgaben des Gestüts. Wir wissen, das Landesgestüt wird auch künftig Zuschüsse benötigen, wie Museen, Theater oder andere kulturelle Einrichtungen auch. Aber wir müssen auch ehrlich prüfen, wo Einsparungen möglich sind, ohne die Substanz des Gestüts zu gefährden. Das ist haushaltspolitisch geboten und verantwortungsvoll. Die AfD hingegen betreibt Alarmismus. Sie ignoriert die Fakten, sie ignoriert die Aussagen des Ministers und sie ignoriert die Realität der Haushaltslage. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Ihr Antrag ist nicht geeignet, zur Lösung beizutragen, sondern er trägt zur Verunsicherung bei. Deshalb sagen wir klar Ja zum Landesgestüt Redefin, Ja zur Landesverantwortung, Nein zum Antrag der AfD. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)
