David Wulff
Und dann würde ich die Zeit jetzt noch mal lieber auf den Öffentlich-Rechtlichen verwenden. (Der Abgeordnete Torsten Renz bittet um das Wort für eine Anfrage.) Ich sehe in anderen Ländern, da brauche ich gar nicht mal in die USA zu gucken, das haben wir auch in anderen europäischen Ländern teilweise, das ist ja so, bestimmte Sender werden von bestimmten Bevölkerungsgruppen, manchmal sogar Wohngegenden, bevorzugt geguckt, und dann kann ich meine Wahlkarte nachher genau danach ablesen, in welchem Bereich wird welcher Sender geguckt, und danach wird am Ende gewählt. Und das führt aber halt auch zu Punkten, wo man sich manchmal so diametral gegenübersteht, dass es halt innerhalb der Gesellschaft zu einem mangelnden Diskurs führt, weil jeder irgendwie nur noch seine Meinungsbubble halt hört und das ihn irgendwie medial prägt. Und deswegen habe ich ja versucht, zum Schluss noch mal wirklich explizit darauf einzugehen, wie wichtig der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der Stelle ist, um genau sagen zu können, wir müssen da diesen Diskurs, diese Breite schaffen. Und das ist aber das, was ich halt vorher angeprangert habe. Der Eindruck, der momentan entsteht – und ich spreche jetzt nicht von Metern, sondern von Zentimetern auf dieser Freiheitsskala –, ist, dass dieser Diskurs nicht mehr in dieser Breite so abgebildet wird, wie er abgebildet werden müsste. Und das ist das, wo wir sagen, da müssen wir aufpassen, das Immunsystem muss angehen und wir müssen da im Zweifel auch gucken, weil die Zusammensetzung unserer öffentlichrechtlichen Anstalten, das machen wir ja über den Staatsvertrag, das diskutieren wir hier ja in aller Regelmäßigkeit. Und deswegen ist das doch wieder bei uns, wo wir dafür sorgen müssen, dass wir da etwas aufsetzen, wo wir hinterher eigentlich gar nicht mehr viel mit zu tun haben dürfen. Es ist schwer, aber es ist notwendig.
