Julian Barlen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich will in dasselbe Horn stoßen von Herrn Waldmüller, man muss die Dinge auch beim Namen nennen. Heute ist ein guter Tag für den Sport in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt, aber vor allem auch für die Unterstützung des Leistungssports in Rostock und in der Region Rostock. Mit der heutigen Zweiten Lesung und der Beschlussfassung des geänderten Sportfördergesetzes setzen wir als Landesparlament auf Fairness und auch auf Gerechtigkeit in der Nachwuchsförderung des Spitzensports in Mecklenburg-Vorpommern. Wir schließen eine strukturelle, soziale und sportpolitische Gerechtigkeitslücke, denn künftig gilt, alle drei Eliteschulen des Sports in Mecklenburg-Vorpommern – in Schwerin, in Neubrandenburg und auch das CJD in Rostock – werden gleichbehandelt. Mit der Gleichstellung des Rostocker Sportinternats beim Internatskostenausgleich stellen wir sicher, dass die Eltern, deren sportlicher Nachwuchs in der Mitte des Landes zur Schule geht, eben nicht schlechtergestellt wird. Und eins ist uns dabei ganz besonders wichtig, meine Damen und Herren, Talentförderung darf in unserem Land niemals eine Frage des Geldbeutels der Eltern sein. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke) Es darf also nicht sein, dass Eltern je nach Standort unterschiedlich stark überlegen müssen, ob sie ihrem Kind einen sportlichen Weg überhaupt ermöglichen können. Und genau das verhindern wir und das ist auch Kern dieses Gesetzes. Und wir wissen, wie hart die jungen Athletinnen und Athleten trainieren, früh aufstehen, trainieren, Schule, wieder Training, Hausaufgaben, Wettkämpfe an den Wochenenden, das alles wirklich mit einem Ziel: das Beste aus sich herauszuholen. Und diese jungen Menschen leisten Großes. Sie haben unsere volle Unterstützung verdient. Darum geht es mit diesem Gesetz: Chancengleichheit, Planungssicherheit, Verlässlichkeit für die Familien, für die Sportgymnasien, für die Trainerinnen und Trainer, für den gesamten organisierten Sport in Mecklenburg-Vorpommern. Und, meine Damen und Herren, mit diesem Gesetz sagen wir zugleich, auch das CJD-Sportinternat in Rostock ist eine unverzichtbare Säule des Systems des Leistungssportes in Mecklenburg-Vorpommern. Hier werden Talente in den Disziplinen Segeln, Rudern, Wasserspringen, Shorttrack, Handball, Leichtathletik, in vielen anderen nicht nur sportfachlich gefördert, sie werden schulisch begleitet, sie werden pädagogisch unterstützt, sie werden auf das Leben vorbereitet. Und wenn wir von Rostock als einem der Bundesstützpunkte sprechen, dann meinen wir eben nicht nur die Sportförderung, sondern wir meinen Standortpolitik. Und eine Stärkung dieses Standortes im Sinne der Gleichbehandlung ist zugleich eine Stärkung des Spitzensportes in unserem Land. Meine Damen und Herren, bereits in der Vergangenheit hat die Landesregierung reagiert mit einer Überbrückungshilfe zur Deckelung der Elternbeiträge für 2024, für 2025. Diese Hilfe war wichtig und sie war auch richtig, aber sie war halt nur eine temporäre Lösung. Heute sorgen wir also mit der finalen Beschlussfassung des Sportfördergesetzes für eine dauerhaft verlässliche Gleichbehandlung. Manche fragen vielleicht: Warum braucht es dafür ein Gesetz? Reicht da nicht eine Verordnung oder ein Förderbescheid? Nein, wir brauchen Verbindlichkeit, meine Damen und Herren, ein klares Bekenntnis in dieser Form, das für alle Träger, kommunale wie freie, gilt. Und so schaffen wir diese also auch für die Landkreise, für die Schulen, aber vor allem natürlich für die Familien, deren Nachwuchs auf das CJD geht. Und das war richtig, diese Regelung auch mit den Landkreisen und den kreisfreien Städten gemeinsam zu entwickeln, denn eins ist bei der Förderung des Spitzensports klar, nur gemeinsam, Land und Kommunen, werden wir es schaffen, (Zuruf von Harry Glawe, CDU) diesen Erfolg auch in die Zukunft zu tragen. Meine Damen und Herren, was wir also heute machen, stärkt nicht nur Rostock, es stärkt den Sport im Land, es stärkt den Gedanken, dass alle jungen Talente, egal, woher sie kommen, egal, welchem Hintergrund sie entstammen, dieselben Chancen verdient haben. Es stärkt unser Bekenntnis zu einem Sport, der für mehr steht als nur für Medaillen, lieber Harry, (Zuruf von Harry Glawe, CDU) der steht nämlich auch für Medaillen, für Zusammenhalt, für Respekt, für Fairness. Und deshalb investieren wir da konsequent in die Bildung, in die Teilhabe und eben auch in den Sport. Und diese Sportfördergesetznovelle ist ein weiterer solcher Schritt auf diesem Weg. Meine Damen und Herren, mein Dank gilt an dieser Stelle – das haben wir auch gemeinschaftlich in der Ersten Lesung zum Ausdruck gebracht – all jenen, die sich in den letzten Monaten sehr für die Lösung eingesetzt haben. Herr Waldmüller, Sie haben das beschrieben. Da gab es viele, die sich da sehr engagiert für eine solche Lösung eingesetzt haben. Das ist auch gut so. Und das ist der Landessportbund, der die Notwendigkeit immer wieder klargemacht hat, das sind die Verantwortlichen des CJD in Rostock, die unermüdlich für ihre Schüler/-innen und Schüler gekämpft haben, und das sind natürlich nicht zuletzt auch die Eltern, die an uns herangetreten sind mit diesem klaren, sehr nachvollziehbaren Anliegen. Dieses Gesetz ist also die Antwort darauf, ist das Bekenntnis an die sportliche Jugend unseres Landes, Mecklenburg-Vorpommern ist nicht nur das Land der Seen, der Wälder und der Ostseeküste, sondern es ist auch ein Land, in dem man gut und auf Spitzenniveau Sport betreiben kann. Der Beschlussempfehlung ist im zuständigen Ausschuss sehr einstimmig zugestimmt worden, das finde ich ein tolles Zeichen. Lassen Sie uns also heute diesem Gesetz gemeinsam zustimmen, für den Sport, für Fairness, für Mecklenburg-Vorpommern. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und Die Linke)
