Thomas de Jesus Fernandes
Sehr geehrte Abgeordnete! Wertes Präsidium! Manchmal muss Politik nicht kompliziert sein. Manchmal geht es einfach darum, einen offensichtlichen Missstand zu beseitigen. Und genau dies tun wir heute mit diesem Gesetzesentwurf. Er ist kein Paukenschlag, kein Prestigeobjekt, aber er ist ein notwendiger praktischer Schritt in die richtige Richtung. Wir haben es nun schon gehört, gleichwohl möchte ich kurz benennen, worum es geht. Bisher durften nur staatliche Sportgymnasien in Mecklenburg-Vorpommern von bestimmten Förderungen des Landes profitieren. Freie Träger hingegen wurden rechtlich benachteiligt, obwohl sie dieselben sportlichen Leistungen erbringen. Das ist nicht nur ungerecht, das ist leistungsschädlich, standortfeindlich und benachteiligt den Nachwuchs. Der Gesetzentwurf hebt diese Ungleichbehandlung auf, und das ist überfällig. Mit der aktuellen Änderung wird klargestellt, dass auch freie Schulträger wie zum Beispiel das CJD Rostock in gleicher Weise wie öffentliche Schulen gefördert werden können, wenn sie vergleichbare sportliche Leistungen erbringen. Wer junge Talente fördert, Trainingszeiten organisiert, Trainer bereitstellt, Turniererfolge erzielt, der hat Anspruch auf diese Unterstützung, egal ob öffentlich oder frei, denn entscheidend ist nicht die Trägerform der Schule, entscheidend ist die Leistung auf dem Platz, in der Halle und auf der Bahn. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Enrico Schult, AfD: Sehr richtig!) Es ist das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit, das wir als AfD immer betont haben. Und genau dieses Prinzip wird mit diesem Gesetz endlich angewendet. Als AfD-Fraktion sagen wir, Sport ist keine ideologische Spielwiese, Sport ist ein Leistungsbereich unserer Gesellschaft, (Enrico Schult, AfD: Genauso ist es.) in dem Fleiß, Disziplin, Einsatz, Zielstrebigkeit belohnt werden. Wenn wir wollen, dass auch junge Menschen Weltmeister werden, dann dürfen sie nicht mit struktureller Ungleichbehandlung ausgebremst werden. Dieser Gesetzesentwurf ist ein kleiner Sieg für das Leistungsprinzip. Und wir fordern, das muss ein Anfang sein, denn eins ist klar, der Zustand des Sports in Mecklenburg-Vorpommern ist alarmierend. Schauen wir uns, schauen wir der Realität ins Auge: null Medaillen für Mecklenburg-Vorpommern bei Olympia, keine! (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Marode Hallen, gesperrte Plätze, fehlende Trainer, vor allem im ländlichen Raum, Ehrenamtliche, die zwischen Formularen, Eigenmitteln und Heizkosten zerrieben werden, Vereine, die um ihre Existenz kämpfen, weil sich Politik lieber mit Klimabeauftragten beschäftigt als mit Sportplatzsanierungen. (Enrico Schult, AfD: So ist es.) Das ist die Realität. Und der heutige Gesetzentwurf ändert daran, mit Verlaub, fast nichts. Wir als AfD werden nicht müde zu betonen: Wir brauchen ein landesweites Sportstättensanierungsprogramm – unbürokratisch, zielgerichtet und planbar. Wir brauchen mindestens vier Stunden Schulsport pro Woche, gegen Übergewicht, Bewegungsmangel und Vereinsamung bei Kindern. Wir brauchen stabile Förderungen für Vereine, dynamisch an die Kostenentwicklung angepasst, keine Förderanträge, die länger dauern als die ganze Saison. Wir brauchen echte Anreize für Trainer, Übungsleiter und Ehrenamtliche, denn ohne sie geht gar nichts. Und dann noch mal einen herzlichen Dank von der AfD-Fraktion an all diese Ehrenamtlichen, die dort in dem Bereich tätig sind! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Wir brauchen Elitesportförderung, die sich nicht in Appellen erschöpft, sondern klare Wege zum Erfolg aufzeigt. Sehr geehrte Damen und Herren, Sportpolitik in Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr als Gleichstellung zwischen öffentlichen und freien Schulen. Sie braucht eine klare Vision, eine Strategie und endlich die Bereitschaft, Leistungen zu fördern, statt zu verwalten. Solange Landesmittel versickern in ideologisch aufgeblähten Programmen, während Sportvereine versuchen, den Schimmel in der Umkleide zu bekämpfen, haben wir noch nicht verstanden, was die Menschen wirklich brauchen. Wir stimmen diesem Gesetzentwurf zu, weil er einen echten Missstand beendet, aber wir kündigen zugleich an, wir werden weiter Druck machen für eine Sportpolitik, die nicht warm redet, sondern hart liefert – für unsere Kinder, für unsere Vereine und für den Sport in Mecklenburg-Vorpommern. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
