David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich nehme die Gelegenheit gerne noch mal mit. Im Notfall, jede Minute zählt, klassisches Prüfschema, wenn ich eine Person auffinde: zuerst einmal ansprechen, gucken, ob die Person ansprechbar ist oder nicht. Wenn die Person ansprechbar ist, alles gut, dann kann ich halt im Dialog weitere Maßnahmen einleiten. Sollte die Person nicht ansprechbar sein, dann prüfe ich die Atmung. Sollte die Atmung vorhanden sein, dann geht es in die stabile Seitenlage. Sollte die Atmung nicht vorhanden sein, dann gehe ich in die Herzdruckmassage, 30 : 2, 30-mal drücken, zweimal beatmen, so, damit das einfach noch mal jeder so ein bisschen auf dem Schirm hat. (Jens-Holger Schneider, AfD: Und das alles zur Musik von „Stayin’ Alive“. – Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Das ganze Thema First-Responder-Apps und Telenotarzt – im Übrigen hier in dieser Legislaturperiode zum ersten Mal am 12. Januar 2022, Drucksache 8/251, von der FDP-Fraktion hier auf den Tisch gelegt, hier habe ich das damals auch schon eingebracht und es wurde von der Regierungskoalition auch damals schon wohlwollend befürwortet. (Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Da ist auch viel passiert.) Und es ist leider noch nicht so viel passiert, wie ich es mir eigentlich gerne gewünscht hätte. Da ist aber durchaus auch noch Luft nach oben. (Christine Klingohr, SPD: Immer! Immer!) Aber was wir auf jeden Fall sehen, die First-Responder-Apps zum Beispiel, wir haben deutschlandweit mittlerweile acht verschiedene im Einsatz. Also das macht nicht zwingend Sinn, dass das eine App deutschlandweit ist, das können ruhig verschiedene Modelle sein. Jeder hat da so sein Interface. Die Hauptsache ist doch, dass ich eine Alarmierung darüber rausbekomme. Wir sehen das auch bei anderen Apps. Also NINA und KATWARN sind so die beiden verbreitetsten katastrophenschutzwarnenden Informations-Apps. Manche haben beide drauf, manche jeweils nur eine. Aber es ist egal, welche App ich draufhabe, solange die Alarmierung darüber vernünftig funktioniert. Und, lieber Harald, alle Helfer, die in dieser Ersthelfer-App mit drin sind, die mussten vorher eine verpflichtende Schulung machen, und das ist in der Regel schon medizinisch geschultes Personal. (Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja, ist mir klar. Ich wollte ja nur mal darauf hinweisen.) Das heißt also, die, die da alarmiert werden, die wissen in der Regel auch, was sie tun, auch, wie ich das gerade schon einmal dargestellt habe. Den Antrag der AfD hier, die zunehmende Inanspruchnahme des Rettungsdienstes, ja, da sollte man durchaus mal ein Augenmerk drauf legen und vielleicht auch bei der nächsten Novellierung des Rettungsdienstgesetzes mal darauf achten. Wir haben halt diese Hilfsfrist mit den zehn Minuten drin. Das macht auch total Sinn, möglichst geringe Hilfsfristen dabei zu haben. Aber die zunehmenden Einsätze resultieren nicht zwingend daraus, dass das alles absolute Notfälle sind, sondern wir haben immer häufiger auch die Berichte von den Rettungsdiensten, der Rettungsdienst wird auch gerne mal als Taxi benutzt ins Krankenhaus. Und das ist etwas, was halt nicht funktioniert. Häufig kann man in der Leitstelle sogar schon durch Fragen ziemlich gut einschätzen, ist da jetzt ein RTW notwendig oder reicht ein anderes Transportmittel an der Stelle. Und vielleicht können wir darüber nachdenken, auch das Thema Hilfsfristen durchaus ein bisschen, je nach Ansatz, anders zu überdenken. Bei den niedrigschwelligen Angeboten in der Gemeinde mit der Schwester AGnES verstehe ich jetzt nicht, also entweder ist das eine geschulte Ersthelferin, oder aber, wenn ich irgendwie ein anderes Problem habe, weiß ich auch nicht, wie ich das in die Notfallversorgung da mit reinbekomme, weil das ist ja eigentlich eher eine Regelversorgung da an der Stelle. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Mit dem Ersthelfer waren Sie schon auf einer heißen Spur. – Zuruf von Harry Glawe, CDU) Von daher können wir den Antrag ablehnen, und ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall Barbara Becker-Hornickel, FDP)
