Sandy van Baal
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die schulische Inklusion, wichtiges Thema, beschäftigt viele Eltern und Kinder und Lehrer hier im Land. Ich habe auch mit Betroffenen in den vergangenen Wochen über das Thema gesprochen. Die CDU-Fraktion fordert, die bisherige Inklusionsstrategie in Mecklenburg-Vorpommern zu überarbeiten – so habe ich es auf jeden Fall herausgelesen. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Und aus meiner Sicht ist das ein richtiger Schritt. Weil, weil was passiert hier in der Realität? Was wir hier leben, das ist Inklusion light. Ich wünsche mir die Inklusion auch. Sie ist ein Menschenrecht, aber sie ist kein Selbstläufer leider. Sie braucht nicht nur gute Absichten, sondern vor allem die richtigen Voraussetzungen, und die sind halt noch nicht gegeben – qualifiziertes Personal, moderne Infrastruktur, individuelle Förderung und echte Wahlfreiheit. Wie gesagt, die Realität an unseren Schulen sieht anders aus – Überforderung, Personalmangel, nicht barrierefreie Gebäude und unklare Perspektiven. So verspielen wir nicht nur das Vertrauen der Eltern, sondern auch die Chancen der Kinder, für die das System doch letztendlich auch funktionieren muss. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Förderschulen müssen dort erhalten bleiben, wo sie, solange sie auch gebraucht werden, bis das anders funktioniert. Der Vorschlag, auch die Gespräche zum sogenannten Inklusionsfrieden wieder aufzunehmen, ist ebenfalls ein sinnvoller Punkt aus meiner Sicht. Wir brauchen eine ehrliche, offene Debatte unter Einbeziehung aller Beteiligten – Lehrkräfte, Eltern und Experten. Und der Antrag ist kein Rückschritt für mich im Bereich der Inklusion, im Gegenteil, er ist ein Aufbruch zu einer realistischen, verantwortungsbewussten Inklusionspolitik. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und Enrico Schult, AfD – Torsten Renz, CDU: Sehr richtig!) Vielen Dank!
