David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich habe, als ich den Titel des Antrags der CDU zunächst gelesen habe, gedacht, jetzt versucht die CDU wieder ein bisschen zu bremsen beim Thema Windkraftausbau, aber inhaltlich war es dann ja doch eigentlich ganz brauchbar. Den Feststellungsteil tragen wir so auch mit an der Stelle. Ich glaube nur, dass Sie mit den Maßnahmen, die Sie hier vorschlagen, glaube ich, nicht das erreichen können, was Sie vielleicht im Feststellungsteil erreicht haben, oder Sie wollen am Ende doch etwas anderes erreichen. Das wird mir nicht ganz so klar. Aber im Kern wollen Sie ja jetzt sagen, wer schon 1,4 Prozent erreicht hat, der soll sich zurücklehnen dürfen, wer noch keine hat, muss irgendwie erst mal aufholen. Das kann man machen, ich glaube aber nicht, dass das ein sinnvoller Planansatz ist. Denn wenn wir uns mal überlegen, wie die Planungszeiträume dahinter sind, also von, wie lange dauert das, bis ich überhaupt Flächen habe, die ich ausweisen kann, wie lange dauert das dann, bis ich überhaupt in die Planung da reingehen kann, dann kommen die Projektierer, dann müssen die das machen, die müssen die Finanzierung noch sicherstellen. Dann geht das ganze Genehmigungsverfahren ja irgendwie auch noch erst los und dann muss das Ganze auch noch gebaut werden und dann muss das Ganze auch noch ans Netz gehen. (Zuruf von Christian Brade, SPD) Wir reden hier also von Zeiträumen, die elendig lang sind. Wir reden hier nicht von Jahren, sondern teilweise von Jahrzehnten, bis solche Sachen halt am Ende irgendwie abgeschlossen sind. Das heißt, wenn wir jetzt vorne schon sagen, nein, jetzt ist erst mal Schluss, was ich ja in manchen Regionen unseres Landes absolut nachvollziehen kann, dann habe ich aber am Ende, also am langen Ende dieses Prozesses einfach das Problem, dass ich zu den Zielen nachher nicht mehr hinkomme. Ich habe durchaus auch meine Probleme mit diesem 2,1-Prozent-Flächenziel. Für mich wäre es sinnvoller gewesen, nach Leistung zu gehen und nicht nach Fläche, das wäre irgendwie logisch. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Das kannst du aber in der Raumplanung nicht machen, das muss auf Fläche gehen!) Allerdings muss ich da auch sagen, jetzt hat man sich darauf verständigt, nun ist es so und jetzt muss man den Weg da auch irgendwie konsequent vorangehen, damit wir dann vielleicht in 10/15 Jahren zu vernünftigen Zielen kommen. Meine Hoffnung ist ja durchaus immer noch, dass wir dann mit Proxima Fusion oder anderen tollen Fusionsenergie-Start-ups hier Reaktoren stehen haben, (Philipp da Cunha, SPD: Keine Werbung!) die gänzlich neue Energiequellen liefern, und wir die Windanlagen alle wieder zurückbauen können. Das ist meine Vision unsere Energieversorgung. Bis dahin, habe ich die Befürchtung, dürfen wir den anderen Weg leider nicht verlassen, (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Wolfgang Waldmüller, CDU) und es wird ja eh eine Weile dauern. Von daher, wir werden uns bei dem Antrag enthalten. Herr Waldmüller, ich verstehe die Intention, ich glaube nur, dass der Weg nicht der richtige ist. (Beifall Barbara Becker-Hornickel, FDP)
