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Dirk Bruhn

Die Linke 26.06.2025 Sitzungen 8/109

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Mit dem heutigen vorliegenden Antrag setzen wir ein deutliches Signal: M-V nimmt den Wald nicht nur als romantischen Sehnsuchtsort wahr, sondern als das, was er ist, ein zentrales Element unserer Umweltpolitik, unseres Klimaschutzes und unseres Naturerbes. Der Wald in M-V ist mehr, weit mehr als nur Bäume. Er ist ein Kohlenstoffspeicher, Wasserreservoir, Lebensraum für unzählige Arten, Erholungsort für Menschen und ein Bollwerk gegen die Folgen des Klimawandels. Wenn wir also heute über Waldpolitik sprechen, dann sprechen wir auch über Klima-, Arten-, Ressourcenschutz und über die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Wir können selbstbewusst sagen, die Koalition aus SPD und DIE LINKE hat die Weichen richtig gestellt. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2024 bescheinigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Seit 2012 ist die Waldfläche in unserem Bundesland um 5.700 Hektar gewachsen. Der Anteil der Nadelbäume ist zurückgegangen, ein klares Zeichen dafür, dass der Umbau zu klimastabilen, standortgerechten Mischwäldern Wirkung zeigt. Das ist ein Erfolg, meine Damen und Herren. Aber wir wissen, (Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE) aber wir wissen, der Weg ist noch lang. Insbesondere die Waldmoore verdienen dabei unsere volle Aufmerksamkeit. Rund 82.000 Hektar Waldmoore gibt es in M-V, das sind etwa 14 Prozent der gesamten Waldfläche. Und sie sind ein unterschätzter Schatz, denn intakte Waldmoore speichern Wasser, halten Kohlenstoff zurück und bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Rückzugsgebiet. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden wird ihre Funktion immer wichtiger. Aber rund zwei Drittel dieser Waldmoore sind aktuell noch mäßig bis stark entwässert. Das ist ein ökologisches Problem und ein politischer Handlungsauftrag. Genau deshalb fordern wir mit diesem Antrag, die Renaturierung von Waldmooren muss eine höhere Priorität erhalten – planerisch, rechtlich und finanziell. Wir wollen, dass Wiedervernässung nicht länger als Waldumwandlung gilt, weder dauerhaft noch temporär, wenn sie fachlich fundiert ist und der Waldmoorstandort eine natürliche Entwicklung ermöglicht. Wir wollen, dass die in der Moornutzungsstrategie genannten Flächen endlich konkretisiert und planerisch verarbeitet werden. Wir wollen, dass Förderprogramme von EU, Bund und Land stärker auf die Bedürfnisse von Waldmooren ausgerichtet werden. Dazu gehört auch die gezielte Inwertsetzung, etwa durch Ökopunkte oder MoorFutures. Meine Damen und Herren, Sie sehen, unsere Waldpolitik ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis konsequenter, nachhaltiger Entscheidungen. Die „Ivenacker Erklärung“ von 2021, mit der sich M-V zum Dauerwaldprinzip bekannt hat, war ein Meilenstein. Sie stellt den Wald als lebendiges Ökosystem in den Mittelpunkt und nicht nur als Holzlagerstätte. Dieses Prinzip wollen wir fortführen und stärken. Und ja, das geht nur, wenn auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen stimmen. Deshalb fordern wir, die naturnahe Bewirtschaftung des Landeswaldes nach dem Dauerwaldprinzip weiter zu forcieren, unter Einbeziehung wirtschaftlicher Prinzipien, aber mit klarem Vorrang für ökologische Nachhaltigkeit. Lassen Sie mich abschließend betonen, Waldpolitik ist Klimapolitik, und Klimapolitik ist Zukunftspolitik. Wir stärken mit diesem Antrag nicht nur den Wald als Klimaschützer, wir stärken damit auch unsere Verpflichtung, als Landespolitikerinnen und Landespolitiker die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Der Wald braucht uns, aber wir brauchen ihn noch viel mehr. Lassen Sie uns also gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kinder und Enkel nicht nur Bäume sehen, sondern Wälder erleben können, gesunde, vielfältige, resiliente Wälder in einem Land, das seine ökologische Verantwortung ernst nimmt. Jetzt möchte ich noch kurz auf den Änderungsantrag der GRÜNEN eingehen, und wir müssten einmal kurz rechnen, Herr Damm. (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja.) Wir haben jetzt, 24 Prozent der Landesfläche ist jetzt schon Wald. (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja.) Das sind bei 2,3 Millionen Hektar in M-V 558.000 Hektar. Sie wollen das bis 2045 auf 40 Prozent steigern. Das sind dann 920.000 Hektar. Das ist ein Zuwachs in den nächsten 20 Jahren von 362.000 Hektar, also pro Jahr 18.100. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das hat er nicht gesagt. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Lassen Sie mich das, lassen Sie uns mal bei Ihrer Sache bleiben! Also im Jahr 18.100 Hektar Zuwachs, um auf 40 Prozent Landesfläche, (Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wenn der Minister sagt, er schafft das?) auf der Landesfläche zu kommen. Wenn ich davon ausgehe, dass ein Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche um die 30.000 Euro kostet, brauche ich allein für den Ankauf des Landes in einem Jahr 543 Millionen. Wo sollen die herkommen? Das ist Ihr Vorschlag, fernab jeder Realität, es sei denn, Sie erklären mir das anders. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion DIE LINKE)

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