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Julian Barlen

SPD 26.06.2025 Sitzungen 8/109

Schönen guten Morgen, Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich freue mich sehr, die heutige inhaltliche Debatte hier im Landtag mit einem Thema eröffnen zu dürfen im Namen unserer Fraktion, das positiver nicht sein könnte, ein Thema, das unser Land Mecklenburg-Vorpommern im wahrsten Sinne des Wortes am Laufen und zusammenhält. Und das ist natürlich das Ehrenamt. Und auf das Stichwort freue ich mich sehr, dass heute unter anderem auch Hannelore Kohl, Frau Dr. Lettrari, Jan Holze und auch viele Macherinnen und Macher des Ehrenamtes in Mecklenburg-Vorpommern bei uns hier im Plenarsaal sind, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, AfD, DIE LINKE und der Gruppe der FDP) Am 1. Juni 2015, da geschah etwas wahrhaft Folgenschweres in Mecklenburg-Vorpommern und für Mecklenburg-Vorpommern und folgenschwer im allerbesten Sinne gemeint, nämlich die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern nahm an diesem Tag ihre Arbeit auf. Und heute, zehn Jahre später, blicken wir auf eine wirklich beispiellose Erfolgsgeschichte zurück, die durch politisches Engagement, durch klare Zielsetzungen, vor allem aber durch die Kraft der Zivilgesellschaft bei uns in Mecklenburg-Vorpommern geprägt ist. Das sind zehn Jahre Unterstützung, Anerkennung und Stärkung für die engagierten Menschen bei uns im Land. Das sind zehn Jahre, in denen aus einer mutigen Idee eine wirklich unverzichtbare Institution geworden ist. Und das sind zehn Jahre, in denen wir alle gemeinsam gezeigt haben, eine offene, bunte, solidarische und vor allem eine engagierte Zivilgesellschaft ist das Herzstück von Mecklenburg-Vorpommern. Herzlichen Glückwunsch, liebe Ehrenamtsstiftung! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und der Gruppe der FDP) Meine Damen und Herren, die Gründung dieser Stiftung war kein Zufall, sondern eine ganz bewusste Antwort auf eine gesellschaftliche Entwicklung, die bereits damals sehr klar zu erkennen war. Der demografische Wandel, die Ausdifferenzierung bürgerschaftlichen Engagements, der große Bedarf auch an struktureller Unterstützung, all das machte es notwendig, neue Wege zu gehen. Und als SPD-Fraktion haben wir diese Entscheidung, diese gute Entscheidung der Landesregierung um den damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering, zu diesem Zwecke eine Stiftung zu gründen, sehr aktiv, sehr ausdrücklich unterstützt im Vorfeld, in der Gründungsphase und auch danach bis heute, meine Damen und Herren. Hier im Plenum haben wir das getan. Es war ein großes Thema in der damaligen Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ und natürlich auch in der Zivilgesellschaft, beispielsweise in der damaligen „Denkwerkstatt“ von Herbert Quandt und Mecklenburger AnStiftung zum Bürger/-innenland Mecklenburg-Vorpommern, mit dem erklärten Ziel, eine Stiftung zu schaffen als Zuwendungsstiftung mit einer hauptamtlichen Struktur, die Beratung leistet, Qualifizierung unterstützt, Förderung bietet und natürlich die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements in Mecklenburg-Vorpommern im Fokus hat, mit einem großen Ziel, denen den Rücken zu stärken, die Engagement an den Tag legen, die sich freiwillig für ein gutes Leben in Mecklenburg-Vorpommern einbringen und engagieren, und natürlich neue Menschen zu begeistern und weitere Menschen zu überzeugen, dass ein eigenes Engagement Sinn macht und auch Sinn stiftet. Und da gibt es dann, meine Damen und Herren, in diese Zeit sich auch zurückversetzend Momente im politischen Leben, da spürt man ganz besonders deutlich, hier ist etwas gelungen, das unser Land Mecklenburg-Vorpommern wirklich nachhaltig im besten Wortsinne verändert hat. Und die Gründung der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015, das war ganz bestimmt ein solcher Moment, Meine Damen und Herren, was seither entstanden ist, ist wirklich beeindruckend. Ein bisschen in die Zahlen blickend, heute informiert, berät, vernetzt und fördert die Stiftung jährlich über 500 Projekte. Das Programm „Gutes tun in MV“ ist bundesweit beispielgebend. (Zuruf von Patrick Dahlemann, SPD) Mehr als 1 Million Euro fließt direkt in kleinere und mittlere Initiativen oft dort. Und das ist ja auch die Idee dahinter, wo sonst keine Förderung greift, schnell, unbürokratisch und vor allem für die Engagierten wirksam. Und das sind ganz oft Projekte mit ganz unmittelbarem Nutzen, zum Beispiel die Unterstützung eines Dorfvereins in Ramin beim Aufbau eines generationenübergreifenden Treffpunkts oder die Anschaffung eines mobilen Lastenrades für ein Repaircafé in Neustrelitz oder der Aufbau eines Mentorenprogramms für junge Engagierte in Ludwigslust. Und diese Liste ließe sich 500 im Jahr endlos fortsetzen. Und das ist in der Summe ein ganz großes Fundament unserer Gesellschaft, was dort durch die Stiftung unterstützt wird. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und der Gruppe der FDP) Meine Damen und Herren, zehn Jahre Ehrenamtsstiftung ist auch eine Zeit, in der die Stiftung in ihren Methoden mit der Zeit gegangen ist und auch an anderer Stelle ihre Vorreiterschaft gezeigt und bewiesen hat, beispielsweise mit dem Onlineportal, das inzwischen eine vollständig digitale Antragstellung bietet, an dem sich andere Stiftungen und Förderer orientieren. Eine landesweite Mitmachbörse, innovative Weiterbildungsmodule, die Ehrenamtskarte, der Ehrenamtspreis, all das setzt Standards und zeigt, wie moderne Engagementförderung heute funktioniert, digital und gleichermaßen wertschätzend und inklusiv. Meine Damen und Herren, wir sagen deshalb, auf diese Erfolgsgeschichte blickend, am heutigen Tag Danke, Danke an das Team der Stiftung unter Frau Dr. Lettrari, an den Vorstand rund um Hannelore Kohl, natürlich auch an das Kuratorium und vor allem aber an die Zehntausenden ehrenamtlich Engagierten im Land. Ohne sie, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und der Gruppe der FDP) ohne sie kein Dorffest, kein Kinderfußball, keine Nachbarschaftshilfe, ohne sie keine Feuerwehr, keine Trauerbegleitung, kein Naturprojekt. Ohne dieses Engagement wäre Mecklenburg-Vorpommern ein ärmeres Land, ärmer an Menschlichkeit, an Zusammenhalt und an Zuversicht. Also vielen Dank allen, die das leisten! Und gleichermaßen, weil Ehrenamt braucht auch immer ein starkes politisches Rückgrat, möchte ich diesen Dank unserer Landesregierung einmal entgegenbringen. Unsere Ministerpräsidentin, unsere Ehrenamtsministerin, unsere Landesregierung insgesamt steht, ob es jetzt der Ehrenamtstag ist, ob es der Ehrenamtsempfang ist oder ob es die Aufstellung eines Landeshaushaltes ist, den wir hier als Haushaltsgesetzgeber beschließen und unterstützen, unsere Landesregierung steht zum Ehrenamt in Mecklenburg-Vorpommern wie eine Eins. Und das ist gut, das ist wichtig. Vielen Dank dafür, meine Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Daran sieht man auch, für uns – und damit spreche ich auch ganz ausdrücklich für uns als SPD-Fraktion – ist das Ehrenamt eben kein Nebenschauplatz, sondern Ausdruck einer aktiven, selbstbewussten Zivilgesellschaft, einer Bürgerinnen- und Bürgergesellschaft, ein elementarer Bestandteil unseres Verständnisses von Gemeinwohl und Solidarität in einem Land. Deshalb haben wir in der Koalitionsvereinbarung mit den LINKEN auch die strukturelle Förderung des Ehrenamtes in einer gemeinsamen Überzeugung fest- und fortgeschrieben. Und da haben wir geliefert, die Mittel für die Stiftung erhöht, die Engagementstrategie des Landes in Arbeit, die Ehrenamtskoordination vor Ort gestärkt, die Zusammenarbeit mit der Bundesengagementstiftung in Neustrelitz ausgebaut. Und genau so soll es sein, meine Damen und Herren, denn die Herausforderungen, die ich auch eingangs schon aus der Gründungsphase beschrieben habe, die sind natürlich nach wie vor da. Fast jeder und jede, 90 Prozent der Ehrenamtlichen sehen die Nachwuchsgewinnung im Ehrenamt. Wie geht es weiter im Projekt als zentrale Aufgabe? Und deshalb müssen wir dranbleiben, müssen moderne Engagementformen stärken, zeitlich flexible Modelle fördern, digitale Tools – einige sehr gute Beispiele habe ich genannt – nutzbar machen und vor allem weiter gemeinsam, dazu tragen auch wir als Landesparlament bei, ein Klima der Ermutigung im Land schaffen. Wer sich engagiert, braucht und bekommt Rückenwind in Mecklenburg-Vorpommern und keine Steine in den Weg gelegt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und bei all dem ist und bleibt die Ehrenamtsstiftung Schlüsselakteur. Sie ist Teil unserer Gesamtstrategie. Ohne sie wäre vieles nicht möglich. Und deshalb sagen wir, diese Stiftung ist jetzt mehr als zehn Jahre alt, aber diese Stiftung ist und bleibt ein Zukunftsmodell. Und deshalb lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Zukunft gelingt, dass das Ehrenamt in Mecklenburg-Vorpommern weiter gedeiht als tragende Säule einer offenen, einer solidarischen, einer lebenswerten Gesellschaft. Herzlichen Glückwunsch, Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern! Vielen Dank allen Beteiligten und Aktiven! Auf die mindestens nächsten zehn Jahre! – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und der Gruppe der FDP)

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