David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! An der Stelle muss ich sagen, (Zuruf von Christian Winter, SPD) dass meine Vorrednerinnen und Vorredner hier im Wesentlichen recht haben, das, was die AfD hier probiert, ist, ein Problem vorzutäuschen und dann zu sagen, wir müssen doch einfach nur wieder mit Russland Handel treiben und danach ist die Welt in Ordnung. (Zurufe von Enrico Schult, AfD, und Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Das ist Ihre Weltsicht, das ist in Ordnung. Ich glaube, das haben auch so weit alle verstanden, (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) dass das eine Weltsicht ist, die in keinerlei Weise irgend- wie für uns hilfreich ist, (Enrico Schult, AfD: Das sagen Sie!) die in keinerlei Weise irgendwie diesen Krieg beenden würde, die in keinerlei Weise irgendwie unsere Energiesicherheit wieder darstellen würde, (Enrico Schult, AfD: Frieden durch Handel, Herr Wulff.) in keinerlei Weise irgendwie unsere Energiesicherheit (Enrico Schult, AfD: Frieden durch Handel.) in Zukunft oder unsere politische Unabhängigkeit in Zukunft sicherstellen würde. Das ist einfach nicht der Fall! Das ist Ihre Sicht, die können Sie behalten, damit wollen wir hier nichts zu tun haben, denn wenn wir, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos – Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD: Sie haben ja sowieso bald nichts mehr damit zu tun. – Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) denn wenn wir doch nur mal zu Ende überlegen, (Zuruf von Enrico Schult, AfD) was Sie hier fordern, dass Sie weiter deutsches, europäisches Geld (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) den Russen in den Rachen schmeißen wollen und damit weiter den Krieg finanzieren, ist völlig klar, dass da nichts weiter passiert. (Zuruf von Christian Winter, SPD) Aber tun wir doch einfach mal so, als ob wir das machen würden, was Sie sagen! Der Krieg ist vorbei, wir wollen wieder Handel mit Russland, die Beziehungen normalisieren. Ich glaube, irgendwann in weiter, ferner Zukunft wird ein Punkt kommen, wo man mit Russland wieder reden kann und wird. (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Ob das in 10 Jahren, in 20 Jahren oder in 60 Jahren sein wird – (Zuruf von Michael Meister, AfD) also nach dem Kalten Krieg hat man ja auch wieder angefangen, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) mit Russland zu reden –, aber in den nächsten, (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Sie schieben es ja auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.) in den nächsten Jahrzehnten ist es doch nicht absehbar, dass mit diesem Russland ernsthaft gearbeitet werden kann. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Das werden Sie nicht bestimmen.) Denn das, was wir hier gemacht haben, (Zuruf von Jan-Phillip Tadsen, AfD) das, was wir hier gemacht haben, (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Das werden Sie nicht bestimmen.) wir haben uns auf billige Energie gefreut (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) und uns in Abhängigkeit begeben. (Beifall Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos – Jan-Phillip Tadsen, AfD: Das ist billiger Moralismus!) Und was ist mit dieser Abhängigkeit passiert? (Jan-Phillip Tadsen, AfD: Das ist billiger Moralismus!) Wir wurden erpresst. Und wollen wir uns wieder in diese Erpressung hineinbegeben? (Zuruf vonseiten der Fraktion der SPD: Die AfD schon. – Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Wollen wir uns in diese Abhängigkeit wieder begeben, damit wir beim nächsten Mal, wenn wieder eine Aggression von Russland ausgeht, sagen, oh, aber diesmal können wir wieder nichts machen, weil wir sind wieder von den billigen Gasimporten abhängig?! Ist das eine Welt, in die Sie Deutschland treiben wollen? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein als Möchtegern-Patrioten hier an der Stelle! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos – Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Oha!) Wir stehen für ein souveränes Deutschland. (Enrico Schult, AfD: Wer ist „wir“? Wer ist „wir“? Sie alleine, ja? – Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) Wir stehen für ein souveränes, unabhängiges Europa. (Enrico Schult, AfD: Wer „wir“?) Wir wollen Energiesicherheit. (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, Beatrix Hegenkötter, SPD, und Martina Tegtmeier, SPD) Wir wollen natürlich bezahlbare Preise, (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) wir wollen eine wirtschaftliche Unabhängigkeit und wir wollen auch eine politische Unabhängigkeit. Und all das wollen Sie mit Ihrem Antrag hier nicht. Und deswegen ist es ein Leichtes, das hier abzulehnen. – Danke sehr! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE und Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos – Rainer Albrecht, SPD: Jawoll!)
