Daniel Peters
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen! Erst mal vielen Dank für die Aussprache, die ja doch in weiten Teilen sich mit dem Antrag sehr sachlich auseinandergesetzt hat. Ich will ein Wort zu den Aussagen der Koalition sagen. Es ist ja hier schon von diesem Antrag aus dem Jahre 2023 gesprochen worden, auf den auch Herr Foerster abgestellt hat, diese Potenzialanalyse im Rahmen dieses Beschlusses zur Unterstützung der Kreativwirtschaft und dass diese Potenzialanalyse aber leider – ich weiß nicht, ob sie schon fertig ist oder irgendwie noch im Wirtschaftsministerium irgendwo hängt. Es wäre tatsächlich schön, wenn es dazu dann auch mal ein Ergebnis gibt. Denn ich muss sagen, also es kann ja nicht sein, dass wir im Rahmen einer gesamten Legislaturperiode nur irgendwann mal Ergebnisse einer Potenzialanalyse hier bewerten, das muss doch irgendwie auch mal zu echten Ergebnissen führen. Das Zweite ist, in diesem Antrag steht ja die Gamingbranche explizit drin. Da steht explizit drin, dass man die unterstützen will. Insofern fußt unser Antrag jetzt eigentlich auf Ihrem Koalitionsantrag auf Beschlusslage des Landtages, (Sebastian Ehlers, CDU: Sehr richtig!) hier jetzt endlich Butter bei die Fische zu machen und endlich auch mal konkret zu handeln. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und Sandy van Baal, fraktionslos) Trotzdem, Herr Foerster, bin ich Ihnen dankbar. Sie haben sich da also mit echter Kenntnis auch über die Spielewelt hier auseinandergesetzt (Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE) und haben auch die Chancen beschrieben. Das finde ich auch wirklich gut. Und ich komme natürlich aber zu einem anderen Ergebnis, dass man schon mal den Mut aufbringen sollte, hier auch, wenn auch erst mit kleineren Summen zugegebenermaßen – wobei 500.000 Euro und 1 Million Euro klingen für Außenstehende immer nicht gerade als kleine Summen, aber David Wulff hat das natürlich sehr gut erläutert, die Kosten, die damit zusammenhängen, sind weitaus größer –, aber ich glaube, wir sollten einen Startpunkt setzen, um eben im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern, die habe ich auch schon genannt, überhaupt auch mal ein Signal zu setzen. Und ich finde das sehr gut, was Hannes Damm auch gesagt hat, dass man durchaus mal darüber nachdenken sollte, in Kooperation auch mit anderen Ländern, beispielsweise Hamburg, vielleicht mal zu sagen, okay, wenn wir allein nicht die ganze finanzielle Kraft aufbringen, dann bilden wir mal ein Bündnis mit einem anderen Land, die dabei sind. Vielleicht gibt es ja das Interesse in Hamburg, mit uns gemeinsam etwas zu machen. Und ja, die Digitalen Innovationszentren sind natürlich schon Motoren und da haben wir auch kluge Köpfe. Aber eine Spezialisierung, so, wie es ja auch die Koalition will und beschlossen hat, wäre doch an der Stelle schon mal ein wichtiger Punkt, das an der Stelle auch zu spezialisieren, denn die Chancen der Branche haben Sie alle unisono genannt. Die einzige Einlassung, die mich fast sprachlos hat wieder werden lassen, sind die Einlassungen von Herrn Schmidt von der AfD, der ja am Anfang sich hier irgendwo versucht hat, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) mit lächerlichen Sprachbildern hier auf Grundschulniveau irgendwie in Szene zu setzen. (Julian Barlen, SPD: Das ist nichts Neues.) Wenn es der eigenen Erheiterung dient, dann sei Ihnen das gegönnt. Aber es ist ein weiteres Beispiel, dass Sie gar nicht gewillt sind, sich seriös mit den wirtschaftlichen Potenzialen des Landes Mecklenburg-Vorpommern auseinanderzusetzen. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos) Das ist einfach traurig, und ich hoffe, dass ganz viele auch Ihrer Wähler da zugehört haben. Die werden sich auch geschämt haben. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Aber offensichtlich ist es so, (Zuruf von Julian Barlen, SPD) dass da andere Motive eine Rolle spielen. (Stephan J. Reuken, AfD: Ihre Arroganz kommt wohl super an.) Aber das müssen wir nicht hier jetzt erörtern, dafür fehlt die Redezeit. (Julian Barlen, SPD: Gibt gleich neue Redezeit.) Ich will aber noch mal kurz auf diesen Innovationsgedanken eingehen, (Zuruf von Julian Barlen, SPD) und zwar, dass man das nicht singulär betrachten sollte, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Herr Barlen ist auch wieder da. Herzlich willkommen! – Julian Barlen, SPD: Wie immer!) wozu die Gamesbranche auch in andere Branchen wirkt, beispielsweise in der Automobilindustrie, wo sozusagen Spieleelemente für Fahrsimulatoren genutzt werden, in der Medizin kommen sie zum Einsatz, im Maschinenbau, zur Visualisierung. All das gibt Querschnittstechnologien und Querschnittsgedanken in andere Branchen, und deswegen ist das nicht einfach nur ein Gedanke, dass wir hier die Zocker-Industrie, die Zocker-Leute hier ins Land holen, die dann in irgendwelchen LAN-Partys, wie wir das vielleicht noch aus den 90er- oder 2000-Jahren ja eher kennen hier, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) zelebrieren. Darum geht es gar nicht, sondern – David Wulff hat er sehr gut gesagt –, das gibt, es hat auch eine echte Chance und das hat auch eine Querschnittsaufgabe. Und ich will Ihnen eine Studie, beziehungsweise mehrere Studien sind das, die das, die auch diesen wirtschaftlichen Effekt noch mal untermauern, darstellen/darlegen, dass jeder Euro Förderung in diese Branche im Schnitt, auch wenn es natürlich auch Risiken gibt – das hast du ja auch sehr gut beschrieben –, mit 4,80 Euro an zusätzlichen Investitionen verbunden ist, 3,40 Euro zusätzliche Steuern und Sozialabgaben, 8,70 Euro an Bruttowertschöpfung. Und das ist natürlich die Motivation für Länder wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, hier eine separate Förderkulisse aufzumachen, und wenn es eben nur eine Startchance bringt. Und natürlich weiß ich, dass wir hier nicht Sony und Co hierherlocken werden und dass wir hier nicht GTA VI oder GTA VII an der Stelle entwickeln, auch nicht Minecraft und auch nicht Fortnite. Aber nichtsdestotrotz gibt es doch auch da drunter Entwicklungen, die man anschieben kann, und dafür ist dieser Antrag gedacht. Und ich würde mich freuen, selbst wenn Sie heute zu einer Ablehnung kommen, …
