Daniel Peters
Sehr geehrte Frau Präsidentin, was für eine Überleitung! Herzlichen Dank dafür, das passt ganz hervorragend. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der CDU) Und ja, Sie werden natürlich ein Stück weit überrascht sein, dass wir hier mit diesem Antrag aufwarten, der zum Ausdruck bringen soll, dass wir die Computerspielbranche nach Mecklenburg-Vorpommern holen wollen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Aha!) Und ja, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) da wird der eine oder andere sagen, (Zuruf von Tilo Gundlack, SPD) was soll das denn?! Aber ja, es gibt durchaus Spiele, die ich auch noch gerne spiele, auch mit meinem Sohn. Und das ist aber nicht der Grund dafür, dass sozusagen das Computerspielherz hier des Einzelnen geweckt werden soll und wir hier in Nostalgie schwelgen, was technische Geräte angeht, sondern es geht darum, dass wir über einen ernsthaften, wirklich, wirklich florierenden Wirtschaftsmarkt sprechen, einen Zukunftsmarkt. Und wenn Sie sich die Zahlen anschauen, dann werden Sie schnell überzeugt sein, dass man sich darum bemühen sollte. In den USA reden wir tatsächlich von 180 Milliarden US-Dollar Umsatz. In Deutschland sind es 10 Milliarden Euro, die mittlerweile damit generiert werden. Und was bedeutet das? Das bedeutet mittlerweile, dass man sogar die Filmbranche übertroffen hat. Und darüber hinaus geht es uns nicht nur darum, hier Umsätze zu generieren, was an sich für unser Bundesland schon sehr wichtig und gut ist – weil Sie kennen die wirtschaftliche Lage, wir wollen auch neue Wege beschreiten –, sondern es geht auch darum, kluge Köpfe und kreative Köpfe ins Land zu locken und auch im Land zu behalten, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Also auch Noobs!) denn dafür gibt es durchaus Hinweise, dass diese Branche genau dazu führt. Ich weiß, der eine oder andere mag darüber schmunzeln oder das lächerlich finden. Wenn Sie sich aber auch mit der Entwicklung, die damit im Zusammenhang stehen kann, beschäftigen – KI-Entwicklung, weitere Digitalisierung und auch vor allem die Sogwirkung anderer Branchen, die das anziehen kann –, dann sollte ich, lade ich Sie herzlich dazu ein, sich vertieft damit auseinanderzusetzen. Und diese Debatte über diese Branche wollen wir einfach in den Landtag einbringen. Und wir haben dazu einen ganz konkreten Antrag vorgebracht: Wir wollen erstens ein Landesförderprogramm etablieren, um zumindest 50 Prozent der Kosten vom Beginn der Konzeption bis dann zur Entwicklung eines Prototyps eines neuen Spiels beispielsweise zu unterstützen, wir wollen Gründungsstipendien etablieren, wir wollen aber auch ein Innovationszentrum schaffen. Nun können Sie sagen, das kostet doch Millionen, Wahnsinn! Aber lassen Sie uns doch darüber erst einmal nachdenken, ob wir nicht bestehende Strukturen vielleicht auch nutzen, um hier vor allem auch jungen Leuten eine Perspektive zu geben. Und ich hatte ja vorhin die Gelegenheit, mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden mit den Volontären der „Ostsee-Zeitung“ zu sprechen. Und ich glaube, dass man gerade auch mit Hinblick auf Wahlergebnisse, die wir hier alle konstatieren müssen, soweit, ich will das nicht weiter jetzt kommentieren, aber dass wir auch uns die Mühe machen sollten, vielleicht auch in die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen tiefer einzutauchen und auch zu sagen, ja, wir verstehen, und ja, das kann auch tatsächlich eine wirtschaftliche Chance für unser Bundesland sein. (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) Und da werden Sie sagen, was lässt der sich da irgendwas einfallen?! Dann schauen Sie doch bitte mal in andere Bundesländer und schauen Sie sich die Entwicklung an! Und da gibt es schon Landesregierungen, die das nicht nur ernst nehmen, sondern schon umgesetzt haben. Da gibt es Förderprogramme, die das ganz bewusst unterstützen, (Horst Förster, AfD: Aber ist denn das richtig?) weil sie wissen, das bindet kreative Köpfe. Das bindet vor allem auch Leute, die in der Lage sind, mit ihren Entwicklerideen, mit ihrem Know-how, mit ihrer Expertise tatsächlich auch wirtschaftlichen Schwung zu bringen. Das sind ja nun Länder wie Hamburg beispielsweise, aber auch Nordrhein-Westfalen, Bayern, wie immer vorneweg mit einer klugen Landesregierung, die das anschiebt. (Rainer Albrecht, SPD: Na ja, die einen sagen so, die anderen sagen so.) Und das wäre etwas, was wir uns wünschen können. Wir können uns auch vorstellen, die Zusammenarbeit mit unseren Hochschulen hier in diesem Zusammenhang nach vorne zu bringen, dass wir auch hier das Thema „IT/Digitalisierung“ und vieles mehr damit in Verbindung bringen. Und natürlich kostet das Geld. Deswegen haben wir gesagt, wir wollen im Landeshaushalt zunächst einmal 500.000 Euro etablieren und dann 1 Million Euro. (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) Muss gerade gegenüber den Volontären dann korrigieren, da habe ich noch von anderen Zahlen gesprochen, fällt mir gerade ein. Das werden die mir hoffentlich an der Stelle jetzt nachsehen, wenn sie die Debatte verfolgen. (Rainer Albrecht, SPD: Ja, ich glaub dir.) Also ich wünsche mir schlicht und ergreifend eine sachliche Debatte zu diesem Antrag, eine Beschäftigung, eine Auseinandersetzung mit der Branche. Und ich weiß, dass wir heute natürlich auch über Risiken …
