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David Wulff

fraktionslos 15.05.2025 Sitzungen 8/106

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Kompetenz im Bereich „Glücksspiel und Sucht“ dürfte Frau Becker-Hornickel hier in diesem Raum niemand abstreiten. Deswegen möchte ich auf diesen Teil auch gar nicht weiter eingehen. Kommen wir noch mal auf die technischen Aspekte, die auch hier in dem Antrag von SPD und LINKEN mit eingebracht wurden. Falls sich da noch mal jemand mehr austauschen möchte, gerne im Nachgang. Zum einen, machen Sie doch bitte alle mal Ihre Smartphones auf, iPhone oder Androidgerät Ihrer Wahl. Bei iOS gehen Sie einfach auf Einstellungen, Bildschirmzeit, aktivieren Sie die Beschränkungen. Das machen verantwortungsvolle Eltern, wenn sie ihren Kindern die Geräte in die Hand geben. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD, Julian Barlen, SPD, Sandy van Baal, fraktionslos, Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos, und René Domke, fraktionslos) Da stelle ich ein, ich lasse keine In-App-Käufe zu, ich lasse nur die Nutzung bestimmter Apps zu et cetera. (Zuruf von Thomas Krüger, SPD) Das mache ich als verantwortungsvolles Elternteil. Bei Android geht das ebenso, gehen Sie in die Play-App, klicken Sie auf das Profilbild und drücken Sie auf den Button „Familie“, (Martin Schmidt, AfD: Das verstehen die Sozis nicht.) und dort können Sie die entsprechenden Beschränkungen einnehmen. Das ist Selbstverantwortung an dieser Stelle, und der Staat ist hier nicht mein Erziehungsberechtigter (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD, Sandy van Baal, fraktionslos, Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos, und René Domke, fraktionslos) und nicht Erziehungsberechtigter meiner Tochter. (Zuruf von Christine Klingohr, SPD) Das kommt dann später. Und hier sind wir nämlich im Bereich „technische Kompetenz und Medienkompetenz“. Als Entwickler – ich weiß ja nicht, wie viele hier im Raum schon mal ein Spiel entwickelt haben oder mehrere Spieletitel entwickelt haben und diese auch vermarktet haben –, ich kann das für mich in Anspruch nehmen. Wenn ich heute – und viele beziehen sich ja hier auch gerade auf den Bereich Casual Games auf mobilen Endgeräten –, wenn ich eine App einreiche, muss ich ein sehr umfangreiches Prozedere durchlaufen, unter anderem nicht nur beim Bereich Datenschutz, sondern auch beim Thema Altersfreigabe. Ich muss einen großen Fragebogen ausfüllen, welche Sachen habe ich wie, wo drin. Und das ist immer ein Punkt mit dabei, „Simuliertes Glücksspiel“ – keins, schwach ausgeprägt, stark ausgeprägt. Sobald ich auch nur ansatzweise da in den Bereich „schwach“ komme, geht meine Altersfreigabe sofort hoch. Die kann ich dann hinterher auch gar nicht mehr ändern. Ich habe auch dann im Einreichungsprozess wiederum die Möglichkeit oder die Pflicht, wenn Lootboxen enthalten sind, muss ich als Entwickler das jetzt schon kennzeichnen – das ist da, ich komme da nicht drum rum, ob ich jetzt nun irgendwie eine Quiz-App oder eine Führerschein-App oder eine Lern-App, was auch immer mache oder ein Spiel –, ich muss sagen, ist da eine Lootbox drin oder muss ich nicht. Ich bin von den Anbietern Apple und Google, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) den Marktführern hier, bereits gezwungen dazu an der Stelle. Das heißt also, das, was Sie hier technisch fordern von den Anbietern, ist alles da. Wenn Sie jetzt zu der Auffassung kommen, da sind einige Spieleanbieter, die die Angaben fehlerhaft gemacht haben oder fälschlicherweise, dann ist das natürlich ein anderes Ding, dann kann man da vielleicht auch anders gegen vorgehen. Aber das hier so zu fordern, zeugt für mich eigentlich eher davon, dass man vielleicht nicht ganz ausgeschöpft hat oder durchgeguckt hat, was eigentlich momentan der Stand der Dinge ist. So, die letzten zehn Sekunden, Herr Barlen, Ihren Rant gegenüber, das große Geld und die große Abzocke gegenüber der Gaming-Industrie, halte ich für absolut daneben, denn das zeugt auch hier von großer Unkenntnis. Es sind einige wenige große Anbieter, die, ja, sehr viel Geld machen. Aber das, was tatsächlich dahintersteckt und wie viele Spieleentwickler überhaupt in die Gewinnzone kommen, davon haben Sie keine Vorstellung. – Danke sehr! Wir lehnen das ab. (Beifall Sandy van Baal, fraktionslos, Barbara Becker-Hornickel, fraktionslos, und René Domke, fraktionslos)

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