Horst Förster
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Abgeordnete! Ich habe natürlich nicht falsch zitiert. (Michael Noetzel, DIE LINKE: Sie haben unvollständig zitiert.) Ich lese die entsprechende Stelle aus der Rede des Bundespräsidenten vor: „... am 8. Mai 1945 wurden wir befreit. Auch heute, 80 Jahre später, gilt unser tiefer Dank den alliierten Soldaten und den europäischen Widerstandsbewegungen, die das NS-Regime unter Aufbietung aller Kräfte und mit vielen ... Opfern bezwungen haben. Das vergessen wir nicht!“ Es geht natürlich noch weiter, aber ich habe das Zitat auf diesen Bereich der Befreiung konzentriert. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Das haben Sie vorhin nicht zitiert.) Dann möchte ich Ihnen noch vorhalten auch vielleicht die Rede von Weizsäcker, (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Das hat er vorhin nicht zitiert.) und zwar den Absatz – auf den berufen sich ja viele, ich denke, zu Recht, aber man muss sie insgesamt lesen, und deshalb auch diesen Absatz –: „Der 8. Mai ist für uns Deutsche kein Tag zum Feiern. Die Menschen, die ihn bewusst erlebt haben, denken an ganz persönliche und damit ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Der eine kehrte heim, der andere wurde heimatlos. Dieser wurde befreit, für jenen begann die Gefangenschaft. Viele waren einfach nur dafür dankbar, dass Bombennächte und Angst vorüber und sie mit dem Leben davongekommen waren. Andere empfanden Schmerz über die vollständige Niederlage des eigenen Vaterlandes. Verbittert standen Deutsche vor zerrissenen Illusionen, dankbar andere Deutsche vor dem geschenkten neuen Anfang.“ Sie machen wie alle anderen hier den großen Fehler, diese unglaubliche Arroganz, mit der Sicht von heute wollen Sie bestimmen, wie die Menschen damals, was sie erlebt haben, wie sie fühlen mussten und was sie richtigerweise hätten fühlen müssen. (Zuruf von Daniel Seiffert, DIE LINKE) Sie sind nicht in der Lage, Sie haben nicht die Empathie, (Daniel Seiffert, DIE LINKE: So ein Blödsinn!) sich in die Menschen dieser Zeit zu versetzen. Vielleicht habe ich den Vorteil, dass ich noch ein Kind dieses Krieges bin, denn ich habe, so weiß ich von meiner Mutter, viele Nächte im Keller verbracht. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
