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Thomas de Jesus Fernandes

AfD 09.04.2025 Sitzungen 8/102

Sehr geehrte Damen und Herren! Wertes Präsidium! Manchmal zeigt sich Politik von ihrer besten Seite, wenn sie zuhört, nachjustiert und Verantwortung übernimmt. Und manchmal zeigt sie sich von ihrer schlechtesten, wenn sie reagiert, statt zu gestalten, wenn sie getrieben werden muss durch öffentlichen Druck, von empörten Eltern, von medialer Berichterstattung. Die Änderung des Sportfördergesetzes vereint diesmal beides, denn eins ist klar, diese Änderung ist richtig und notwendig, aber sie ist auch überfällig und bedurfte eines langen Prozesses. Was wurde konkret geändert? Künftig soll es eine klare gesetzliche Grundlage geben, damit die Landkreise den sogenannten Schul- und Internatslastenausgleich auch für das CJD Rostock zahlen können, so wie für alle anderen Eliteschulen hier in diesem Land. Das war lange Zeit rechtlich nicht abgesichert, das haben wir heute gehört. Die Folge: Eltern sollten plötzlich bis zu 500 Euro mehr zahlen pro Monat, und das, obwohl es sich um ein vom Land anerkanntes Sportinternat handelt. Der Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern hat die Lage treffend beschrieben: Man habe nun mit Mühe erreicht, dass die Elternbeiträge gedeckelt werden können auf 300 Euro inklusive Verpflegung, doch erst die öffentliche Debatte, erst der Druck von außen hat hier Bewegung in die Sache gebracht. Ich zitiere sinngemäß aus dem Schreiben des Landessportbunds: Die Regelung war längst überfällig. Eine rechtsfeste Grundlage musste her. Die Lösung kommt spät, aber sie kommt. Das ist ein Lob, aber auch ein Hinweis, meine Damen und Herren. Und was zeigt uns das? Dass man auch 2025 in Mecklenburg-Vorpommern offenbar erst Schlagzeilen braucht, um strukturelle Gerechtigkeit herzustellen, dass Eltern, die Spitzensport und Schule vereinen wollen, lange im Unklaren gelassen werden und dass Institutionen wie das CJD, die wichtige Arbeit für das Land leisten, am langen Arm der Bürokratie hängen. (Patrick Dahlemann, SPD: Quatsch!) Deshalb sagen wir heute deutlich, ja, dieser Gesetzentwurf ist richtig, ja, wir unterstützen ihn, aber wir erwarten mehr, denn das Sportfördergesetz hat mehr als nur eine Baustelle. Wo bleibt ein Sonderprogramm zur Sanierung von Sportstätten, und zwar unbürokratisch, planbar und zielgerichtet? Wie werden Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen vorangetrieben, um Talente früh zu erkennen und zu fördern? Wie sichern wir Trainerstellen, pädagogische Begleitung, sportmedizinische Betreuung nicht nur über Förderprojekte, sondern über feste Strukturen? Was ist mit einer echten Anerkennung für Leistung statt leerer Appelle? Wo bleibt der Breitensport? (Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) Der kleine Fußballverein in Waren, der Judoklub in Ludwigslust oder Schwimmnachwuchs in Neubrandenburg – alle kämpfen mit Personalmangel, mit Bürokratie, mit steigenden Kosten und alle kämpfen sie mit den dringend notwendigen Investitionen in Sanierung und Modernisierung. Sport ist eben mehr als Medaillen, Sport ist Nachwuchsleistungssport, Sport ist soziale Bindung, ist Gesundheitsprävention und ist auch Heimatgefühl, meine Damen und Herren. Und genau deshalb braucht unser Land eine Sportpolitik mit Weitblick, nicht nur Flickschusterei, nicht nur späte Reparatur, sondern Gestaltung. Meine Damen und Herren, der Gesetzentwurf heute ist ein Schritt in die richtige Richtung, ein kleiner Schritt nach großem Stillstand. Lassen Sie ihn nicht eine Ausnahme bleiben! Machen wir den Sport endlich zu dem, was er verdient: ein festes Fundament für unser Land, für Kinder, für Eltern und für die Vereine. Wir stimmen zu, sagen aber auch, da geht noch mehr. – Vielen Dank, meine Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

Alle Reden von Thomas de Jesus Fernandes Protokoll ↗