Henning Foerster
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich bedanke mich für die Wortmeldungen der Debatte. Ich will vorwegstellen, dass ich, anders als die Oppositionsfraktionen, nach wie vor davon überzeugt bin, dass wir Ihnen einen Antrag vorgelegt haben, der zumindest wichtige Anstöße für Verbesserungen im Kinder- und Jugendtourismus enthält. Und zwar allein schon deshalb, weil wir ihnen natürlich nicht im stillen Kämmerlein formuliert, sondern mit den bekannten Akteuren aus dem Segment des Kinder- und Jugendtourismus abgestimmt haben. Wenn ich manchmal so Redebeiträge höre, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) dann frage ich mich, wie bei Ihnen beispielsweise Anträge entstehen. Also bei uns ist es eigentlich Usus, dass wir mit den maßgeblichen Institutionen sprechen, dass die möglicherweise auch noch mehr Wünsche haben, insbesondere mit Blick auf finanzielle Aspekte. Da mache ich gar kein Geheimnis draus. Aber auf jeden Fall stehen wir in einem ständigen Dialog. Und ich habe zumindest wahrgenommen, dass man froh darüber ist, dass dieses Thema heute hier aufgerufen wird. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Und da Wiederholung bekanntlich die Mutter allen Behaltens ist, trage ich auch gern noch einmal kurz und prägnant vor, worum es uns geht. Es gab viel Kritik am ersten Punkt im Forderungsteil. Ich will noch mal sagen der Hintergrund, warum wir aufgeschrieben haben, dass der Informationsfluss zu den Unterstützungsmöglichkeiten aus dem Bildungs- und Teilhabepaket verbessert werden soll, war erstens, damit künftig weniger Kinder und Jugendliche auf die Teilnahme an Klassenfahrten verzichten müssen. Das wiederum haben wir aufgeschrieben, weil die Befragung ergeben hat, dass es erhebliche Informationsdefizite gibt, und dem wollen wir selbstverständlich begegnen. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Zweitens soll ein Dialog mit den Verkehrsgesellschaften des Landes initiiert werden, damit bezahlbare Möglichkeiten eröffnet werden können, die häufig an der Peripherie liegenden Einrichtungen auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ich hatte erläutert, was dafür der Hintergrund ist. In der Befragung wurde festgestellt, dass die meisten Klassenfahrten heute auf Charterbusse angewiesen sind. Und gerade diese Charterbusse machen mehr als 30 Prozent des Gesamtreisebudgets aus. Deswegen ist das ein wichtiger Punkt. Und was können wir machen? Wir verweisen ja hier auch nicht formal auf die laufende Mobilitätsoffensive, sondern wir sagen, Landesregierung, Wirtschaftsministerium an vorderster Front, setzt euch mit den Verkehrsunternehmen im Land zusammen und guckt, ob wir für diesen Bereich wenigstens zur Saison eine vernünftige Lösung anbieten können. Drittens ist gesagt worden, Klappern gehört zum Geschäft. Wir müssen die Angebote des Kinder- und Jugendtourismus besser vermarkten. Deswegen muss das Landesmarketing mit ins Boot geholt werden, damit diesem wichtigen Teilsegment des Tourismus künftig mehr Beachtung zukommt. (Rainer Albrecht, SPD: So ist das.) Viertens. Wir wollen dem Thema auch innerhalb des Tourismusverbandes wieder eine höhere Priorität verschaffen. Dabei geben wir ausdrücklich keine Formate vor. Ich habe aber gesagt, wir können uns vorstellen, beispielsweise einen Kinder- und Jugendtourismustag in regelmäßigen Abständen auszurichten. Warum? Damit sich die Akteure in diesem Bereich auf einem solchen miteinander vernetzen können. Fünftens appellieren wir an die kommunale Ebene, ihre Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Regelung von Ermäßigungstatbeständen für Kinder und Jugendliche auszuschöpfen. Das können die. Es gibt ja auch zahlreiche Kommunen, die sich Familien als familienfreundlich zertifizieren lassen haben. Das sollte sich dann auch widerspiegeln bei der Frage: Wie halten wir es mit dem Kinder- und Jugendtourismus ganz konkret zu diesem Thema? Und da müssen natürlich Gespräche zwischen der Landesebene, den kommunalen Spitzenverbänden und möglicherweise noch weiteren Playern, Bäderverband oder anderen, geführt werden. Sechstens erwarten wir von der Landesregierung, dass sie ernsthaft prüft, inwieweit beispielsweise der Investitionstitel für den Bereich des Kinder- und Jugendtourismus im Haushalt wiederbelebt werden kann. Dabei wissen wir natürlich, wie schwierig die Haushaltslage ist. Das ist ja auch korrekt von verschiedenen Rednerinnen und Rednern angesprochen worden. Ich kann aber nichts Falsches dabei finden, wenn wir sagen: Leute, guckt auch noch mal, gerade wegen der schwierigen Haushaltslage, ob wir nicht die Möglichkeit haben, auch Bundes- und EU-Fördermittel an den Start zu bringen.
