landtag-mv.de ↗

Daniel Seiffert

Die Linke 30.01.2025 Sitzungen 8/97

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Den Traum vom Eigenheim verwirklichen – Chancen ermöglichen“, in Ihrem Antrag sprechen Sie in der Regel von Wohneigentum. Ich gehe davon aus, dass Sie da auch Eigentumswohnungen … Sie haben das ja auch immer wieder angesprochen, aber in Ihrem Eingangsstatement sprechen Sie vom Eigenheim. Und das klassische Eigenheim, von dem man da in der Regel träumt, ist das sogenannte Einfamilienhaus, vielleicht auch ein Reihenhaus. Aber das ist das, was man ja in der Regel mit dem Eigenheim verbindet. (Zurufe von Patrick Dahlemann, SPD, und Torsten Renz, CDU) Und Sie haben ja auch sozusagen diesen Traum, diesen Anspruch, der so hochgehalten wird, und das ist ja auch nicht verwerflich, dass man sich, dass man gerne in einem Haus leben will. Das ist ja auch wunderbar. Ich bin selber in einem aufgewachsen und hatte das Glück, dass sozusagen meine Eltern damals noch in den 90er-Jahren da vergleichsweise günstig im Vergleich zu den Preisen von heute ein Reihenhaus erwerben konnten, und bin dort aufgewachsen. Aber da habe ich auch gelernt, was das heißt, so ein Haus zu haben, und auch, wenn das, sage ich mal, normalverdienende Menschen halten müssen. Weil wenn man ein Haus hat, heißt das ja nicht, man muss nichts mehr zahlen, also abgesehen von Krediten, sondern man hat ja auch noch das, was ansonsten, wofür Vermieter zuständig sind, nämlich für die Instandhaltung. Je nachdem, wie alt das Haus ist, muss alle 20/30/40 Jahre das Dach gemacht werden. Wir haben das Thema Fenster, wir haben das Thema Türen, (Zuruf von David Wulff, FDP) und ganz heißes Thema, worüber wir geredet haben, Heizungssystem zum Beispiel, das nach 20 Jahren jetzt auch bei vielen fällig war. Insofern ist diese Geschichte mit dem, die sichere Altersversorgung, gerade für diejenigen, die das jetzt damals so angenommen hatten, hatten wir genau dieses Thema hier im Land, was das für Leute bedeutet, die in den 90er-Jahren ihr Häuschen gekauft haben, ihre Heizung erneuert haben und dann jetzt im Rentenalter diese erneuern mussten. Also da kann man sich auch ganz schnell verkalkulieren, (Zuruf von Martin Schmidt, AfD) wenn man das nicht mitdenkt, ne. Ich möchte bloß auf solche Fallstricke, die das Eigenheim auch haben kann, hinweisen. Was ich auch erlebe, und das ist eher so aus dem Verwandtschafts- und Bekanntschaftskreis, junge Leute, die natürlich auch diesen Traum haben, was ja an sich nicht verwerflich ist, aber sie haben nicht nur den einen Traum des Eigenheims, sondern sie haben auch den Traum, man muss ein dickes Auto haben, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Waschmaschine, haben wir gehört auch.) und man hat auch den Traum, man muss auch noch ganz viel verreisen. Und natürlich will man auch noch Kinder und so weiter und so fort. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Und das ist nicht okay?) Das Problem dabei ist, dass das in der Regel nicht realistisch ist mit den Einkommen, die ein normalsterblicher Mensch (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) machen kann. (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) Insofern gucken wir uns doch die Leute an, die dann ihr Eigenheim haben. In der Regel verzichten sie dann auf bestimmte andere Dinge, reisen nicht so viel, weil so ein Haus und Garten muss ja auch gepflegt werden. Das ist, das ist vollkommen in Ordnung. Das ist ja auch, ne, (Zuruf von Torsten Renz, CDU) also wie man, wo man sein, es geht ja um, das geht … (Zuruf von Horst Förster, AfD) Ja, das finde ich doch auch absolut richtig. Ich möchte bloß darauf hinweisen, dass, (Zurufe von Rainer Albrecht, SPD, und Horst Förster, AfD) dass gerade bei jungen Menschen so ein falscher Eindruck erweckt wird, (Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) man könne alles haben. Sondern in der Regel läuft es ja darauf hinaus, (Unruhe bei Thomas de Jesus Fernandes, AfD – Glocke der Vizepräsidentin) dass man sich für etwas entscheiden muss, so, und dass das eben nicht einfach Haus, ne, … Kennen Sie noch diese, ich weiß nicht, ich habe noch diese Werbung im Kopf: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein Pferd“ (Thore Stein, AfD: Mir fehlt nur das Boot. – Zuruf von Thomas de Jesus Fernandes, AfD) und so weiter und so fort. So, ne, aber das hat ja, da hat ja die Werbung falsche Erwartungen geweckt. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Und dann sehen die Leute, oh, die reisen, und dann … Und ich möchte ja bloß davor warnen, dass dieser Traum, (allgemeine Unruhe – Glocke der Vizepräsidentin) den man durchaus leben kann, immer mitbedenken muss, dass das eben auch seine Grenzen hat. (Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Insofern … (allgemeine Unruhe – Torsten Renz, CDU: Rainer, du hast doch aber auch Haus und Hof, oder was?! – Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Ja, das ist wirklich sehr unruhig, ne?!

Alle Reden von Daniel Seiffert Protokoll ↗