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Jeannine Rösler

Die Linke 29.01.2025 Sitzungen 8/96

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Meine Kollegin Heidi Reichinnek aus dem Bundestag (Torsten Renz, CDU: Wer?) hat in Bezug auf die ewigen Gender-Anträge gesagt, (Torsten Renz, CDU: Gehört die zu den Silberlocken? – Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der AfD und CDU) und wieder trifft sich die Selbsthilfegruppe „Wegen der AfD zwanghaft übers Gendern reden müssen“. Ich könnte auch sagen, stellen Sie sich vor, wir hätten uns heute hier getroffen, um zu diskutieren, ob wir das Rad nicht wieder viereckig machen. Und genauso verhält es sich mit diesem Antrag der AfD. Die AfD fordert nichts weniger als die sprachliche Steinzeit für unsere Schulen. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD – Horst Förster, AfD: Oh Gott! – Zurufe von Stephan J. Reuken, AfD, Martin Schmidt, AfD, und Paul-Joachim Timm, AfD) Sprache ist kein starres Regelwerk. Sie lebt, sie entwickelt sich, sie passt sich an. (Horst Förster, AfD: Das ist genau das Gegenteil von Gendern, was Sie da erzählen.) Und genau hier zeigt sich das eigentliche Problem der AfD: Sie hat Angst vor Wandel, Angst vor Vielfalt, Angst davor, dass unsere Gesellschaft weiter und offener wird. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Enrico Schult, AfD: Wir haben vor gar nichts Angst.) Die AfD will nicht nur die Schrift, sondern auch das gesprochene Wort kontrollieren. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Sie will alles kontrollieren.) Heißt das, eine Lehrkraft, die mitten im Unterricht von „Schüler/-innen“ spricht, (Horst Förster, AfD: Wer gibt denn den Leitfaden raus?) muss dann eine Abmahnung fürchten? (Zuruf von Horst Förster, AfD) Oder wird der Unterricht in Zukunft von Sprachkontrolleur/-innen überwacht? Das ist einfach absurd und zeigt, dass die AfD nichts, aber auch rein gar nichts vom Bildungsalltag versteht. Man könnte meinen, die AfD hätte ein neues Hobby entdeckt, Antragstellungen ohne Anlass, denn wir haben hier ein echtes Déjà-vu. Das Ministerium hat längst klargestellt, dass an allen öffentlichen und privaten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern die amtlichen Rechtschreibregeln gelten, (Zuruf von Horst Förster, AfD) schwarz auf weiß, amtlich bestätigt, versandt am 12. Januar 2024. Ebenso absurd ist der Vorschlag, dass Lehrbücher, die nicht dem Regelwerk entsprechen, nicht zugelassen werden sollen. (Petra Federau, AfD: Was?) Sie wollen in eine Zeit zurück, in der zentrale Behörden entscheiden, welche Bücher in unseren Schulen gelesen werden dürfen. (Petra Federau, AfD: Ja, logisch. – Zuruf von Enrico Schult, AfD) Das ist nicht überraschend, haben Sie doch eine gewisse Affinität zu autoritären Systemen (Enrico Schult, AfD: Das ist doch nicht Ihr Ernst?!) und überhaupt Probleme (Petra Federau, AfD: Ganz ehrlich!) mit unserem demokratischen Bildungsverständnis. (Zuruf von Enrico Schult, AfD) Bildung, meine Damen und Herren, muss frei und offen sein, nicht zensiert und bevormundet. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Horst Förster, AfD) Lehrkräfte wissen am besten, welche Materialien sie für einen modernen inklusiven Unterricht benötigen. Übrigens dürfen unsere Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ihre Schulbücher selbst auswählen, und das ganz ohne Genehmigung durch das Bildungsministerium. (Enrico Schult, AfD: Ah, genau, da wollen Sie ja ran. – Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Ach so was!) Also hören Sie auf, hier Schreckensszenarien über angebliche Sprachverirrungen zu verbreiten! (Petra Federau, AfD: Die gibt es reihenweise.) Warum dieser Antrag? Ganz klar, es geht um einen verzweifelten Versuch, die Gendergeister zu vertreiben, (Enrico Schult, AfD: Die sind schon ganz weit hinten durch. Die kriegen Sie auch nicht mehr eingefangen.) die nachweislich nur in Ihren eigenen Köpfen spuken. (Petra Federau, AfD: Fragen Sie doch mal die Eltern!) Ein weiteres erschreckendes Detail des Antrags ist die Forderung, dass Lehrkräfte durch Fortbildungen auf das korrekte Sprechen und Schreiben ohne Gendern geschult werden sollen. Sie wollen Lehrkräfte zu Sprachwächtern machen. Wie entlarvend! Und Sie ignorieren, ja, lehnen wissenschaftliche Studien ab, die Ihre Denke klar widerlegen. Nun ja, mit Wissenschaft, wissen wir ja, haben Sie es nicht so. Sie bekämpfen offen die Freiheit von Lehre und Forschung, wie es der AfD-Parteitag zeigte. (Heiterkeit bei Horst Förster, AfD) Der Rausschmiss von Professoren ist für die AfD Programm. (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) Meine Damen und Herren, dieser Genderantrag ist nichts weiter als eine Phantomdebatte, ein reines Wahlkampfgetöse. (Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE: Kalter Kaffee von vorgestern. – Zuruf von Petra Federau, AfD) Der „Tagesspiegel“ hatte, der „Tagesspiegel“ hatte mal festgestellt, dass der Genderbegriff inzwischen am meisten von der AfD genutzt wird. Keine Partei beschäftigt sich so viel und so oft mit Gender wie die AfD. (Heiterkeit bei Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Wir, meine Damen und Herren, stehen für eine Politik, die sich an der Realität orientiert und nicht an Verbotsfantasien einer Partei, die Menschen ausgrenzt. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD)

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