Julian Barlen
Meine Damen und Herren, gerade in dieser Woche müssen wir uns doch vor Augen halten, unser Rechtsrahmen in Deutschland, unsere menschliche Verantwortung fußt nicht zuletzt auf der zweiten großen Chance, die wir als Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Holocaust bekommen haben, als jede Menschlichkeit verloren war, als die Deutschen millionenfachen Mord an Menschen geplant und begangen haben. Und übrigens, das waren Nationalsozialisten, die Deutsche umgebracht haben, weil sie ihnen nicht „deutsch“ genug waren. Das kommt einem doch bei der Debatte über Remigration irgendwie bekannt vor, oder?! (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Nee.) Diese Woche ... (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Das hat überhaupt nichts damit zu tun.) Deutsche, die nicht deutsch genug waren. Da hören Sie Ihren Kameraden mal zu, (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) um was es beim Thema Migration geht! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Zuruf von Horst Förster, AfD) Diese Woche, diese Woche am Montag haben wir den 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz begangen. Die inzwischen berühmte Margot Friedländer hat in Auschwitz ihren, da ist ihr jüngerer Bruder gestorben und da hat sie ihre Mutter verloren, sie selber hat Theresienstadt nur durch Glück überlebt. Und Margot Friedländer hat eine zentrale Botschaft für die nachfolgenden Generationen: „Menschen müssen respektiert werden, denn ich sage immer, wir sind alle gleich.“ (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Außer wir.) „Seid Menschen! Respektiert Menschen!“ Und das leitet mich über zu meiner dritten Aussage, und die ist gerichtet an die CDU: Wir erleben gerade die Kernschmelze der Wertebasis von CDU und CSU. Es ist, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Harry Glawe, CDU) es ist inakzeptabel, (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) es ist inakzeptabel (Sebastian Ehlers, CDU: Scheindebatten! Alles Scheindebatten! – Zuruf von Daniel Peters, CDU) und ein Demokratieverrat, die Brandmauer zum Rechtsextremismus aus parteitaktischem Kalkül einzureißen. (Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU – Glocke der Präsidentin) Auch CDU-Kreistagspräsidenten habe ich am 80. Jahrestag Montag gehört. „Nie wieder!“, haben sie gesagt, (Sebastian Ehlers, CDU: Jawoll!) nie wieder darf von unserem Land Krieg und Vernichtung ausgehen. Und dennoch zeigt Herr Merz eine, Zitat, „völlige Gleichgültigkeit“, ob oder ob nicht er nun Macht mit der AfD in Deutschland ausüben möchte, eine Partei, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Wie können Sie das nur zusammenreden?!) eine Partei, an deren Spitze offen eine 180-Grad-Wende (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Widerlich!) in der Erinnerungskultur gefordert wird, (Glocke der Präsidentin) eine Partei, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Widerlich! Wie Sie den Nationalsozialismus verharmlosen, ist erbärmlich!) in der das Holocaustmemorial verunglimpft ... (Unruhe vonseiten der Fraktion der CDU – Zuruf von Daniel Peters, CDU)
