Jacqueline Bernhardt
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin! Sehr geehrte Frau Federau! In Vertretung der Bildungsministerin darf ich dazu ausführen, dass das Bildungsministerium Kenntnis von den Übergriffen von zwei Kindern gegenüber allen anderen Kindern hat. Die Vorfälle, die zwei, die Sie auch dargestellt haben, ereigneten sich einmal im Schulgebäude außerhalb der Unterrichtszeit und ein anderes Mal im Hort. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurden in Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt und der Schule schulpsychologische Untersuchungsmaßnahmen eingeleitet. Aus Sicht der Bildungsministerin kommt die Schule ihrer Pflicht der Fürsorge und Aufsicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern sowie der transparenten Kommunikation der Eltern nach. Ich würde das einmal konkret ausführen. Was war konkret vorgefallen? Die Schulleiterin der Grundschule Crivitz erhielt am Morgen des 06.11. Kenntnis von Übergriffen von zwei Kindern gegen ein anderes im Hort in Crivitz durch die persönliche Information von zwei Vätern. Die Schulleiterin meldete dieses an den zentralen Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern. Wie gesagt, die schulpsychologischen Unterstützungsmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet. Am Freitag, dem 08.11. erhielt dann die Schulleiterin Kenntnis von Übergriffen von zwei Kindern gegen ein anderes in ihrer Schule im Rahmen einer außerschulischen Veranstaltung, welche am Donnerstag, den 07.11. nachmittags im Schulgebäude stattfand. Die außerschulische Veranstaltung „Sicherheitstraining, Prävention gegen Missbrauch und Mobbing“ wird seit vielen Jahren dort erfolgreich durchgeführt. In Abstimmung und Festlegung von Sofortmaßnahmen zwischen Schulleitung und unterer sowie oberster Schulaufsicht sind dies folgende: Erstens wurde die Aufsicht verstärkt. Zweitens wurden die schulpsychologischen Unterstützungsmaßnahmen für alle Schülerinnen und Schüler eingeleitet. Besonders wurde die Mutter und das Opferkind durch die Schulpsychologin begleitet. Am gleichen Tag noch erfolgte ein Versand von einem Elternschreiben. Auch dort wurden schulpsychologische Unterstützungsmaßnahmen angekündigt, und wenn diese in Anspruch genommen werden sollten, sollte das erfolgen. Die Schulleitung zeigte sich für Gespräche jederzeit bereit, und es wird alles Erforderliche getan, um die Kinder bestmöglich zu unterstützen. Das war der Inhalt des Elternschreibens. Es erfolgten weiterhin Gespräche der Schulleitung mit den betroffenen Eltern beziehungsweise den Sorgeberechtigten. Am Dienstag, dem 12. November, erfolgte dann die Elternversammlung, die Sie auch angeführt haben, für die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 3 unter Teilnahme des Schulrates und der Bürgermeisterin, auch hier eine transparente Information über die Ereignisse und weitere präventive Maßnahmen. Am Donnerstag, dem 14.11. erfolgte dann die zweite Elternversammlung des Hortes zu den Vorkommnissen im Rahmen der Hortbetreuung, auch hier die Teilnahme der Schulleitung der Grundschule Crivitz. Ein sensibler Umgang hat für alle Beteiligten oberste Priorität, genauso wie der Schutz der Kinder. Die Kenntnis von polizeilichen Anzeigen besteht nicht. Das ist nicht bekannt, ob Anzeigen gestellt wurden. Ein Antrag auf Schulwechsel wird derzeit durch den zuständigen Schulträger geprüft, und die Schule wird engmaschig durch die untere Schulaufsicht begleitet. Alle Seiten bemühen sich, dass solche Vorfälle nicht weiter auftreten, nicht mehr auftreten, und die Schulleiterin steht natürlich allen Eltern weiterhin für Gespräche zur Verfügung.
