Sandy van Baal
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir stehen bei diesem Thema vor einer generationsübergreifenden Aufgabe, die Zukunft unserer Wälder zu sichern – da sind wir uns auch alle einig – als Lebensraum, als Wirtschaftsfaktor, als Klimapuffer und vor allem auch als Erholungsort. Die aktuellen Ergebnisse der Bundeswaldinventur zeigen – wurde hier auch schon erwähnt –, dass Trockenheit, Hitzewellen und Schädlingsbefall in unseren Wäldern insbesondere der Fichte erheblich zusetzen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Holz als nachwachsender Rohstoff, und das besonders im Zuge der Energiewende. Um die Widerstandsfähigkeit unserer Wälder gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen, müssen wir auf trockenresistente Baumarten setzen, das wurde hier auch schon erwähnt. Hierzu gehören neben der Kiefer auch Arten wie die Douglasie und Robinie. Und in diesem Zusammenhang begrüßen wir – das erwähnte Frau Schlupp ja auch schon –, dass die Novellierung des Bundeswaldgesetzes nicht weiterverfolgt wird. Das hat nämlich einen Grund: Diese Novellierung hätte mit seinen Einschränkungen nämlich den notwendigen Waldumbau behindert. (Beifall René Domke, FDP) Statt staatlicher Einmischung brauchen die Waldbesitzer Flexibilität, um auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren zu können. Unsere Wälder sind vielfältig, aber auch sehr verletzlich. Rund 25 Prozent der Landesfläche, wurde hier auch schon gesagt, sind bewaldet – ein Schatz, ein wahrer Schatz natürlich, den es zu bewahren gilt. Die Herausforderungen sind groß. Die Bundeswaldinventur zeigt, dass unsere Wälder zwar an Strukturvielfalt gewinnen, aber an Widerstandsfähigkeit gegenüber den Klimaveränderungen noch zulegen müssen. Dies erreichen wir durch mehr Mischwälder, das wurde auch schon erwähnt, die aus anpassungsfähigen Laubbäumen wie der Eiche oder eben auch der Robinie, die als Leguminosen sogar Luftstickstoff binden können und somit zur Bodenverbesserung beitragen, bestehen. Zudem benötigen wir nachhaltige Bewirtschaftung. Der Wald muss sowohl als Wirtschaftsressource als auch als Ökosystem geschützt werden. Ich denke, beides zusammen ist durchaus möglich. Holz darf dann nur geerntet werden, wenn gleichzeitig genug neues heranwächst. Um diesen Waldumbau voranzutreiben, brauchen unsere Förster und Waldbesitzer Investitionen in Forschung und Beratung, die ihnen innovative und praktische Unterstützung bieten. Das wird Sie nicht überraschen, wir als FDP setzen auch in dem Bereich auf Eigenverantwortung, Innovation und Nachhaltigkeit. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Wir möchten Waldbesitzer stärken und nicht mit Bürokratie überlasten. Daher – das ist ein Vorschlag – sollten wir mal schauen, was es für bestehende Förderprogramme gibt, und die auch vereinfachen – da kommt von uns noch was im Januar zu – und klimaangepasste Aufforstung prinzipiell unterstützen, private Investitionen im Waldsektor durch Steueranreize erleichtern und die Kooperation mit Wissenschaft und Technologie vor allem fördern. Das wird völlig immer unterschätzt. Und das entwickelt dann auch neue Lösungen. Mecklenburg-Vorpommern hat die Chance – davon bin ich überzeugt –, Vorreiter für klimaangepasste Wälder zu werden. Wir brauchen Mut, Weitsicht und Willen, um diese Veränderungen voranzutreiben. Herr Minister Backhaus, als FDP stehen wir bereit, diesen Weg wirklich aktiv zu gestalten im Sinne von Natur, (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Mit allen Ihren zehn Wählern.) Wirtschaft und zukünftigen Generationen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
