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Katy Hoffmeister

CDU 11.12.2024 Sitzungen 8/93

Ich kann Ihre Frage grundsätzlich verstehen, ich hoffe aber, Sie sind trotzdem mit mir einer Meinung, dass es nicht reicht, dass man das Gymnasium abgeschlossen hat und damit die Fachlichkeit erlangt hat, um als Gymnasiallehrer tätig zu werden. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Torsten Renz, CDU: So ist es.) Das haben Sie nämlich gerade suggeriert. (Zuruf von Torsten Renz, CDU) Ich gehe mal davon aus, dass auch Sie nicht an der Fachlichkeit zweifeln wollen und jedenfalls ein höheres Niveau erwarten als das eines Durchschnittsgymnasiasten als Studenten, weil ich glaube, es geht um viel mehr. Ich möchte, und deswegen habe ich auch die Universitäten natürlich im Blick, und nicht mit Blick auf das Lehramt, sondern, wenn ich einen Studenten am Ende ins Studium bekomme, dann möchte ich davon ausgehen können, dass der Lehrer, der ihn ausgebildet hat, fachlich so hoch qualifiziert hat, dass er einsteigen kann auf das Niveau des Faches, das er jeweils studieren möchte. Und das sehe ich, ehrlich gesagt, nicht, wenn wir auf dem Niveau eines Gymnasialschülers bleiben würden, was die Fachlichkeit anbelangt. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU) Und deswegen will ich auch differenzieren zwischen dem Regionalschullehrer und dem Gymnasiallehrer, weil ich von dem erwarte, dass er also der Beste ist, der unsere Schüler ausbildet, auf dem besten Niveau eines Gymnasialschullehrers und nicht zwingend gleichzusetzen ist mit dem des Regionalschullehrers. (Beifall Sabine Enseleit, CDU – Zuruf von Jeannine Rösler, DIE LINKE) Also ich schließe noch mal an, also mir geht es tatsächlich jetzt darum, zu sagen, dass man diese Flexibilität – aus meiner Sicht jedenfalls – nicht erwarten kann. (Unruhe bei Torsten Renz, CDU, und Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und man kann nicht erwarten, dass jemand, der heute Regionalschullehrer ist, morgen am Gymnasium tätig ist und umgekehrt. Das stresst also überhaupt keine Lehrkraft, Fragezeichen? Die dafür bereits breit gefächerten pädagogischen Kenntnisse, gepaart mit unterschiedlichen Fachniveaus werden natürlich in dem fachlich abgespeckten Studium so fest vermittelt, dass die Lehrkräfte nicht wie bisher in Teilzeit wechseln. Wirklich, meine Damen und Herren?! Und der hohe Krankenstand lässt sich dadurch reduzieren, weil jetzt der Kollege sowohl im Einsatz dort und auch dort jeweils ein Notfallstöpsel sein kann?! Und das soll ressourcenschonend sein?! Das glauben Sie doch selber nicht, meine Damen und Herren! (Enrico Schult, AfD: Richtig!) Gleichzeitig purzelt der Einheitslehrer sowieso nur 2030 frühestens überhaupt aus dem System. Eine akute Lösung der Probleme ist es also nicht. Bestenfalls ist es also eine mittelfristige Strategie zur Lösung des Lehrermangels. Schlechtestenfalls – und so sehen wir das – ist das der fehlende Schritt, und der fehlende Schritt führt in den Bildungsabgrund. Was hier vor uns liegt, ist keine Verbesserung der Lehrkräfteausbildung, es wird nämlich nicht in die Qualität investiert. Niemand wird zusätzlich dadurch motiviert werden, auf Lehramt in Mecklenburg-Vorpommern zu studieren. Vielmehr wird versucht, krampfhaft die Abbrecherquote zu reduzieren, ohne wirklich vorher in die Person des Lehrers zu investieren und herauszufinden, ob der Student eine wirkliche Lehrerpersönlichkeit ist, und dies unter Schaffung der Möglichkeiten, die Lehrkraft dort einzusetzen, wo das System sie am meisten braucht. Was theoretisch klingt, ist aber eine Rechnung ohne den Menschen, meine Damen und Herren. Wer will sich schon zukünftig vor das Loch schieben lassen, nämlich da, wo es am größten ist, wohl wissend, dass er eine Mangelverwaltung sein wird. Für mich ist das sogar eine fehlende Wertschätzung gegenüber den Lehrkräften, meine Damen und Herren. Mit der CDU zusammen wurde in Greifswald ein attraktiver Grundschullehramtsstudiengang geschaffen. (Zuruf von Andreas Butzki, SPD) Dieser wird von allen Seiten hoch und runter gelobt, besonders die frühe Praxiseinbindung von Anfang an. Und anstatt sich erfolgreich in Mecklenburg-Vorpommerns laufendem Lehramtsstudiengang, diesen als Blaupause zu nehmen, wird GEW-hörig eine komplett andere Idee für Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt. Und abschließend möchte ich noch mal auf den Hinweis der CDU zurückkommen, Sie wissen es, das mit der Einführung des Einheitslehrers. Und mit der Einführung des beliebten einsetzbaren universellen Lehrers unter Inkaufnahme des Verlustes der wissenschaftlichen Vorbereitung auf das Studium werden unsere Kinder dann schlechter auf ein universitäres Studium vorbereitet werden. (Torsten Renz, CDU: Richtig!) Und die Bundesländer, die Sie immer heranziehen, sehr geehrte Frau Ministerin, sind Berlin, Bremen und Hamburg: Berlin bei der Schulqualität auf Platz 15, (Heiterkeit bei Horst Förster, AfD) Bremen Platz 16. Ist das Hinten jetzt Vorne, meine Damen und Herren? Und dann Hamburg: Hamburg hat ein ganz anderes Modell, gemeinsam zum Bachelor und eine Differenzierung im Master. Das ist doch überhaupt nicht vergleichbar mit dem, was Sie hier vorschlagen. Und deshalb appelliere ich an Sie: Hören Sie doch auf die Erfahrungen anderer Bundesländer und setzen Sie nicht ein neues Projekt auf, was die Probleme, die wir haben, nicht lösen kann! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU) Lassen Sie die Finger weg von dem grundsätzlichen Ansatz der Differenzierung des Studiums! Meine sehr geehrten Damen und Herren, eigentlich halten wir eine Überweisung in den Ausschuss für überflüssig. Wir würden den Entwurf glatt ablehnen. Aber natürlich sind wir gerne daran interessiert, was die Experten uns in diesem Hause sagen werden. Deshalb werden wir der Überweisung zustimmen. – Ich danke Ihnen herzlich. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU – Die Abgeordnete Katy Hoffmeister wendet sich an das Präsidium.)

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