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Beate Schlupp

CDU 14.11.2024 Sitzungen 8/91

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, ich war überrascht, dass ein Wolfsantrag der Koalition den Landtag erreicht. Nach dem Lesen war ich allerdings ernüchtert und hätte mir gewünscht, Sie hätten uns diesen Antrag erspart. Ich will meine Einschätzung auch gern begründen. Meine Enttäuschung beginnt im Feststellungsteil. Punkt 1: „Auf EU-Ebene wurden die ersten Weichen für die Absenkung des Schutzstatus des Wolfes von ‚streng geschützt‘ auf ‚geschützt‘ gestellt.“ Ich kann nur feststellen, dass, nachdem eine Berichterstattung medial erfolgt ist und im zuständigen Ausschuss durch den Minister berichtet wurde, ist diese Feststellung so entbehrlich wie die Feststellung, dass es in Mecklenburg-Vorpommern Wölfe gibt. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und René Domke, FDP) Zu Punkt 2. Zu lesen ist: „Mit einer tatsächlichen Änderung des Schutzstatus wird durch eine Anpassung der Berner Konvention nach internationalem Artenschutzrecht ein anderes Management des Wolfes möglich.“ Ja, ich frage Sie, worüber haben wir denn in den letzten Jahren geredet?! Diese Feststellung ist genauso entbehrlich. (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und René Domke, FDP) Dann kommen wir zu Punkt 3, der gefällt mir besonders: „Zusätzlich zur Änderung der Berner Konvention muss auch im Bund der günstige Erhaltungszustand des Wolfes in der kontinentalen Region festgestellt werden, um das Wolfsmanagement in Mecklenburg-Vorpommern anzupassen.“ Richtigerweise festzustellen wäre aber, im Bund hätte schon lange festgestellt werden müssen, dass der Wolf in der kontinentalen Region einen günstigen Erhaltungszustand hat. Nein, die Bundesregierung hat gemeldet, er wäre in einem schlechten Zustand. „4. Ein wirksamer und angepasster Herdenschutz hat auch weiterhin oberste Priorität.“ Richtigerweise wäre festzustellen, oberste Priorität muss die Reduzierung des Wolfsbestandes haben. Nachdem Wölfe mittlerweile auch in Ställe eindringen, zuletzt geschehen vor circa 14 Tagen, stellt sich doch die Frage, was in Sachen Prävention den Tierhaltern noch aufgegeben werden und was es bringen soll. Zu Punkt 5: „Die finanzielle und personelle Ausstattung des Wolfsmanagements und des Wolfsmonitorings in Mecklenburg-Vorpommern ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für erfolgreiche Präventionsmaßnahmen sowie faktenbasierte und rechtssichere Entnahmeentscheidungen.“ Hier verweise ich auf meine Aussagen zu Punkt 4. Und dann Punkt 6: „Wölfe sind fester Bestandteil der natürlichen Umwelt und insbesondere die Konflikte zwischen Wölfen und Weidetierhaltern müssen durch Aufklärung, Prävention und gezieltes Wolfsmanagement weiter minimiert werden.“ Weiter minimiert werden! Wenn Sie feststellen wollen, dass Konflikte zwischen Wölfen und Tierhaltern weiter minimiert werden sollen, bedeutet das doch, dass bisher bereits eine Minimierung stattgefunden hat. Das Gegenteil ist doch der Fall. Was muss denn noch passieren, damit Sie einräumen, dass eine Minimierung der Konflikte nicht gegeben ist?! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU) Die Vernichtung der Tierbestände? Und dann Punkt 7: „Aufgrund der Ausrottung der Wölfe vor gut 100 Jahren weiß ein Großteil der Bevölkerung nicht viel über die Lebens- und Verhaltensweise der Wölfe.“ Die insbesondere selbsternannten Fachleute doch wohl auch nicht, da sie sowohl mit den Prognosen zur Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wölfe als auch zum Verhalten dieser scheuen Tiere durchaus an der Realität vorbei prognostiziert haben. An dieser Stelle mache ich einen Break. Ich hätte natürlich gerne weiter ausgeführt, aber mein geschätzter Kollege Thomas Diener soll nicht des Vergnügens beraubt werden, sich auch noch mit Ihrem Antrag auseinanderzusetzen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der CDU und René Domke, FDP – Zuruf von Andreas Butzki, SPD)

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