Paul-Joachim Timm
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Präsidentin, Hohes Haus, ich habe mir in der Erwiderung noch ein paar Sachen aufgeschrieben. Zunächst mal kann ich die Kritik von Frau Wegner und Herrn Foerster nicht verstehen, dass wir Verbandsforderungen übernehmen. Ja, natürlich tun wir das! Wir hören den Verbänden zu, und gerade der Bäderverband ist der Verband, der an der Speerspitze unseres Tourismus steht, weil da liegt der Fokus unserer Urlauber drauf, da gehts nämlich hin. Das sind die Topdestinationen, die immer angelaufen werden. Das ist doch völlig klar, dass wir uns mit denen ins Benehmen setzen und mit denen reden. Und da kommen viele Sachen zutage, die heute auch noch gar nicht angesprochen worden sind, beispielsweise die überbordende Bürokratie. Die CDU hat es ja letztens aufgemacht, was das für ein Prozedere ist, da einfach mal die Strandkörbe am Strand länger stehen lassen zu dürfen. Das sind alles Sachen, das versteht ja kein normal denkender Mensch. Im Bäderverband unterhielt ich mich, wenn ich mehr drüber nachdenke, was zu tun ist, um einfach mal ein profanes Strandfeuer am Strand zu haben bei einer Musikveranstaltung, um es den Leuten da ein bisschen heimelig zu machen, was das für ein bürokratischer Aufwand ist. Und das sind Sachen, die erfahren Sie nur, wenn Sie mit den Leuten wirklich ins Gespräch gehen. Und das kann ich Ihnen nur empfehlen. Und, Frau Wegner, da lassen wir natürlich niemanden links liegen. Also letzte Woche war ich in Rostock zur Cruise-Net-Konferenz. Ja, das erste Mal war ich da auf einem Kreuzfahrtschiff, auch touristisch natürlich zu bewerten, das ist schon eine Nummer, wenn man sich das mal anguckt, wozu Menschen eigentlich fähig sind, so etwas zu errichten, aber natürlich müssen wir das bewerten. Und wenn wir sehen, was ein Kreuzfahrtschiff für Mecklenburg-Vorpommern bedeuten kann für den Tourismus, na ja, da fällt das eher ein bisschen mau aus, ne? Die kommen hierher, die bunkern ihr Zeug, die fahren wieder weg. Und wir haben da viel mehr Probleme, erst mal zu bewerten, als wir tatsächlich Vorteile haben. (Rainer Albrecht, SPD: Na, da haben Sie ja nicht richtig zugehört! – Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Genau das Gleiche! Auch da haben Sie nicht richtig zugehört.) Wenn es jetzt – und ich weiß gar nicht, wer das ansprach, genau – Sie sagten, die Gastzufriedenheit stagniert, ich meine, das kam vom Kollegen Foerster. Na ja, dann müssen wir uns natürlich fragen, warum stagniert die Gästezufriedenheit. Und beim Tourismus-Barometer auf Usedom, da war ich von der Sparkasse, da fiel das völlig auseinander, dass wir auf der einen Seite einen unglaublich hohen Preisansatz haben in unseren Hotelzimmern, aber der Komfort der Zimmer das einfach nicht hergibt. Ich möchte sagen, da wurde seit 30 Jahren nichts gemacht. Und da müssen wir uns natürlich fragen, ja, warum wird denn da so wenig investiert. Weil den Touristikern, Hoteliers und auch privaten Vermietern einfach das Geld fehlt. So, und da müssen wir uns überlegen, wie können wir denn da beigehen, können wir zinsgünstige Darlehen vielleicht auf den Weg bringen, um dort nicht den polnischen Gebieten – die Ostseeküste in Polen, die ist genauso schön wie bei uns –, dass wir da nicht hinten runterfallen. Das ist doch völlig klar. Und, Herr Foerster, wenn Sie fragen, ja, wo sollen denn die Fördermillionen herkommen: Also erst mal, glaube ich, haben wir das mit unseren Haushaltsansätzen gut deutlich gemacht in der Haushaltsberatung, und vielleicht gucken Sie da einfach mal vor die Staatskanzlei. Ja, da habe ich so eine kleine Million, die da rumsteht. (Sebastian Ehlers, CDU: Ist auch richtig schön geworden.) Da wäre das Geld doch sicherlich besser aufgehoben in der Wirtschaft, im Tourismus als solchen. Also mir fallen tausend Sachen ein, die man besser machen kann mit Steuergeld. Kurz und gut, Gesundheitstourismus, ja, auch wichtig, wurde angesprochen, dieser Sache werden wir uns natürlich auch annehmen und weiter annehmen. Unser Antrag bleibt natürlich bestehen. Wir bitten um Zustimmung und danken für die Debatte. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
