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Paul-Joachim Timm

AfD 27.09.2024 Sitzungen 8/89

Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Präsidentin, dieser Antrag touristischer Natur sollte eigentlich schon vor der Hauptsaison und vor der Sommerpause verhandelt werden. Das ist aber nicht schlimm, dass wir uns heute damit befassen, am 27. September, denn der 27. September ist der jährliche Welttourismustag, den wir heute begehen. Und nebenbei erwähnt, steht dieser Tag unter dem Motto „Tourismus und Frieden“, und gestatten Sie die Bemerkung, ich glaube, Letzteres haben wir nötiger denn je. (Beifall Martin Schmidt, AfD) Aber zum Thema: Mecklenburg-Vorpommern zählt unbestritten zu den führenden Tourismusregionen Deutschlands. Jährlich zieht unser Bundesland Millionen von Besuchern an, die die Schönheit unserer Küsten, Klarheit unserer Seen und die Ruhe und Wirkung unserer Tourismusorte, insbesondere unserer See- und Heilbäder, schätzen. Um jedoch weiterhin als attraktives Reiseziel bestehen zu können, müssen wir kontinuierlich in unsere Infrastruktur investieren und auch auf die wandelnden Anforderungen und Erwartungen unserer Gäste reagieren. Unser Antrag zielt darauf ab, die Badeinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern zukunftsfest auszubauen. Meine Damen und Herren, Sie wundern sich sicherlich über den Neologismus im Titel des Antrags und warum von Badeinfrastruktur und nicht Bäderinfrastruktur die Rede ist. Der Grund ist einfach, weil wir neben den See-, Kur- und Heilbädern mittlerweile Dutzende staatlich anerkannte Tourismusorte zu verzeichnen haben, die ebenso politisch bedacht gehören und auch bewertet werden müssen und natürlich nicht im Hinblick auf unsere touristische Infrastruktur hinten runterfallen sollten. In unserem Antrag hier und heute wollen wir uns jedoch inhaltlich vorerst auf unsere „Leuchttürme“, nämlich die See- und Heilbäder, fokussieren, um Stärken zu stärken. Dies umfasst mehrere Punkte. Auf einige möchte ich an dieser Stelle mit Blick auf die geschwundene Redezeit eingehen. Erstens. Die Verbesserung der Beratungsleistungen im Hinblick auf unkomplizierte Gestaltung. Wir möchten die See- und Heilbäder durch gezielte Beratungsleistungen bei der Modernisierung und Erweiterung ihrer touristischen Infrastruktur unterstützen. Gerade dieser Punkt hat möglichst unkompliziert vonstatten zu gehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und im Endeffekt keine Fördermittel verstreichen zu lassen, damit wir am Ende auch den hohen Erwartungen unserer Gäste gerecht werden. Aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf der Insel Hiddensee kann ich Ihnen sagen, dass in einem Kurbetrieb wenig Zeit neben dem Tagesgeschäft übrig ist, sich auch noch mit dem Fördermitteldschungel zu befassen. Von der Vorhabenidee zur örtlichen Verbesserung der touristischen Infrastruktur über die Prüfung der Fördermöglichkeiten zur Antragstellung ist es ein weiter Weg. Und da reden wir noch nicht mal von der Realisierung des Vorhabens, was in einer Marina sein kann, die entstehen soll, einem profanen WC-Häuschen oder einem Küstenwanderpfad, der schon mehrere Behörden beteiligen muss, um am Ende ein Plus für unsere Gäste liefern zu können. Zweitens. Von immenser Bedeutung sind zudem Aus- und Weiterbildungsprogramme für unsere Mitarbeiter im Tourismussektor, welche wir mit II.3 adressieren. Durch gezielte Weiterbildungsprogramme, insbesondere in den Bereichen Servicequalität und Nachhaltigkeitsmanagement, wollen wir die Servicequalität auf einen hohen Standard bringen und halten. In der vorgestrigen Landtagssitzung haben wir die Möglichkeiten von Berufsakademien auf den Weg gebracht und erörtert, Stichwort „Tourismusakademie“. Hier kann natürlich viel abgebildet werden, was dann konkret später hilfreich ist. Das A und O im Gästeservice, insbesondere in der Gastronomie, ist die Sprache. Aus eigenem Erleben kann ich Ihnen berichten, dass es ziemlich nach hinten losgehen kann, wenn der Kellner nicht auf die Wünsche des Gastes einzugehen vermag, wenn Fragen zur Ernährung, insbesondere zu Allergien, nicht beantwortet werden können, weil die Sprachbarriere hoch scheint. Hier müssen wir zukünftig für Arbeitgeber und Angestellte niedrigschwellige Angebote schaffen, um im praktischen Umgang mit dem Gast bestehen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schaffung barrierefreier touristischer Angebote in den Hauptzentren des Tourismus. Die Schaffung barrierefreier touristischer Angebote ist für meine Fraktion ein Gebot der Inklusion und Weitsicht. Wir werden alle nicht jünger und die Zielgruppe älterer Menschen größer. Damit ermöglichen wir Menschen mit eingeschränkter Mobilität, zumindest die Topdestination unseres Bundeslandes uneingeschränkt genießen zu können. Dies ist letztlich nicht nur eine Frage der sozialen Verantwortung, sondern auch eine der wirtschaftlichen Notwendigkeit. Auch möchten wir die digitale Infrastruktur stärken. Meine Damen und Herren, heutzutage erwarten die Gäste eine nahtlose digitale Erfahrung. Durch den Ausbau digitaler Buchungssysteme, Informationsangebote und WLAN-Zugänge verbessern wir das Urlaubserlebnis unserer Gäste und erhöhen die Effizienz unserer Betriebe vom Hotel bis zum kleinen Vermieter von Ferienzimmern. Ein weiterer zentraler Punkt, und der ist mir sehr wichtig, ist die Förderung des kulturellen Erbes und der regionalen Tradition. Dezentrale, saisonverlängernde Veranstaltungen und Festivals können entscheidend sein für unsere Tourismusentwicklung. Gucken Sie einfach mal nach Freest und staunen Sie, was die Fischereigenossenschaft da mit dem Fischerfest jährlich auf die Beine stellt! (Nikolaus Kramer, AfD: Sehr richtig!) Da steppt der Bär. Unser kulturelles Erbe und unsere Tradition … (Nikolaus Kramer, AfD: Der Stör!) Da steppt der Stör. Genau! (Nikolaus Kramer, AfD: Wir sind ja bei den Fischern, ne?) Unser kulturelles Erbe und unsere Traditionen sind einzigartige Verkaufsargumente, die unsere Region von anderen Destinationen abhebt. Niedersachsen beispielsweise hat die Route zur Megalithkultur, ja, meine Damen und Herren, das ist mehr als ein Haufen alter Steine. Dort wurde investiert, dort wurde ausgebaut – Fahrradwege, Gastronomie und Hotellerie. Gucken Sie, was vor Rerik gefunden wurde! Auch das ist mehr als ein Haufen alter Steine. Und auch dieses Steinzeitmonument kann letztlich touristisch genutzt werden. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Mecklenburg-Vorpommern als führendes und zukunftsfähiges Reiseziel hier und heute am Welttourismustag zu stärken! – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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