Sandy van Baal
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Seit 30 Jahren entwickelt sich in Mecklenburg-Vorpommern ein Niedergang der überwiegend handwerklich geprägten Kutter- und Küstenfischerei. Seit ebenso vielen Jahren hängt die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern am Tropf von Zuschüssen und Ausgleichszahlungen. Die Auswirkungen von europäischen Fangbegrenzungen von Dorsch und Hering zum Erhalt der Bestände sind dramatisch. Von 1.380 Fischereibetrieben im Jahr 1989 existieren heute nur noch 140 Unternehmen, die mit immer geringeren Fangquoten von Dorsch und Hering überleben müssen. Dabei bleibt festzustellen, dass die Veränderung der Fischbestände durch einen sogenannten Regime Shift verantwortet wird. Das Ökosystem verändert sich. Klimawandel oder die Anwesenheit von über 30.000 Kegelrobben in der Ostsee sind unter anderem Gründe dafür. Die Fischerei gehört zur kulturellen DNA von Mecklenburg-Vorpommern. (Beifall David Wulff, FDP) Sie prägt Menschen, Küstenorte und den Tourismus. Deswegen braucht das traditionelle Küstenfischereihandwerk eine Zukunft. Herr Timm, Sie fordern in Ihrem Antrag, dass die Landesregierung sicherstellt, dass die Fischereibetriebe genügend Personal haben und, wenn nötig, Personal durch das Land aufgestockt wird. Sie werden verstehen, dass Sie von uns Freien Demokraten dafür keine Unterstützung erhalten. Die Sicherstellung von Personal für Unternehmen liegt nicht in der Verantwortung des Staates. Zu dem Konzept hat Herr Kollege Dr. Terpe ausgeführt. Das wird erstellt in Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein und dem Bund. Da gibt es die ersten Ergebnisse nächstes Jahr. Zur Förderung wurde schon was gesagt. Frau Ministerin, ich habe ein bisschen höhere Zahlen, aber es wird schon gefördert. Der letzte Antrag ist vom 27.03.2024. Und das EMFAF-Programm ist leider nicht so einfach – da müsste man sich auch die Bedingungen anschauen, es ist ein EU-Programm –, auch wenn man es wollte. Und ich glaube, da ist der Minister, also das glaube ich Ihnen, damit ist der Minister wirklich beschäftigt, da das Möglichste für die Sea-Ranger-Ausbildung rauszuholen. Das habe ich auch in anderen Gesprächen mitbekommen persönlich. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der Verdienstwege für Fischereibetriebe, das sind Offshoreanlagen, Erlebnisfischereischiffe, Schiffssimulatoren oder auch der Pescatourismus. Da allerdings, da müssen wir mal ran. Aber das können wir nicht in Mecklenburg-Vorpommern lösen, das sind Versicherungs- und Haftungsfragen in Deutschland, die machen das de facto noch aktuell unmöglich. Und das bedeutet einfach, dass Touristen auch mitfahren können und sich die traditionelle handwerkliche Fischerei an Bord mal anschauen können. Da sind noch zu viele Steine im Weg. Das wäre mal ein Ansatz, da noch Verdienstmöglichkeiten wieder aufzumachen. Und der große Ansatz ist, wir müssen das breiter denken, wir müssen es versuchen zu erhalten. Wir warten das Konzept ab. Wir dürfen denen keine Steine in den Weg legen, aber ebenso wenig sollte die Landesregierung nicht die Aufgaben eines Unternehmers für Unternehmen übernehmen. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
