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Paul-Joachim Timm

AfD 26.09.2024 Sitzungen 8/88

So, gediegen! (Nikolaus Kramer, AfD: Sehr gut! Jetzt kannst du anfangen.) Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die ersten Sea Ranger, also die Fachwirte für Fischerei und Meeresumwelt, haben jetzt vor der Sommerpause ihre Abschlussurkunden zur erfolgreichen Weiterbildung in Wismar überreicht bekommen. Auch wenn ich einigen im Rahmen der Sommerpause persönlich gratulieren durfte, hier an dieser Stelle noch mal herzliche Glückwünsche zum erfolgreichen Resultat! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Hohes Haus, heute stehen wir vor einer entscheidenden Aufgabe, mal wieder, nämlich die Zukunft unserer Küstenfischerei und damit eines wichtigen Teiles unserer Identität zu sichern. Der Antrag der AfD-Fraktion zur Unterstützung des Sea-Ranger-Programms bietet uns die Möglichkeit, diesen wichtigen Sektor nachhaltig zu stärken und zukunftsfähig zu machen. Erste Schritte wurden schon getan, aber diese sind uns nicht nachhaltig genug. Die Küstenfischerei ist nicht nur ein traditionelles Handwerk, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, nein, meine Damen und Herren, es ist ein integraler Bestandteil unserer kulturellen Identität und ein unverzichtbarer Baustein für den Tourismus, der viele Menschen in unser schönes Bundesland lockt und uns viele, viele Einnahmen beschert. Unsere malerischen Küstendörfer, die fangfrischen Fischgerichte in den Restaurants und die Möglichkeit, das authentische Leben der Fischer hier hautnah zu erleben, sind Anziehungspunkte für viele Touristen. Besuchen Sie doch mal das Fischereimuseum auf der Insel Hiddensee in der Hauptsaison, aber auch in der Neben- und Nachsaison! Ich kann Ihnen sagen, da ist einiges los. Doch wir wissen alle, dass die Fischerei in den letzten Jahren vor erheblichen Herausforderungen stand und steht. Fischarmut und strenge Quotenregelungen setzen unseren Fischern zu. In dieser Situation benötigen Sie unsere Aufmerksamkeit und dringende Unterstützung. Das Sea-Ranger-Programm, auch bekannt als die „Förster des Meeres“, bietet eine innovative und nachhaltige Lösung. Dieses Programm nutzt die umfangreichen Fachkenntnisse und Erfahrungen unserer Fischer und setzt sie gezielt zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung unserer Küstengewässer ein. Die Fischer werden dadurch nicht nur zu Hütern der Meeresumwelt, sondern können damit auch ihr Einkommen diversifizieren und zusätzliche Standbeine für ihre Betriebe schaffen, beispielsweise die direkte Einbindung in den Tourismus als Fremdenführer oder Naturführer oder auch zur Forschungsarbeit durch Gewässerprobenentnahme mit hochkomplexen Geräten, zu denen sie dann durch die neue Ausbildung auch befähigt sind. Aber nun zum Antrag: Ein zentrales Element des Antrags ist die Entwicklung eines Konzepts zur Sicherung der Küstenfischerei bis 2030. Dieses sollte die Aufstockung und die Sicherung des Personals in den Fischereibetrieben umfassen. Wir müssen sicherstellen, dass ausreichend junge Menschen in diesen Beruf einsteigen und auch darin verbleiben. Nur durch eine gute Konzeption und gezielte Fördermaßnahmen können wir gewährleisten, dass die Fischwirte von morgen mit mehr Anspruch, aber auch mehr Aufgaben bestens ausgebildet und motiviert sind. Und genau hier setzt das Sea-Ranger-Programm auch bei Fangquotenflaute an, um ein Auskommen weiterhin zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die verstärkte finanzielle Unterstützung des Sea-Ranger-Programms durch die Landesregierung. Zudem sollten natürlich auch mehr Mittel aus dem europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds in die Ausbildung und in die Verbreiterung der Tätigkeit der Sea Ranger investiert werden. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thore Stein, AfD: Genau!) Dies wäre eine kluge Investition in die Zukunft unserer Küstenregion. Meine Damen und Herren, es ist eine völlig verfehlte Entwicklung, dass nur EMFF-Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro für diese Umstrukturierung zur Verfügung stehen, aber für die Stilllegung einfach mal das Fünffache für die Betriebe in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Das sollte uns doch aufhorchen lassen! Nein, das muss umgedreht werden. Es zeigt, dass wir die Herausforderungen der Zukunft proaktiv angehen müssen und uns eben nicht ergeben. Auch sollten wir mal über den Tellerrand hinausgucken. Was gut ist, meine Damen und Herren, das sollten wir exportieren. Hier ist die Bewerbung des Programms sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch in anderen Küstenbundesländern Deutschlands ebenfalls von zukünftig großer Bedeutung. Je mehr Regionen sich diesem Programm anschließen, desto größer wird der positive Effekt auf den Schutz unserer Meeresumwelt global gesehen und auch auf die wirtschaftliche Stabilität der Küstenfischerei in der Folge. Wir müssen die Vorteile und Erfolge des Sea-Ranger-Programms sichtbar machen und andere Bundesländer dazu ermutigen, diesem Beispiel zu folgen. Der Brief der Sea Ranger, welcher Ihren Fraktionen letzte Woche zuging, kündigte an, dass es auch Kollegen aus Schleswig-Holstein gibt, die sich ein positives Signal aus der Politik wünschen. Dieses Signal können wir heute senden. Nicht zuletzt – und das möchte ich erwähnen – sei unser Ursprungsantrag vor Gesprächsrunden zur Neugründung eines Verbands der Küstenfischer und Sea Ranger zu initiieren. Das ist aber schon überholt, wie Sie mit unserem Änderungsantrag erkennen können. Mit der Umbenennung des Landesbinnenfischerverbands zum Landesfischereiverband erfolgte eine Öffnung für den gesamten Berufsstand. Dass hier das Handwerk zusammenhält und sich neu formiert, begrüßen wir außerordentlich. Liebe Kollegen, die Unterstützung des Sea-Ranger-Programms ist nicht nur eine Investition in die Zukunft unserer Umwelt, sondern auch in die Zukunft unserer Fischer und unserer regionalen Wirtschaft. Es ist eine Chance, die wir nicht ungenutzt lassen dürfen und sollten. Abschließend möchte ich betonen, dass die Unterstützung des Sea-Ranger-Programms durch das Parlament und die Zustimmung zu unserem Antrag ein starkes Signal an unsere Küstenfischer sendet. Ja, wir erkennen eure Bedeutung, die Bedeutung eurer Arbeit an und sind bereit, euch in herausfordernden Zeiten zu unterstützen. Wir stehen hinter euch! Dass wir mit unserem und hoffentlich auch Ihrem Anliegen auf dem richtigen Weg sind, (Zuruf von Marcel Falk, SPD) das macht der Brief der Sea Ranger, welcher Sie auch letzte Woche erreichte und auf den ich kurz eingegangen bin, klar. In diesem Schreiben wird zum einen selbstbewusst die immense Bedeutung der Sea Ranger für M-V hervorgehoben, aber auch die Bitte um proaktive Unterstützung durch das Land formuliert. Meine sehr geehrten Damen und Herren, folgen Sie bitte unserem Antrag! Unsere Fischer gehören auf See und nicht ins Museum! – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos)

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