landtag-mv.de ↗

Dirk Bruhn

Die Linke 26.09.2024 Sitzungen 8/88

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Voranstellen möchte ich ein Zitat von Umberto Eco: „Es gibt für jedes Problem eine einfache Lösung, und die ist falsch.“ Zum wiederholten Male legt die AfD einen Antrag vor, bei dem schon die Begründung in sich nicht schlüssig und widersprüchlich ist. Für Ihre Forderung gilt im Übrigen das Gleiche. Sie wollen festgestellt haben, dass der Rückgang des Niederwildes in M-V ursächlich mit der intensiven Bewirtschaftung der hiesigen Agrarflächen, mit zunehmender Urbanisierung und mit einer aus Ihrer Sicht fehlgeleiteten Renaturierungspolitik zusammenhängt. Ja, was denn nun? Entweder ich nutze zu viel oder ich schütze zu viel. Beide Pole zur Begründung heranzuziehen, funktioniert nur, (Thore Stein, AfD: Herr Bruhn, ich habe das eben mit der Kulturabfolge ausgeführt. Haben Sie nicht zugehört, ne?) wenn man beidseitig ideologische Scheuklappen trägt. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Ich habe den Eindruck, dass die Kollegen der AfD-Fraktion zwar physisch, allerdings nicht immer mit dem Kopf oder dem Gehör anwesend sind. (Zurufe von Petra Federau, AfD, und Horst Förster, AfD) Wie sonst konnte Ihnen entgehen, dass zum Beispiel eine Beschaffung von Fallen und Fallensendern bereits jetzt aus Mitteln der Jagdabgabe möglich ist? Das wurde erst mehrfach bei der Beratung des Landesjagdgesetzes erläutert. Die Einzelheiten der Förderung haben Sie bei diesen Beratungen und heute noch mal gehört, das erspare ich mir jetzt. (Unruhe bei Petra Federau, AfD, und Horst Förster, AfD) Im Übrigen werden sogar die Kosten für die Fallen ja über die Jagdabgabe übernommen. Maßnahmen zur Erhaltung und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen des Wildes und Maßnahmen des Wildschutzes sind auch förderfähig. So können zum Beispiel Biotope zur Erhaltung heimischer Wildtierarten und Verbreitung der Artenvielfalt eingerichtet, gepflegt und erhalten werden. Und eines muss ich Ihnen offensichtlich auch noch sagen: Die Jägerinnen und Jäger sind sowohl nach Bundes- als auch nach Landesjagdgesetz verpflichtet, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten, (Thore Stein, AfD: Na ja!) bedrohte Wildarten zu schützen und die jagdlichen Interessen mit den sonstigen öffentlichen Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Einklang zu bringen. Und das tun sie auch. Natürlich wird das auch vom Land gefördert und über die Jagdabgabe finanziert. Aus persönlichem Erleben kann ich Ihnen berichten, dass die Population von Rebhühnern steigt, wenn Flächen stillgelegt werden. Aber Flächenstilllegungen lehnen Sie ja ab. Mein Fazit zu Ihrem Antrag lautet daher, er ist widersprüchlich, zu spät und fehlerhaft in sich. Zudem werden die Forderungen der AfD bereits umgesetzt. Meine Fraktion und ich lehnen ihn ab. Und im Übrigen ist die Migration nicht schuld. – Vielen Dank! (Beifall und Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Thore Stein, AfD: Einwanderung von fremdländischen Arten, ganz einfach!)

Alle Reden von Dirk Bruhn Protokoll ↗