Horst Förster
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Schwul oder lesbisch zu sein, ist im realen Leben kein Problem. Ich habe sogar gelegentlich eher den Eindruck, dass es der Karriere förderlich sein kann. (Heiterkeit vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) Es ist der Sache absolut, absolut nicht dienlich, hier das Bild einer verfolgten Minderheit zu zeichnen. (Zuruf von Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anders sieht es bei denen aus, (Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Glocke der Vizepräsidentin) die mit ihrem Geschlecht hadern. Hier ist zunächst klarzustellen – hören Sie zu –, dass es bei Menschen (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Sie können sich immer noch steigern!) wie bei allen Säugetieren nur zwei chromosomenabhängige Geschlechter gibt, nämlich weiblich oder männlich, XX oder XY. (Beifall Thore Stein, AfD) Das biologische Geschlecht kann man nicht ändern, auch nicht durch Hormonzugaben. Alles andere ist eine irrationale Wunschvorstellung. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nun hat das Bundesverfassungsgericht allerdings entschieden, dass das Personenstandsgesetz neben männlich und weiblich auch einen weiteren positiven Geschlechtseintrag zulassen muss. Das Gericht leitet dies aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht gemäß Artikel 2 Grundgesetz ab. Der Schutz der geschlechtlichen Identität schütze auch diejenigen, die sich dauerhaft weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen lassen. Dabei wird allerdings ein wichtiger Satz davor regelmäßig unterschlagen. Das Verfassungsgericht spricht nämlich in seiner Entscheidung von Personen, deren Geschlechtsentwicklung gegenüber einer weiblichen oder männlichen Geschlechtsentwicklung Varianten aufweist. Darunter sind angeborene Variationen der genetischen, hormonalen, gonadalen und genitalen Anlagen zu verstehen. Die rechtliche Zulassung eines sogenannten dritten Geschlechts steht deshalb der obigen Feststellung, dass es nur zwei biologische Geschlechter gibt, nicht entgegen, denn Anomalien gibt es auf allen Gebieten. Im Übrigen kann auch ein Bundesverfassungsgericht eine biologische Realität nicht ändern, auch der Papst nicht. Die Antragsteller vertreten offenbar die Auffassung, dass das dritte Geschlecht eine ganze Fülle ernst zu nehmender Geschlechtsidentitäten umfasst. Nach einem LSBTIQ-Lexikon soll es mindestens 60 verschiedene Geschlechtsidentitäten geben, zwischen denen man auch hin und her wechseln kann. Also meine Kollegin Federau mit ihrem Beispiel hat da vollkommen recht. Und wenn Sie das genau nehmen, ist natürlich auch Pädophilie eine sexuelle Orientierung und Prägung. Also in dieser Totalität kann das schon mal nicht stimmen. Spätestens hier sollte uns der gesunde Menschenverstand also sagen, dass das nicht normal ist. Selbst Toleranz verträgt keinen Irrsinn. Deshalb ist eine Politik, die dem Volk beibringen will, eine von einer nahezu grenzenlosen Phantasie geprägte geschlechtliche Diversität sei völlig normal und müsse von jedermann geachtet werden, rational nicht nachvollziehbar. In Jahrtausenden ist die Menschheit nicht auf die Idee gekommen, dass es neben Mann und Frau noch andere Geschlechter gibt. Das Dogma der sexuellen Vielfalt erklärt sich aus einer zeitgeistigen Überhöhung individueller Bedürfnisse über existenzielle Regeln unseres Daseins. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos) Dieses Denken lässt jeden Respekt vor dem, was uns die Schöpfung vorgibt, vermissen. Natürlich haben Menschen, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht zurechtkommen, dieselben bürgerlichen Rechte, und niemand ist berechtigt, ihnen Leid zuzufügen. (Thore Stein, AfD: Genau!) Das ist völlig selbstverständlich. Natürlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass es für diese Menschen Beratungsstellen gibt. Was aber nicht geht, ist, hier ein Diskriminierungsphänomen aufzubauen und die Sexualproblematik einer kleinen Minderheit normgebend in die Gesellschaft, ja, sogar in die Schulen zu tragen und andere damit zu konfrontieren, denn es ist an der Zeit, ein Grundrecht auf Normalität auszurufen, das heißt, unbelästigt so zu sein, wie es der natürlichen Ordnung und unseren kulturellen Vorstellungen entspricht. Und dazu gehört auch, sich nicht mit den sexuellen Eigenheiten einer Miniminderheit von weit unter einem Prozent der Bevölkerung befassen zu müssen. Noch kurz zu den Demonstrationen: Sexualität hat auch etwas mit Liebe zu tun und ist eine sehr private und intime Angelegenheit, die nicht auf dem Markt ausgetragen wird. Niemand muss seine wie auch immer geartete sexuelle Orientierung preisgeben. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Sie wollen also, dass die sich verstecken, oder was?!) Ich weiß auch nicht, wieso man auf sein Geschlecht oder seine sexuelle Orientierung stolz sein kann. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Also darf man als Homosexueller nicht mehr in die Öffentlichkeit gehen!) Ich verstehe auch nicht, wieso man sein Geschlecht oder seine sexuelle Orientierung auf Demonstrationen schrill und teils papageienhaft ver- oder halbnackt entkleidet der Welt kundtun muss. (Jeannine Rösler, DIE LINKE: Warum nicht, warum nicht?! – Thomas Krüger, SPD: Sie müssen es ja auch nicht verstehen.) Ich habe durchaus Verständnis für Menschen, (Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Glocke der Vizepräsidentin) ich habe durchaus Verständnis für Menschen in dieser Gesellschaft, die diese Veranstaltungen abstoßend und dekadent finden, und dies insbesondere dann, wenn sie noch unter ministerieller Begleitung stattfinden. Wenden Sie sich doch den realen Problemen der Sexualität zu! Ein ganz neues, wesentliches, schlimmes, importiertes Problem ist die Sexualverstümmelung bei jungen Mädchen und Frauen, wo man aus Somalia kommt und zur Verstümmelung …
