Jeannine Rösler
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Lieber Kollege Renz, (Torsten Renz, CDU: Jo!) Sie haben heute aus meiner Sicht einmal mehr gezeigt, dass Veränderungen – ja, ich sage, Verbesserungen – im Bildungssystem mit der CDU leider nicht möglich sind, auch wenn Sie hier stets das Gegenteil reklamieren. Sie können auf jeden Fall versichert sein, dass die Koalition ein gemeinsames Ziel hat. Und ich bin sehr sicher, wir erreichen, was wir uns vorgenommen haben. (Torsten Renz, CDU: Wie kommen Sie darauf, auf meine Person bezogen so einen Satz zu sagen? Können Sie das mal begründen? – Zuruf von Sebastian Ehlers, CDU) Sehr geehrte Damen und Herren, heute machen wir einen wichtigen und richtigen Schritt, wir werden die Qualität und die Attraktivität der Lehrkräftebildung im Land nachhaltig verbessern. Und dazu gehört der Vorbereitungsdienst. In seiner derzeitigen Form ist er häufig zu lang und nicht effizient genug. Das führt dazu, dass etliche Absolventinnen und Absolventen Mecklenburg-Vorpommern verlassen oder gar einen anderen Berufsweg einschlagen. (Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD: Woran das wohl liegen mag!) Die theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalte werden jetzt besser aufeinander abgestimmt. Wir wollen, dass die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen bestens vorbereitet in den Schuldienst starten. Einige Änderungen mögen auf den ersten Blick ja vielleicht unspektakulär wirken, sind aber unerlässlich für einen möglichst reibungslosen Übergang in die beruflichen Strukturen. Und so soll künftig nicht mehr so viel Zeit zwischen dem Ende des Vorbereitungsdienstes und dem Eintritt in den regulären Schuldienst verstreichen. Die Absolventinnen und Absolventen werden zeitnah übernommen. Die bisherigen langen Ausbildungszeiten sind nicht nur eine Belastung für die Studierenden, sondern auch für das Bildungssystem selbst, das dringend neue Lehrkräfte benötigt. Eine mögliche Verkürzung des Referendariats motiviert die Absolventinnen und Absolventen, in Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben und hier auch ihre berufliche, ihre pädagogische Karriere zu beginnen. (allgemeine Unruhe – Glocke der Vizepräsidentin) Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2016 zur Effizienz des verkürzten Referendariats zeigt, dass dies mit einer höheren Zufriedenheit der Lehramtsanwärterinnen und -anwärter sowie mit einer besseren Integration in den Schuldienst verbunden ist. (Unruhe vonseiten der Fraktion der AfD) Die Studie betont, dass die Qualität der Ausbildung nicht unter der Verkürzung leidet, solange praxisnahe Ausbildungsinhalte intensiviert werden. Meine Damen und Herren, wenn schulpraktische Ausbildungsanteile bereits während des Studiums absolviert wurden, können diese nun auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden, auf Antrag um bis zu sechs Monate. Und zusätzlich zur Dauer der berufspraktischen Tätigkeit muss auch der Erfolg der pädagogischen Professionalisierung berücksichtigt werden. Der Antrag auf Verkürzung des Vorbereitungsdienstes muss innerhalb der ersten acht Wochen nach Dienstantritt gestellt werden, und so kann die verkürzte Dauer rechtzeitig in die Ausbildungsplatzplanung integriert werden. Eine weitere Verkürzung des Vorbereitungsdienstes kann beantragt werden, wenn eine Unterrichtspraxis von durchschnittlich mindestens zwölf Wochenstunden nachgewiesen wird. Dies sollten wir uns in Zukunft vielleicht noch mal genau ansehen, ob dies praktikabel ist. Eventuell könnte durch eine flexiblere Handhabung der Unterrichtsstundenanforderung die Verkürzungsmöglichkeit besser an die individuellen Bedürfnisse der Referendarinnen und Referendare angepasst werden. Eine weitere zu begrüßende Neuerung ist die Öffnung des Schuldienstes für weitere pädagogische Fachkräfte, die in einem modernen Bildungssystem unerlässlich sind. Der aktuelle Mangel an Lehrkräften erfordert innovative Lösungen, und durch die Öffnung des Schuldienstes können wir diese Lücke schließen und gleichzeitig die Unterrichtsqualität verbessern. Wir führen neue Qualifizierungsmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte ein, und damit sichern wir die Unterrichtsversorgung und stärken die multiprofessionelle Zusammenarbeit an den Schulen. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Assistenzkräfte sowie Förderlehrkräfte können gezielt eingebunden werden, um den vielfältigen Anforderungen des Schulalltags gerecht zu werden. (Der Abgeordnete Enrico Schult bittet um das Wort für eine Anfrage.) Eine integrierte Erprobungsklausel …
