Sandy van Baal
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Änderung des Lehrerbildungsgesetzes wurde sehr lang angekündigt, und auf diese Anpassung haben sehr viele gewartet. Leider hat das Ministerium eine Reform vorgelegt, die wenig auf die Expertise der Bildungsexperten eingeht. In dem Entwurf gibt es wenig Raum für Qualität und für Neuausrichtung. Es geht um die Situation von heute. Es geht darum, Leute schnell in die Einstellung zu bringen. Das Landesweite Zentrum für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung kritisiert aus unserer Sicht zu Recht, dass ein abgestimmtes Gesamtkonzept für das Studium, für den Vorbereitungsdienst, die Berufseinstiegsphase sowie für die Fort- und Weiterbildung vollkommen fehlt. Ein solches Konzept wäre nämlich aus unserer Sicht notwendig, um einen schrittweisen Aufbau und Ausbau von Kompetenzen zu gewährleisten. Ein solches Konzept ist der erste Schritt, um die Attraktivität des Lehramtes in Mecklenburg-Vorpommern zu steigern. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Ein solides Lehrerbildungssystem beginnt nämlich mit der Gestaltung des Hochschulstudiums. Es ist von größter Bedeutung, zuerst die Inhalte des Studiums und seine Schwerpunkte zu überarbeiten, um den Anforderungen einer modernen Bildungslandschaft dann gerecht zu werden. Außerdem geht die Novelle an den tatsächlichen Bedürfnissen vorbei. Der Landesrechnungshof berichtet, dass fast die Hälfte der Referendariatsstellen für Regionalschulen und noch mehr für die Berufsschulen und Förderschulen nicht besetzt wird. Wir verpassen hier gerade eine sehr große Chance aus unserer Sicht. Wir haben jetzt hier die Chance, an den richtigen Schrauben zu drehen, um dem Lehrermangel effektiv zu begegnen. Wir verpassen die Chance, diesen Beruf aufzuwerten und wieder attraktiv zu machen. Das Gesetz ist keine Antwort auf die hohen Abbruchquoten, die aktuell die Krise auch ein bisschen managen. Für unser Bildungsministerium ist der Seiteneinstieg die Lösung, nicht eine Lösung. So kommt es jedenfalls bei uns rüber. Und es ist insgesamt so, ein Hochschulstudium soll eine dringende Voraussetzung für die Tätigkeit als Lehrkraft sein, um eine professionelle Begleitung der Schülerinnen und Schüler in ihrer fachlichen und überfachlichen Entwicklung zu gewährleisten. Ein solides Hochschulstudium legt den Grundstein dafür, dass Lehrkräfte sich im Laufe ihres gesamten Berufslebens neue Themen und Inhalte überhaupt erst erarbeiten können. Die vorgeschlagene Gesetzesänderung geht unserer Meinung nach nicht genügend auf die Punkte der Experten ein. Es ist nicht alles schlecht, aber der große Wurf ist es nun wirklich nicht. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Wir werden ihn ablehnen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP)
