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Paul-Joachim Timm

AfD 14.06.2024 Sitzungen 8/83

Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, Frau Präsidentin, Hohes Haus, da unser sehr, sehr guter Antrag, der lautet „Stärken, stärken – Badeinfrastruktur zukunftsfest ausbauen“ heute relativ spät auf der Tagesordnung ist, möchte ich diese Aussprache trotzdem nutzen, um auf die Dinge einzugehen, die in diesem Antrag sind, aber explizit die Probleme aufgreifen, die wir im Tourismus leider auch haben, und aber auch die Lösungen, so, wie wir uns das denn vorstellen. Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, Mecklenburg-Vorpommern ist – und das klang ja auch an – unbestritten eine der führenden Tourismusregionen Deutschlands. Jedes Jahr zieht unser schönes Bundesland Millionen von Besuchern an, die die Schönheit unserer Küsten, die Klarheit unserer Seen und auch den Genesungseffekt und die Ruhe hier doch nicht missen wollen und uns bewusst aufsuchen. Doch um weiterhin ein attraktives Reiseziel zu sein, müssen wir uns kontinuierlich verbessern und auch auf die wandelnden Anforderungen der Zukunft und die Erwartungen der Gäste reagieren. Der Minister sprach es ja gerade an. Punkt für Punkt: Zunächst einmal müssen wir einfach mal erhöhen, dass die Beratungsleistungen auch dahin gehend gesteuert werden, dass die Fördermittelinstrumente auch abgerufen werden können. Touristiker im Land stehen vor einer Fördermittelpraxis, die nicht so leicht zu durchschauen ist. Wir haben Gemeinden, viele Gemeinden haben Sondervermögen wie Kurbetriebe gebildet. Auch da kann ich Ihnen sagen, dass die Praxis mit der Fördermittelpolitik nicht ganz einfach ist. Und losgelöst vom normalen Tagesgeschäft versetzen Sie sich in die Rolle eines Kurbetriebsleiters, diverse Dinge zu realisieren, umzusetzen, Fördermittel abzuschöpfen, da kann ich Ihnen sagen, das macht man nicht einfach nebenbei. Unsere See- und Heilbäder sind Aushängeschilder unseres Tourismus, doch um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und den hohen Anforderungen der Gäste gerecht zu werden, müssen wir kontinuierlich in die Infrastruktur investieren. Auch das klang ja eben an. Nun, weiterhin wurde angesprochen – und das auch zu Recht –, dass wir uns einfach um unsere Mitarbeiter im Tourismus kümmern müssen, und hier müssen wir die Leute ausbilden. Kommunikation ist da ein Schlüssel, das A und O, um unsere Servicequalität zu erhöhen. Und auch wenn wir auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind, dann müssen wir die Leute fit machen, dass sie kommunizieren können in Fremdsprachen, auch Deutsch als Fremdsprache. Stellen Sie sich vor, wenn Sie in der Gastronomie tätig sind und den Kellner fragen, ob diverse Lebensmittel vielleicht allergiebehaftet sein können, und der kann Ihnen nicht Rede und Antwort stehen, was das denn tatsächlich auch an gesundheitlichen Auswirkungen mit sich bringen kann. (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Dann gehen die Essen zurück in der Gastronomie. Und das sind alles Sachen, die können wir nicht gebrauchen. Was wir auch tun müssen, das ist, die Gemeinden unterstützen in der Schaffung vermehrter touristischer und barrierefreier Angebote, um die Attraktivität für mehr Besuchergruppen zu erhöhen. Nun, das ist auch kein Geheimnis, wir werden alle älter und das Los, irgendwann vielleicht mal in einem Rollstuhl zu sitzen oder krankheitsbedingt da hinzukommen, das kann uns alle ereilen. Und das ist einfach ein Gebot der Inklusion und der Weitsicht, auch dort verstärkt tätig zu werden und zu handeln. Barrierefreiheit ermöglicht es, Menschen mit eingeschränkter Mobilität dann im Endeffekt auch unsere schönen Strände uneingeschränkt zu nutzen, Stichwort „Strandrollstühle“. So was gibt es alles, auch da kann gerne investiert werden, um auch dort niemanden auszuschließen. Was wir auf jeden Fall auch tun müssen, das ist, unsere Marketingaktivitäten zu intensivieren auf nationaler und internationaler Ebene und auch mal unsere Messekonzepte vielleicht zu überarbeiten. Ich bin regelmäßig auf der ITB zu Gast, auch auf der Grünen Woche. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, Mecklenburg-Vorpommern besser darzustellen. Und das Marketing ist ja nun mal bekanntlich das Sprachrohr unseres Tourismus. Was wir auch nicht wegdenken dürfen, das ist nun mal die Stärkung der digitalen Infrastruktur. Heutzutage ist es so, dass Urlaub und Arbeit nicht mehr so leicht zu trennen ist, Stichwort „Workation“. Die Leute nehmen ihren Laptop mit, die Leute arbeiten dann auch mal im Urlaub, weil manches einfach nicht zu trennen ist. Auch da müssen wir bessere Angebote schaffen. Wir müssen digitale Buchungssysteme einführen, Informationsangebote müssen im Netz besser abrufbar sein, WLAN-Zugänge – all das brauchen wir und ist unerlässlich in einer digitalen Welt. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Sehr richtig!) Und das erwarten auch unsere Gäste, dass wir da nicht hintenanstehen. In Polen ist das schon ein ganz anderer Schnack, die stellen sich vermehrt ein bisschen besser an als wir. Und worauf es der AfD-Fraktion auch noch ankommt, das ist natürlich, dass wir unser kulturelles Erbe mit einbinden und fördern und die regionalen Traditionen vermehrt aufleben lassen: Veranstaltungen, Festivals. In Wismar war jetzt beispielsweise ein Hafenfest, ich war auch dort zu Gast. Das war schon beeindruckend, was da auf die Beine gestellt werden kann. Und da wünschen wir uns, dass das auch vermehrt nicht nur in der Hauptsaison passiert, sondern auch in der Nach- und Nebensaison, um halt saisonverlängernde Maßnahmen zu initiieren und das einfach mal ein wenig zu strecken, wie man hier Urlaub machen kann. Nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, zusammengefasst, die Zukunft des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern hängt entscheidend von der Qualität unserer Angebote ab, gezielten Investitionen und auch guten Arbeitsbedingungen. Deshalb möchte ich kurz noch anteasern, dass wir den Antrag natürlich aufrechterhalten „Stärken“. Tourismus ist unsere Stärke, und hier sollten wir auch vermehrt weiterhin mehr Geld geben und tätig werden. Wir sollten dabei stets im Auge behalten, dass der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern aber nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor ist, sondern auch ein wichtiger Teil unserer Identität und unsere Lebensqualität direkt beeinflusst. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ein attraktives und zukunftsfähiges Reiseziel bleibt für unsere Gäste und letztlich auch für uns selbst. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, und lassen Sie uns gemeinsam da gut voranschreiten. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)

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