Henning Foerster
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Meine Motivation, diese Debatte zu führen, waren die aus meiner Sicht unsäglichen Angriffe auf das Streikrecht, vor allem im Kontext der Auseinandersetzung bei der Deutschen Bahn. Und sie hören ja nicht auf, wie der Beitrag von Frau Enseleit noch mal eindrucksvoll bewiesen hat. Als Mitglied der EVG bin ich nicht besonders verdächtig, ein großer Freund der GDL oder Claus Weselskys zu sein. Dennoch bin ich der Meinung, dass die DB AG den Tarifabschluss schon deutlich eher in Sack und Tüten hätte haben können, weil das Ergebnis ist ja letztlich genau der Kompromiss, den die GDL angeblich nie wollte. Der Weg zur 35-Stunden-Woche dauert im Übrigen lange, ganze fünf Jahre. Und dazu kommen dann diverse Wahlmöglichkeiten für Mehrarbeit gegen höheres Entgelt, Lohnerhöhungen und Inflationsausgleichsprämie. Der DB-Personalvorstand Martin Seiler, der wollte der Lokführergewerkschaft lange den Weg zu eben jener 35-Stunden-Woche verwehren, und das, obwohl jeder Beobachter schnell wusste, dass das von Anfang an die zentrale Forderung war. Zudem hatten das die Kollegen von der GDL ja vorher bei den Privatbahnen bereits ausgehandelt. Und insofern ist es wirklich die Frage, ob Claus Weselsky der Schuldige in der, in dem Zusammenhang war oder ob …
