Beatrix Hegenkötter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nachbarn kann man sich ja nicht immer aussuchen. Und wie wir es auch aus dem Privaten kennen, freut man sich, wenn alle gut miteinander auskommen, sich gut verstehen und sich auch helfen. Solche Nachbarn hat Mecklenburg-Vorpommern und mit der Ostsee ein Herzstück und ein Element, das uns und unsere direkten Nachbarn verbindet. Die Ostsee war schon immer ein Raum, in dem Menschen zusammengekommen sind, zusammengeblieben und zusammengearbeitet haben und in dem es mehr verbindende Elemente gab als trennende. Die Zusammenarbeit im Ostseeraum ist nicht umsonst in unserer Landesverfassung als Staatsziel festgehalten. Mecklenburg-Vorpommern setzt schon seit vielen Jahren auf eine enge Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn. Auf politischer Ebene zählen dazu die vielen Regionalpartnerschaften, wie die Regionalpartnerschaften mit den Woiwodschaften Westpommern und Pommern und Südwestfinnland, oder Formate wie etwa die Mitwirkung in der Helsinki-Kommission oder der KPKR/Ostsee-Kommission, der Ostseeparlamentarierkonferenz oder dem Parlamentsforum Südliche Ostsee. Mit der Ostseestrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben wir jetzt einen weiteren Handlungsrahmen geschaffen, um das Miteinander weiterzuentwickeln. Mein Dank gilt daher allen Beteiligten und vor allem den 29 Experten des Kooperationsrates aus Wissenschaft, Bildung, verschiedenen Verbänden, Sport, Kultur, die in den letzten Monaten an der Erarbeitung der Strategie mitgewirkt haben und der Landesregierung klare Handlungsempfehlungen erteilen. Vorgestellt wurde die Ostseestrategie im Beisein des finnischen Botschafters in Berlin, Exzellenz Kai Sauer, der an diesem Tag zu seinem Antrittsbesuch nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen war. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der demokratische Ostseeraum ist eine der innovativsten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas. Die Zukunft unserer Region liegt auch in dieser internationalen Kooperation. Mit unseren Häfen, der guten Infrastruktur, nachhaltiger Energieerzeugung, innovativer Gesundheitswirtschaft und maritimer Forschung bringen wir wichtige Voraussetzungen für eine weitere enge Kooperation mit. Die veränderte geopolitische Lage und die drängende Notwendigkeit des Übergangs zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft erfordern von allen Ländern und Regionen erhebliche Anpassungen innerhalb sehr kurzer Zeit. Die am 16. Januar in diesem Jahr beschlossene Ostseestrategie beinhaltet dafür 54 konkrete und ressortübergreifende Empfehlungen und drei große Schwerpunktthemen. Dazu gehört: – die Sichtbarkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Kooperationspartner zu stärken, – eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit für eine gesunde und lebenswerte Umwelt und – gemeinsame Bemühungen für eine Zukunftsfähigkeit und Wohlstand im Ostseeraum zu sichern. Ein wichtiger Punkt ist der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Schon heute wickelt Mecklenburg-Vorpommern 30 Prozent seines Außenhandels mit Ländern des Ostseeraumes ab. Die Ostsee ist das Meer der erneuerbaren Energien. Die Gestaltung der Energielandschaft für den gemeinsamen Wirtschaftsraum erarbeitet Energiesicherheit und Wohlstand. Hiervon kann und wird insbesondere unser Land profitieren, und darauf sollten wir sehr stolz sein. Aber ich will jetzt nicht alle 54 Punkte vorstellen, die unsere Ressourcen bündeln und Potenziale in M-V heben werden. Bei der Kick-off-Veranstaltung am 15. Mai im Ostseestadion Rostock werden Themen wie die Kooperation im Kunst- und Kulturbereich, in der Bioökonomie, bei der Beseitigung von Altmunition, der Wissenschaftskommunikation, der Gesundheitswirtschaft, der Digitalisierung und andere Themen mit zahlreichen Akteuren zum ersten Mal ausgetauscht. Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist kein Geheimnis, dass herausfordernde Aufgaben gemeinsam immer besser und auch schneller bewältigt werden können. Gestalten wir unseren Ostseeraum als Teil eines zukunftsfähigen Netzwerkes, das uns allen nützt, als eine Region der Teilhabe, der Innovation und der Nachhaltigkeit – ganz im Interesse der nachkommenden Generation! – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)
