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Dr. Heiko Geue

15.03.2024 Sitzungen 8/77

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Im Zusammenhang mit der Fachkräftesicherung und dem Fachkräftemangel gewinnt die Thematik der Betrieblichen Gesundheitsförderung in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Es lohnt sich für Unternehmen, die Gesundheit ihrer Belegschaft im Blick zu halten. Gesundheitsförderung ist ein aktives Element der Personalbildung und erhöht die Motivation der Mitarbeitenden. Gleichzeitig ist sie ein Pluspunkt bei der Akquise neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gesundheitsförderung kann dementsprechend ein geeignetes Mittel sein, den veränderten Bedingungen in der Arbeitswelt, vor allen Dingen die Beschleunigung und die Informationsflut, die wir ja alle miteinander erleben, den Zeitdruck, den es gibt, dass darauf angemessen reagiert werden kann. In größeren Unternehmen gibt es bereits erfolgreich etablierte Maßnahmen, die in geeigneter Weise zu transformieren sind, damit auch Kleinst- und Kleinunternehmen die positiven Effekte für sich erkennen und nutzen können. Gerade für unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ist das ein wichtiger Aspekt, weil mit einem Durchschnittsalter von 47,4 Jahren wir hier in Mecklenburg-Vorpommern die drittälteste Bevölkerung in Deutschland haben. Dies spiegelt sich naturgemäß dann auch in den Belegschaften wider. Zudem ist die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor sehr kleinteilig aufgestellt. Von den 67.000, rund 67.000 Betrieben im Land, das ist der Stand vom Ende letzten Jahres, haben 84 Prozent, rund 84 Prozent weniger als zehn Beschäftigte. Also es ist wirklich das Gros der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern mit wenig Beschäftigten. Im Werben um Arbeitskräfte sollten Unternehmen nicht zwangsläufig aufgrund ihrer Größe benachteiligt sein. Das ist ganz wichtig. Auch den Mitarbeitenden von Klein- und Kleinstbetrieben sollten gesundheitsfördernde Maßnahmen angeboten werden. Dabei verdient der Umstand besondere Bedeutung, dass der quotale Anteil von Fehlzeiten in einem Kleinstunternehmen weitaus höher ist als in einem mittleren oder großen Unternehmen. Ist ein Beschäftigter abwesend, der eine spezielle Funktion im Kleinstbetrieb hat, kann der gesamte Arbeitsablauf des Unternehmens gestört werden oder gar infrage gestellt werden. Daher werden Unternehmer und Unternehmerinnen für dieses wichtige Thema zu gewinnen sein in diesem Spagat, der eben ja auch von meinem Vorredner thematisiert worden ist. Um den Aufwand für die Unternehmerinnen und Unternehmer beherrschbar zu halten, sollten für Klein- und Kleinstbetriebe Angebote gemacht werden, die leicht und möglichst ohne bürokratischen Aufwand im Unternehmen eingeführt werden können. Mit der Auslobung eines Präventionspreises für besondere Leistungen sollen primär bereits tätige Klein- und Kleinstunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern in ihrer Arbeit im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention bestärkt werden. Ergänzend dazu sollen Praxisbeispiele entwickelt, vorgestellt und bekanntgemacht werden, um so Impulse zu geben und andere Klein- und Kleinstbetriebe in unserem Bundesland zur Nachahmung anzuregen. Ziel ist es, die Motivation der Klein- und Kleinstbetriebe zu erhöhen, Maßnahmen der Gesundheitsförderung in ihren Betrieben einzuführen, um die Produktivität und Wertschöpfung durch gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und entsprechende Vorsorge zu erhalten. Deswegen sollten Sie dem Antrag der Fraktionen DIE LINKE und SPD zustimmen. (Heiterkeit bei Wolfgang Waldmüller, CDU) Vielen Dank, meine Damen und Herren! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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