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Katy Hoffmeister

CDU 26.01.2024 Sitzungen 8/74

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Thema Denkmalbörse hat der Minister aus meiner Sicht das Entscheidende und Richtige gesagt und auch erklärt, warum dieser Antrag im Kern abgelehnt werden sollte. Ich möchte aber an dieser Stelle etwas Grundsätzliches loswerden, vom Allgemeinen ins Besondere sozusagen: Denkmäler, Gutshäuser, Gutsanlagen, Schlösser, Kirchen, Bauerngehöfte – alles Zeugnisse unserer Vergangenheit, also des Lebens hier in Mecklenburg-Vorpommern. Und ich finde es schön und in weiten Teilen vor allem bewundernswert, manchmal gebe ich zu, auch etwas erstaunlich, wenn es Menschen gibt, die die Verantwortung für diese Gebäude übernehmen, die eben nicht riesige, total löchrige Dächer sehen, die nicht den Schwamm in den Balken sehen, die nicht den Staub von Jahrzehnten scheuen, sondern sich von der Erneuerung von Elektroanlagen oder komplettem Ersteinbau einer Heizungsanlage in solche Gebäude gar nicht erst abschrecken lassen. Sie sehen, was das Denkmal damals dargestellt hat und welche Bedeutung es hat, auch für uns, für die Nachwelt. „Haus mit morbidem Charme“ liest man ab und an in Immobilienanzeigen. Und während viele die Betonung auf „morbid“ lesen und sich abschrecken lassen, sehen Enthusiasten das Wort „Charme“, und das finde ich bewundernswert und tatsächlich aus Sicht einer Bürgerin und eines Bürgers dieses Landes vor allem dankenswert. (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU, DIE LINKE und FDP) Es muss solche Menschen geben, die sich dem Erhalt von Denkmälern verschreiben. Doch nicht alle Denkmäler in M-V sind baufällig. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Visionären. Und, meine Damen und Herren, wir stehen gerade in einem solchen Denkmal. Die Landesregierung sitzt in Häusern mit Geschichte, und die sind restauriert und mit Leben und mit Arbeit gefüllt. (Heiterkeit bei Thore Stein, AfD: Mit Steuerzahlern auch!) Und ich bin sicher, jeder von uns, der hier gerade sitzt, hat sein Lieblingsdenkmal sinnbildlich vor Augen. Und auch wenn schon viele restauriert wurden, darf da unser Bemühen und die Unterstützung der Denkmalbesitzer nicht kleiner werden. Und gern hätte deshalb meine Fraktion gerade im Bereich der Denkmäler der Notsicherung, des Erhalts, auch beim Personal des LAKD im Haushaltsentwurf des Landes mehr Unterstützung gegeben. Und gern hätten … (Thore Stein, AfD: Warum haben Sie den Anträgen nicht zugestimmt, Frau Hoffmeister?) Sie haben unseren Anträgen nicht zugestimmt, wenn ich das weiß. (Thore Stein, AfD: Wir haben Ihren zugestimmt, Sie unseren nicht. Also hören Sie doch auf, so scheinheilig zu reden!) Gern hätten wir auch die Kirchen weiter unterstützt – die Kirchen unseres Landes, oftmals Denkmäler, Zeugnisse einer Zeit, in der die Bevölkerung zu einem überwiegenden Teil arm war und dennoch alles Erdenkliche, sei es Arbeit, Geld, Glauben, in diese Häuser Gottes gesteckt hat. Meine Fraktion ist der Ansicht, dass eine gute Zukunft nur mit Blick auf die Vergangenheit gelingen kann. Und unsere Vorfahren geben uns mit den Bauten diese Verantwortung mit auf den Weg. Diese Denkmäler geben uns einen Einblick in die damalige Zeit, in ihre Wünsche, ihr Denken, ihr Hoffen und ihre Angst. Nur durch anschauliche Zeugnisse können wir unsere Kinder doch nachvollziehen lassen und ihnen beibringen, was diese Zeit damals bedeutet hat. Gern hätte meine Fraktion das Thema „Denkmäler und ihre Bedeutung“ im Haushalt deshalb mehr positioniert, und das gerade, weil das LAKD in seinem Denkmalschutzbericht mahnend aufgezeigt hat, wie viel dort verloren geht, und zwar für immer. Den Antrag der AfD werden wir aber ablehnen. Wir sehen das Land, wir sehen das LAKD nicht als kostenfreien, qualifizierten Immobilienmakler. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Bernd Lange, SPD)

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