Petra Federau
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Erst einmal auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für dieses Thema, welches heute zur Aussprache kommt, weil es ist ein enorm wichtiges Thema! Und als wir vor einiger Zeit hier im Sozialausschuss die Selbsthilfegruppen hier hatten, da wurde es ja einmal kurz thematisiert, und das war so etwas, was einen sehr gleich berührt hatte, zumal eben auch in der Ansprache klar war, hier in Mecklenburg-Vorpommern passierte dieses eben nur aus wirklicher Eigeninitiative heraus. Und es fehlt noch viel Unterstützung, gerade auch in Form von Forschungsarbeiten. Und es hat mich sehr berührt, weil ich tatsächlich auch aus eigener, ja, aus eigenem Erleben heraus … Damals, bei mir in direkter Nachbarschaft wohnte eine Familie, die hatten einen Sohn adoptiert. Als ich damals dort eingezogen bin, ich hatte gedacht, der wäre im gleichen Alter wie meine damals dreijährige Tochter, er war aber tatsächlich schon drei Jahre älter, war also wirklich klein, er hatte noch dieses Babyface und körperlich eben, wie gesagt, wie ein dreijähriges Kind im Ganzen – waren tolle Spielgefährten dann nachher zusammen und eben, wie gesagt, liebevolle Adoptiveltern. Dieses, sich jetzt im Nachgang damit mehr zu noch beschäftigen, wenn man eben mitbekommt, jedes hundertste Kind ist davon betroffen und es wäre zu 100 Prozent vermeidbar gewesen, dass diese Kinder wirklich geschädigt werden, wenn die Aufklärung dagewesen wäre. Denn wirklich viele von uns – und das hat eben Frau Becker-Hornickel auch sehr, sehr intensiv angesprochen –, es sind eben nicht die, unbedingt die Alkoholsüchtigen, die es betrifft, sondern es sind die ganz normalen Frauen, die Mädchen, die vielleicht vorher wirklich gar nicht wissen, dass tatsächlich der kleinste Schluck schon diese Folgen haben kann. Und was mich auch eben hellhörig gemacht hatte, damals, in der kurzen Ansprache, die dort gehalten wurde, dass eben die Forschung auch jetzt soweit schon belegen konnte, dass selbst die Männer – also nicht nur die Frauen – dann die Schuldigen sind, die es dann oftmals so ein bisschen auf sich ja auch genommen haben: Ich habe Schuld, weil ich getrunken habe. Es kann tatsächlich auch der Erzeuger sein, wenn er zu dem, in diesem Moment, zum Zeitpunkt eben alkoholisiert war oder davor stark immer getrunken hat. Und diese Dinge müssen eben bekannt sein, gerade in der Familienplanung, dass, wenn man sich bewusst ist, ich möchte eine Familie gründen, dieses wirklich Zero Alkohol, also kein Alkohol. Und wenn dieses von Anfang an – und da wäre jetzt meine Bitte auch in Richtung Frau Oldenburg, dass dieses in die Bildungspläne mit aufgenommen wird, dass es direkt dort, wo die jungen Menschen, die in den meisten Fällen irgendwann nachher Familien gründen wollen, dass es dort wirklich intensiv und nachhaltig angesprochen wird. Weil dann, wenn man nachher irgendwann wirklich dann in dem Begriff ist, jetzt möchte ich Kinder haben, man sich mit Sicherheit auch daran erinnert, was man in der Schule gelernt hat. Und deswegen würde ich es sehr unterstützen, Frau Martin, auch wenn, wenn es eben – es wird sicherlich viel getan, aber das hier in Mecklenburg-Vorpommern ist eben sehr aus kleinen Initiativen heraus –, wenn dieses eben verstärkt auch in die Richtung Forschung geht, dass wir da weitergucken, woran liegt es, und dass diese vermeidbaren, ja, Probleme, die eben für die Kinder auftreten, dass die in Zukunft vermieden werden können. Und da würde ich mich freuen. Deswegen, ich freue mich wirklich über dieses Thema, was Sie aufgegriffen haben, und lassen Sie uns was Tolles draus machen! – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD)
