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Jeannine Rösler

Die Linke 14.12.2023 Sitzungen 8/70

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst kürzlich habe ich einige Kitas besucht und auch mit Kitaleiter/- innen und mit Erzieher/-innen darüber gesprochen, wie sich ihre Arbeit aktuell gestaltet und welche Erwartungen sie haben. Ich glaube, wir wissen alle, wie anspruchsvoll die Arbeit mit den Kleinen ist, auch körperlich. Ich denke nur an das Tragen und Heben der Kleinen. In einigen Kitas geht es lauter zu als auf einer Großbaustelle, und insbesondere in diesen Monaten ist das Infektionsrisiko gerade auch für die Erzieherinnen und Erzieher sehr hoch. Sie sehen, es ist durchaus kein Zuckerschlecken. Aber in den Gesprächen höre ich immer wieder, wie erfüllend dieser Beruf ist und dass sie sich häufig keinen besseren Beruf vorstellen können. Die Erzieher/-innen empfinden ihre Tätigkeit als zutiefst sinnstiftend. Und ich habe wirklich große Hochachtung davor, wie einfühlsam und liebevoll sie mit den Kleinen umgehen (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE) und wie sehr sie alles dafür tun, dass ihre Schützlinge vor allem einen guten Übergang in die Schule haben. Für diese aufopferungsvolle und sehr verantwortungsvolle Arbeit gebührt allen, die für eine gute Betreuung und Förderung sorgen, wirklich großer Dank. Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, ja, es gibt klare Erwartungen an uns als Politik, und wir stehen da selbstverständlich in der Verantwortung, die Qualität der Kindertagesförderung und der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Die Initiativen der Bildungsministerin Simone Oldenburg, die in ganz konkrete Maßnahmen mündeten, haben bereits zu einer besseren Personalausstattung und damit zu einer Entlastung geführt. Dies wurde mir beim Besuch in den Kitas auch immer wieder so gespiegelt, und das wird durchaus anerkannt. Das kommt schon an, das wirkt vor Ort. Die Nichtanrechnung der ENZ-Azubis auf den Personalschlüssel hat sowohl für die Einrichtungen als auch für die Auszubildenden positive Effekte. Wir haben dadurch fast 300 Fachkräfte mehr gewonnen. Im Bundesvergleich brauchen wir unser Licht keineswegs unter den Scheffel zu stellen. Wir haben mit 78 Prozent unserer Einjährigen und 94 Prozent unserer Dreijährigen eine wirklich ganz hohe Betreuungsquote erreicht. Annähernd 80 Prozent der unter elfjährigen Schulkinder nehmen ein Hortangebot in Anspruch. Weil Frau Wegner das gestern so sagte, die Kinder würden zu Hause sitzen, das sind, das ist eine ganze Menge, ein riesiger Unterschied zum Bundesdurchschnitt, der gerade mal bei 16 Prozent liegt. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Torsten Koplin, DIE LINKE: Das muss man mal anerkennen.) Unser pädagogisches Personal ist hoch qualifiziert. 84 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kitas und 87 Prozent in Horten besitzen einen einschlägigen Fachschulabschluss. Und darüber hinaus hat sich der Anteil der Hochschulabsolventinnen und -absolventen in den Kitas seit 2010 von 10 auf 37 Prozent im Jahr 2022 erhöht. Und damit sind wir wirklich Spitzenklasse. Meine Damen und Herren, darauf bauen wir auf jeden Fall auf. Und jede Qualitätsverbesserung wird aus Landesgeldern auch bezahlt. Die Änderung des KiföG zielt darauf ab, das Angebot der Kindertagesförderung sowohl qualitativ als auch quantitativ zu verbessern. Und es ist gesagt worden, dazu gehört eben auch ein besseres Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten auf jetzt 1 : 14. (Torsten Renz, CDU: Ab 01.01.26.) Für unsere Bildungsministerin ist die Sicherung und Gewinnung von pädagogischen Fachkräften eine der wichtigsten Aufgaben. Und deshalb ist eine ganze Reihe von Maßnahmen auch vorgesehen. Der Fachkräftekatalog wird um Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss im pädagogischen Bereich erweitert. Und das ist auch durchaus sinnvoll. Durch die Aufnahme von Alltagshelferinnen und Alltagshelfern in das Gesetz wird das Programm – das sich im Übrigen sehr bewährt hat, und da fragen Sie gerne mal vor Ort, wie das angenommen wird –, wird jetzt fortgeführt. So können eben auch künftig die Fachkräfte von nicht pädagogischen Aufgaben entlastet werden. Dafür sind die sehr dankbar. Und so können sie sich natürlich viel mehr auf die Förderung der Kleinen konzentrieren. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Christine Klingohr, SPD: Genau! Sehr gut!) Künftig können Studierende der Kindheitspädagogik und eben auch Assistenzkräfte mit pädagogischer Ausbildung flexibel in den Kitas tätig werden. Das ist aus praktischer Sicht sehr, sehr sinnvoll und steht dem Fachkräftegebot keineswegs entgegen, weil es sind ergänzende, es sind zusätzliche Möglichkeiten, die jetzt aufgemacht werden. (Christine Klingohr, SPD: Genau!) Meine Damen und Herren, diejenigen, die zu staatlich anerkannten Erzieherinnen Erziehern ausgebildet werden, sollen und müssen angemessen vergütet werden. Und deshalb sollen unsere Azubis in der ENZ-Ausbildung künftig nicht unter 90 Prozent des vergleichbaren Entgelts im öffentlichen Dienst erhalten. Und das ist ja kein Geheimnis, dass eine gute Bezahlung auch eben dazu führt, dass sich mehr junge Leute für diese Ausbildung interessieren. Und wir sind da wirklich hoffnungsvoll, dass auch noch mehr junge Leute diese Ausbildung dann auch wahrnehmen werden, und wir brauchen sie ja auch. Meine Damen und Herren, Eltern und deren Vertretungen wünschen sich mehr Mitsprache und Beteiligung. Das setzen wir um. Sie erhalten mehr Beteiligungsmöglichkeiten in allen Dingen, die wichtig sind, wie etwa Öffnungs- und Schließzeiten oder eben auch die Essensversorgung. Es ist schließlich nur von Vorteil, wenn Eltern sich aktiv einbringen, Interesse zeigen, Verständnis entwickeln und letztlich auch zufriedener sind. Unsere Kleinen brauchen, egal, wo sie wohnen, unabhängig ihrer Herkunft, ihrer familiären sozialen Situation, gute Bedingungen, um sich entfalten und entwickeln zu können. Und deshalb ist es wichtig und richtig, dass künftig dort mehr Personal eingesetzt werden kann, wo es eben sozialräumlich auch besondere Bedarfe gibt. Das ist ein wunderbarer Schritt, und das haben wir auch so aufgenommen jetzt mit dem Gesetz. Ich bin darüber sehr froh. (Torsten Renz, CDU: Ich denke, das gab es schon immer?!) Es ist entscheidend, dass wir die Beschäftigten, die sich um unsere Kinder kümmern, unterstützen und sie in die Lage versetzen, ihre enorm wichtige Arbeit mit den Kindern bestmöglich verrichten zu können. Mit diesem Gesetzentwurf oder mit dieser Änderung des KiföGs gehen wir da einen richtigen und wichtigen großen Schritt. – Vielen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE)

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