Reinhard Meyer
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Sehr verehrter Herr Damm, ich würde gerne mal als Moderator bei einem Gespräch zwischen Ihnen und Minister Habeck dabei sein. (allgemeine Heiterkeit) Es wird nicht nur bei diesem Thema spannend, sondern sicherlich auch bei anderen. Meine Damen und Herren, wir reden über das Thema Wasserstoff … Es war durchaus ernst gemeint. (Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir reden über das Thema Wasserstoff, und manchmal habe ich das Gefühl, bei all den Diskussionen, die wir führen, auch ich zugegebenermaßen, dass wir über einen Stoff der Träume reden, der Träume für die Zukunft. Ich glaube, dass nicht nur Wasserstoff alleine die Antwort auf die zukünftige Energieversorgung sein wird, sondern, das will ich gleich vorwegsagen, wir müssen technologieoffen und wir müssen pragmatisch denken. Und deswegen wird es wichtig sein, sich ein bisschen mit diesem Thema auseinanderzusetzen, zweifelsohne. Strategien beim Wasserstoff haben wir ohne Ende, vom Bund, von den norddeutschen Ländern, von den ostdeutschen Ländern. Ja, auch wir für Mecklenburg-Vorpommern haben den Entwurf in unserem Haus, den wir demnächst abstimmen werden mit den Akteuren. Es gibt jede Menge Projekte zum Wasserstoff, fast alle auf dem Papier. Wir beschäftigen uns in Konferenzen mit Wasserstoffnutzung, zuletzt diese Woche in Hamburg mit vielen Akteuren aus Norwegen, wo die Ministerpräsidentin zugegen war, nächste Woche auf der Küstenwirtschafts- und Verkehrsministerkonferenz, kurz KüWiVerMinKo, und so weiter und so weiter. Und deswegen ist es vielleicht wichtig, noch mal klar darzustellen, wo liegen eigentlich die Schwerpunkte der Landesregierung. Unsere Basis ist eindeutig die Erzeugung von erneuerbaren Energien, die Erzeugung von grünem Strom und damit die Erzeugung von grünen Wasserstoff und klimafreundlichem Wasserstoff hier im Land Mecklenburg-Vorpommern. Davon werden wir auch nicht abrücken. Warum brauchen wir das? Wir brauchen grünen Wasserstoff als Speichermedium. Wir brauchen das aber auch für Forschungszwecke. Deswegen ist es sehr, sehr wichtig, dass da am Standort Rostock die verschiedenen Institute und Akteure miteinander arbeiten. Und wir brauchen die IPCEI-Projekte, die schon genannt worden sind, in der nahen Zukunft, dass sie auch tatsächlich nicht nur finanziell abgesichert werden, sondern auch umgesetzt werden können. Und, meine Damen und Herren, zweiter großer Punkt, ich betone das immer wieder, weil das etwas schwieriger ist, dass wir, wenn wir über Wasserstoffwirtschaft reden, auch über Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern reden, nicht nur in diesem Forschungsbereich, dass Unternehmen davon profitieren, aber dass wir auch ganz praktische Anwendungen von grünem Wasserstoff haben, vom Lkw-Verkehr bis zum ÖPNV, viele sind da bereits unterwegs, weil nur bei den praktischen Anwendungsbeispielen werden die Bürgerinnen und Bürger verstehen, warum Wasserstoff Sinn macht. Und, meine Damen und Herren, ich kann nicht verhehlen, ich war ja gerade in Schweden und Norwegen, natürlich spielt der Strompreis bei grünem Strom ganz besonders eine große Rolle. Und es war sehr interessant zu beobachten in Schweden, dass es vier Strompreiszonen gibt. Und wo gibt es jetzt die grünen Stahlwerke, die Batteriewerke et cetera pp? In Nordschweden, weil da der günstigste Strompreis ist, übrigens die Hälfte beim Strompreis von dem in Südschweden, und das versteckt ein bisschen die Debatte, die wir immer wieder um die Netzentgelte führen et cetera pp, das ist eine ganz wichtige regulatorische Voraussetzung, um tatsächlich wettbewerbsfähig zu sein. Aber, meine Damen und Herren, wir wollen technologieoffen sein, und deswegen reden wir auch über blauen Wasserstoff. Warum? Ich bin ja auch in Oslo gewesen, habe viele Gespräche geführt mit verschiedensten Akteuren und erlebe, dass die Norweger sehr viel pragmatischer als wir mit dem Thema umgehen, sowohl was blauen Wasserstoff als auch grünen Wasserstoff angeht, übrigens als „Low Carbon“ bezeichnet, aber zweifelsohne, da haben Sie recht, natürlich nicht in der CO - 2 Freiheit, wie wir das bei grünem Wasserstoff haben. Und deswegen ist, sage ich an der Stelle auch sehr deutlich, wenn wir blauen Wasserstoff in Zukunft nutzen sollten, dann ist das eindeutig eine Übergangstechnologie, ich will es so deutlich formulieren. Aber wir werden erleben, dass blauer Wasserstoff in Zukunft nach Deutschland importiert wird, zum Beispiel nach Wilhelmshaven, nach Brunsbüttel. (Der Abgeordnete Hannes Damm bittet um das Wort für eine Anfrage.) Und damit stellt sich die Frage in Mecklenburg-Vorpommern, ich stelle die Frage auch, machen wir da mit oder lassen wir das einfach anders laufen.
