Sebastian Ehlers
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Kollege, Sie versuchen sich immer wieder, in die Opferrolle, dort reinzustellen! (Zuruf von Horst Förster, AfD) Sie sagen, Sie hat die Rede von meiner Kollegin Hoffmeister emotional angesprochen, und das nehme ich Ihnen einfach nicht ab, denn ich habe mir noch mal angeschaut das Plenarprotokoll vom 10. April 2019. Da waren Sie ja schon Mitarbeiter der Fraktion. Da ging es um den Antisemitismusbeauftragen hier. (Heiterkeit bei Enrico Schult, AfD: Ja, aber das ist doch nicht die Legislaturperiode. Da sind Sie aber weit zurückgegangen.) Herr Schult, schön, dass Sie jetzt auch endlich der Debatte hier beiwohnen! … da ging es um den Antisemitismusbeauftragten. (Zuruf von Horst Förster, AfD) Da haben Sie als einzige Fraktion nicht mitgestimmt. Herr Förster hat damals erklärt, brauchen wir nicht, ist kein Thema in Mecklenburg-Vorpommern. (Julian Barlen, SPD: Hört, hört!) Ihr Vordenker, Herr Höcke, ist ja einer Ihrer engsten Freunde, fordert „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Ja. – Jeannine Rösler, DIE LINKE: Genau!) Herr Gauland, und ich zitiere, der sagt, „die Vernichtung der Juden“ nimmt „zu viel Raum im deutschen Geschichtsbewusstsein“ ein. Und Ihr ehemaliger Parlamentarischer Geschäftsführer, Herr Professor Weber, dem Sie auch ja lange zugearbeitet haben, der hat wörtlich erklärt – wir haben über die Stolpersteine gerade gesprochen –, (Zuruf von Jens Schulze-Wiehenbrauk, AfD) der hat dazu gesagt: „Wir brauchen keine Stolpersteine! Stolpersteine pflegen solange eine überholte Erinnerungskultur, wie nicht auch der vielen unschuldigen Opfer des alliierten Bombenterrors gedacht und für diese Stolpersteine angelegt werden“. Das ist Ihr Umgang mit unserer Erinnerungskultur! Und deswegen nehme ich es Ihnen nicht ab, wenn Sie sich hier hinstellen und sagen, es hat Sie emotional alles abgeholt. Das ist die AfD-Politik, das ist die Realität, und ich glaube, das müssen die Menschen draußen auch wissen, dass das eine das jetzt ist, diese Opferrolle, die Sie spielen, und das andere ist einfach, dass Sie, und da entfernen Sie sich leider aus dem demokratischen Bereich, (Zuruf von Jens-Holger Schneider, AfD) indem Sie einfach hier diese Erinnerungskultur, dieses Gedenken verlassen, und diesen würdigen Tag, den 9. November, damit auch komplett entwürdigen. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Sehr gut!) Das, meine Damen und Herren war mir noch mal wichtig, hier zu sagen! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, CDU DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Barbara Becker-Hornickel, FDP, und Minister Dr. Till Backhaus)
