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Daniel Seiffert

Die Linke 08.11.2023 Sitzungen 8/66

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Am Anfang möchte ich mich gleich mal bedanken bei der CDU, dass Sie heute das Heizen im ländlichen Raum in den Mittelpunkt der Diskussion stellen, (Sebastian Ehlers, CDU: Gerne.) denn tatsächlich ist das Heizen mit Biomasse, also entweder mit Scheit- oder Pelletheizung, relativ verbreitet im ländlichen Raum. Ich kenne sogar einige Beispiele von Bewohnerinnen und Bewohnern im ländlichen Raum, die im Zuge der drohenden Öl- und Gasmangellage und den geradezu explodierten Preisen für diese fossilen Energieträger als direkte Folge des unsäglichen Angriffskrieges auf die Ukraine auf Pelletheizung umgestellt haben. Und natürlich muss Mecklenburg-Vorpommern all seine Möglichkeiten nutzen, dass sich dieser Umstieg nicht als völlige Fehlinvestition erweist und eine weitere Nutzung auch noch in 20 Jahren möglich bleibt. Im Gegensatz zu Ihrer Fraktion, werte Kolleginnen und Kollegen der CDU, verstehen wir das Verbrennen von Biomasse aber nicht als eine der wenigen vernünftigen und nachhaltigen Alternativen, um Ein- und Mehrfamilienhäuser im ländlichen Raum zu beheizen. Wir halten das Verbrennen von Biomasse an sich nicht für nachhaltig. Heizen mit Holz hat zwar in der schönen Theorie eine ausgeglichene Klimabilanz, da bei der direkten Verbrennung nur so viel CO freigesetzt wird, wie der Baum 2 vorher aufgenommen hat. Energieaufwand bei der Ernte, lange Transportwege, steigende Nachfrage, Pelletierung unter weiterem Energieeinsatz (Stephan J. Reuken, AfD: Wie ist denn das bei Elektroautos?) und Holz aus nicht zertifizierten Quellen verhageln die Umwelt- und Klimabilanz dieses Brennstoffes deutlich. (Beifall Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Im Übrigen finde ich es nicht gerade sinnvoll, die Forstwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf die Produktion von Brennstoffen als einen Hauptzweig auszurichten. Klimawandel, Kalamitäten und steigende Nachfrage nach Brennholz verringern zudem den Waldbestand nicht nur in Deutschland. Vielmehr sollten wir gemeinsam die Umstellung der hiesigen Forste zu Dauerwäldern unterstützen, zuvorderst eine stoffliche Nutzung, zum Beispiel als Baustoff oder als Werkstoff (Beifall Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und dann eine Kaskadennutzung von Holz fördern, als vermehrt Holz als alternativen Brennstoff zu nutzen. Alles besser als gute Vorsätze und Klimaschutz in Rauch aufgehen zu lassen, denn solange das Holz nicht verbrannt wird oder natürlich verrottet, bleibt das CO darin gespei-2 chert und der Wald kann tatsächlich als CO -Tränke 2 genutzt werden, vorausgesetzt, … (Der Abgeordnete Martin Schmidt bittet um das Wort für eine Anfrage.)

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