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Horst Förster

AfD 08.11.2023 Sitzungen 8/66

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich stelle einfach nur fest, dass Sie auf gewisse Probleme und Argumente überhaupt nicht eingehen, insbesondere auf die Argumente, dass dieses Gendern, wenn Sie es durchziehen, nicht funktioniert. Da habe ich mehrere Beispiele genannt. (Martina Tegtmeier, SPD: Das ist doch Ihr Problem!) Aber das Entscheidende ist doch, wenn Sie meinen, das ist alles so ganz normal, es ist eben nicht normal. Wir haben auf der einen Seite eine Sprache, die sich – mit Luther fing es ja im Wesentlichen an, die Normierung – so entwickelt hat als sächsische Kanzleisprache erst mal und die heute unser Hochdeutsch ist, neben den vielen Dialekten, die uns verbindet. (Zuruf von Jutta Wegner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Die Sprache ist ein ganz erhebliches, wesentliches Element des Zusammenhalts. (Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Wilhelm von Humboldt, glaube ich, hat mal gesagt, was immer die Deutschen auseinandergeführt hat, ihre Sprache hat sie wieder zusammengeführt. Unsere Sprache ist das, was uns verbindet, (Torsten Koplin, DIE LINKE: Das hat sich weiterentwickelt, weil sich die Wirtschaft auch weiterentwickelt.) mehr als alles andere. Und das, was Sie jetzt sagen, Ihre ganze Gendergeschichte, die ist ja nicht das Ergebnis eines normalen Sprachwandels, sondern das hat sich die feministische Linguistik ausgedacht, und das wird dann in Paragraf 4 dort irgendwo normiert. (Enrico Schult, AfD: Genau. – Zuruf von Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Aber seien Sie sicher, darüber wird man in 20/30/40 Jahren lachen. Es ist nämlich eine absolute, (Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) absolute, absolute Illusion zu glauben, dass Sie einem Volk seine normale Sprache austreiben können, dass man nicht mehr die Brötchen beim Bäcker kauft und dass, wenn einer ein Wehwehchen hat, sagt, dann musst du mal zum Arzt gehen, dass man sagt „zur Ärztin oder Arzt“. Oder ich habe das Beispiel Lauterbach gebracht. Sie müssen doch merken, wie kompliziert und schwierig das ist auszuweichen. Sie gehen gar nicht darauf ein, dass, wenn Sie die Sprache pflegen und in der Schule aufgepasst haben, das, was Sie mit diesen Ausweichformen, wie Partizip, machen, einfach nicht sprachgerecht ist, völlig falsch ist. Und haben Sie mal je nachgedacht über die – jetzt Ihr Argument – Zuwanderer, die zu uns kommen, … (Zuruf von Marcel Falk, SPD) Ja, auch die habe ich jetzt im Auge. … die sich wirklich integrieren wollen. Die sollen dann auch welche Sprache lernen, normales Deutsch oder gegendertes Deutsch? Und Sie stellen ja fest, wie viel … (Enrico Schult, AfD: Dann hauen die ja freiwillig wieder ab.) Auch im Gendern gibt es ja von Doppelpunkt und Strich bis zu künstlicher Sprachpause allen möglichen Firlefanz. Nochmals, es wird Ihnen nicht gelingen. Es gab mal eine Zeit, ich will das Wort nicht wiederholen, in der NS-Zeit, wo alle eine bestimmte Unterschrift machten, die fängt mit „H“ an. Und wir hatten den Sozialismus, da schrieben alle „Mit sozialistischem Gruß“. Es war ganz schnell weg. (Zuruf von Torsten Koplin, DIE LINKE) Sie werden es nicht schaffen, dem Volk diese gekünstelte Sprache beizubringen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD) Da können Sie ganz sicher sein. Jede Mutter wird mit ihrem kleinen Kind so sprechen, wie es der Natur in der Normalität entspricht. Und zu glauben, dass das irgendwas damit zu tun hätte, man wäre gegen die Gleichberechtigung, das ist doch völlig irre! Wenn Sie sich was mit Gleichberechtigung aussuchen, dann nehmen Sie doch das Kopftuch! (Unruhe vonseiten der Fraktionen der SPD und DIE LINKE – Beatrix Hegenkötter, SPD: Oh!) Sehen Sie mal, im Iran bejubeln wir die Frauen, die das Kopftuch ablegen und dafür bestraft werden. Das empfinden Sie als Symbol der Freiheit. (Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Zum Thema sprechen! – Zuruf von Beatrix Hegenkötter, SPD) Und bei uns, wenn sie mit Kopftuch rumrennen und es viele stört, weil wir das als Symbol der Unfreiheit empfinden, dann sagen Sie „sensible …“, wie heißt es da, also … (Zuruf von Rainer Albrecht, SPD) Wie? (Enrico Schult, AfD: Kultursensibel.) Ja, kulturelle Sensibilität sollen wir dann betreiben. Sie merken, in welchen Widersprüchen Sie sich bewegen. Also nochmals … (Zuruf von Beatrix Hegenkötter, SPD) Und dann kommt doch ganz konkret so was raus wie das Dolmetschendengesetz statt Dolmetschergesetz, wo alle Beteiligten sich dagegen gewandt haben, aber unsere Justizministerin geradezu, ja, ich würde mal sagen, besessen das durchgesetzt hat, Dolmetschendengesetz. Was für ein Deutsch, völlig irre! (Zuruf von Dr. Anna-Konstanze Schröder, SPD) Und im selben Gesetz wird Bezug genommen auf das Bundesgesetz Dolmetschergesetz. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der AfD) Also wie gesagt, die Bürger werden diese gekünstelte Sprache, soweit sie vorgeschrieben ist … (Zuruf von Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Natürlich wird sie vorgeschrieben! Ich habe hier als Beispiel genannt, an Universitäten gibt es Punktabzug. (Unruhe vonseiten der Fraktion DIE LINKE – Zurufe von Michael Noetzel, DIE LINKE, und Steffi Pulz-Debler, DIE LINKE) Ja, ist das denn nicht etwa Zwang von oben?! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Jawohl!)

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