Horst Förster
Herr Krüger, ganz kurz. Ich weiß nicht, warum wir uns das Leben so schwer machen, indem wir dann gegenseitig dem anderen etwas unterstellen, was er so nicht gesagt hat. Ich habe nicht den Egoismus gepredigt. Ich habe nur gesagt, wir müssen alles mit Augenmaß betreiben und dabei stets bedenken, welche Wirkung es wirklich global hat. Und wenn alle unserem und die anderen unserem Beispiel folgen, ist es schön und gut, aber das werden sie zum großen Teil nicht machen. Das ist Punkt eins. (Unruhe vonseiten der Fraktion der SPD – Zuruf von Philipp da Cunha, SPD) Dann haben Sie Europa angesprochen. Wissen Sie, gerade mir und meiner Generation müssen Sie nicht erklären, dass Europa als Friedensgemeinschaft, als Friedensordnung nach diesen fürchterlichen Kriegen etwas ist, was jeder vernünftige Mensch bejaht, auch in unserer Fraktion, unserer Partei. Wir reden aber, und ich auch, über ein Europa, wie de Gaulle und Adenauer es hatten, in gewisser Weise ein Europa der Vaterländer, wo, man kann nur sagen, Subsidiaritätsprinzip, wo die einzelnen Nationen in ihrer Eigenart weiterleben können und nicht zum Beispiel eine monströse Bürokratie uns von Brüssel aufgeladen wird. Als wir in Brüssel waren, ist bei mir eins hängengeblieben, wo einer sehr offen erklärte, mit der Ausweitung der EU kriegen wir jedes Mal mit jedem Land auch einen neuen Kommissar. Und jeder Kommissar muss neue Tätigkeiten haben. Da sucht man sich neue Ideen. Das ist wohl eine der fundamentalen Fehlentwicklungen, dass immer mehr Bürokratie kommt. Das beklagen wir doch oft genug. Das ist die Frage, dass wir immer, dass EU auf den – muss ich aber jetzt nicht vertiefen, ich will nur dagegen wettern oder mich dagegen wenden, dass Sie unterstellen, eine Kritik an der EU, wie sie derzeit funktioniert, würde bedeuten, dass man Europa und dieses unendlich wichtige System der Friedensordnung, der europäischen Friedensordnung, irgendwas dagegen hat. Das Gegenteil ist der Fall. Und nochmals, ich bin nur auf diese Thematik gekommen, weil uns vorgeworfen wurde, wir würden Angst schüren. In der Klimadiskussion werden massiv jeden Tag Ängste geschürt und wird den Leuten klargemacht, (Zuruf von Petra Federau, AfD) wenn wir nicht alles ändern, dann geht die Welt unter. Nur deshalb habe ich gesagt, das ist ein Riesenmissbrauch. Das ist wirkliches Angstschüren, weil Sie stets so tun, …
