David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich denke, das wäre ein gutes Thema gewesen für unseren Wetterfrosch Stefan Kreibohm. Der würde vielleicht mit einem leichten Wetterbericht hier anfangen: Uns erwartet heute Abend ein leichter Bodennebel über dem Stoppelfeld Nord. (Heiterkeit bei Ann Christin von Allwörden, CDU) Am dritten Windrad Ost ist mit leichtem Schwurbel zu rechnen (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD) und die Temperaturen könnten lokal um leichte 0,2 Grad Celsius (Beifall René Domke, FDP) von den darüberliegenden Luftschichten abweichen. (Heiterkeit bei Nadine Julitz, SPD – Beifall und Heiterkeit bei Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Julian Barlen, SPD: Sehr gut!) In einzelnen Sitzreihen dieses Landtages kann es durchaus zu spontanen Windzügen kommen, (Heiterkeit bei Nadine Julitz, SPD) insbesondere zu kleinem Temperaturabfall, wenn zeitweise die Tür geöffnet wird. (Heiterkeit vonseiten der Fraktion der SPD und Elke-Annette Schmidt, DIE LINKE) Das wäre vielleicht der Anfang. (Julian Barlen, SPD: Windzug zwischen den Ohren vor allem. – Heiterkeit bei Beatrix Hegenkötter, SPD) Den haben wir auch. So, lokales Klima. Keine Frage, wir spüren alle, lokal kann sich das Wetter ändern. Klima heißt das ja eigentlich in der Regel erst, wenn es ein bisschen größer ist. Und fragen wir uns doch mal, im Sommer – also bis auf die drei Wochen Regen –, ich denke, das war hinreichend heiß, wer hat denn hier alles einen Ventilator laufen lassen?! Also ich habe bei uns in der Fraktion – also wir haben ja keine Klimaanlage und wir sitzen ja auch drüben in der Puschkinstraße unterm Dach, es ist verdammt heiß, ich habe von dem einen oder anderen gehört, auch hier im Schloss wird es sehr heiß –, da haben auch einige einen Ventilator. Und ich muss sagen, tatsächlich, wenn der Ventilator läuft, (Zuruf von Sandy van Baal, FDP) dann verändert sich genau in der Windrichtung meine Wetterlage so, dass es wenigstens ein bisschen abkühlt und erträglich ist. Das Dumme ist nur, sobald ich den Raum verlasse oder nicht mehr dort im Zug stehe, habe ich nichts mehr davon. Also ja, wir nehmen das ernst, da können lokale Klimaveränderungen stattfinden. Und es gibt auch hinreichend Forschung. Ich habe ja festgestellt, alle haben ja einigermaßen die gleichen Studien gelesen. Das ist ja auch hinreichend spannend. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und es gibt ja nicht nur die Untersuchungen auf der Nordsee, es gibt ja auch Simulationen über die Sahara, wo dann mal irgendwie gerechnet wurde, wenn wir 20 Prozent der Sahara mit PV-Anlagen oder Windkraft irgendwie vollstellen würden, dann kommt es, ja, dann kommt es eventuell sogar zu einer Begrünung der Wüste und wir könnten wieder mit ein bisschen mehr Regen dort rechnen. Und dann guckt man mal, 20 Prozent der Sahara – ja, französische Atlantikküste bis Ostgrenze Polens und die Nordsee bis zum Mittelmeer, das wäre die Fläche. Ist das realistisch? Ich glaube, nicht. Ist das ein simuliertes Modell, was man rechnen kann? Klar, Wissenschaftler haben Spaß zu forschen, sollen sie auch. Und ich glaube ja auch, wir können hier durchaus forschen. Wir können ja hier in Mecklenburg-Vorpommern so ein kleines Projekt mal auflegen und sagen, wir machen jetzt in jedem Windfeld, was wir hier an Land haben oder auch in der Ostsee, so Temperaturmessungen leicht überm Boden, im Boden und vielleicht in der Höhe darüber, entsprechend groß ausgelegt, das Gleiche noch mal mit Windmessstellen. Vielleicht kommen wir ja heute noch zu den Nitratmessstellen, das können wir ja vielleicht gleich in einem Zusammenhang machen und die Messstellen alle ausbauen. (René Domke, FDP: Gleich mit abgefrühstückt.) Dann kriegen wir da mehr Forschung und lassen das fünf Jahre laufen, gucken wir weiter, wie der Klimawandel sich verschärft, und am Ende sehen wir zu, dass wir nichts gekonnt haben. Das ist doch irgendwie das Ergebnis und das Ziel, was die AfD hier wieder einmal verfolgt. Natürlich, Sie nehmen ein Thema auf, genau wie vorhin: anderes Thema, selbes Muster. (Thomas Krüger, SPD: So ist es.) Niemand, niemand hier in diesem Land freut sich darüber, ein Windrad im Garten zu haben. Und bei uns in der Partei ist das auch megaumstritten und die allermeisten sagen, wir wollen das nicht. Die Leute lieben die Landschaft hier in Mecklenburg-Vorpommern und sie wollen sie nicht verschandelt wissen durch Windräder. Und doch kommen wir zu dem Punkt, wo wir sagen, das geht nicht anders, wir brauchen das und das wird für eine Zeit notwendig sein, die Energiewende müssen wir machen. Und momentan sind Windräder und Solarparks die beste, schnellste und günstige Lösung, da voranzukommen, und natürlich der Ausbau der Speichertechnologie Wasserstoff bei uns im Land. Dann kommen wir da hin. Und ansonsten können wir noch messen, solange wir wollen. Der Ansatz der AfD verfolgt wieder einmal nur, oh, da ist etwas, oh, wir schüren Ängste, oh, wir nehmen das, was die Leute nicht wollen, und präsentieren eine Lösung, die keine Lösung ist, fertig ist der AfD-Antrag. – Danke schön! Lehnen wir ab. (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
