Petra Federau
Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! In den vergangenen Jahren gab es bereits weltweit Untersuchungen und Studien, inwieweit Windparks Auswirkungen auf die Umwelt haben. Nachdem nun auch im vergangenen Jahr die Studie mit dem Namen „Entstehung großräumiger hydrodynamischer Nachläufe von Offshorewindparks“ für den Bereich vor der Deutschen Bucht erschien, (allgemeine Unruhe – Zuruf vonseiten der Fraktion der AfD: Können Sie bitte für Ruhe sorgen?!) haben wir dieses zum Anlass genommen, eine Anfrage an die Landesregierung zu richten. Wir fragten unter anderem, inwieweit der Landesregierung diese Studien und weitere Informationen dazu bekannt sind und wie sie damit umgegangen ist und ob auch sie davon ausgehe, dass Windkraftanlagen einen Einfluss auf die Meteorologie haben können. Weiterhin wollten wir unter anderem wissen, ob lokale Klimamodelle zur Erfassung vor Ausweisung eines Windeignungsgebietes durchgeführt werden. Die Antwort der Landesregierung auf unsere zehn Fragen war kurz, sodass ich diese auch sehr kurz vorlesen kann. Ich zitiere: „Die genannte Studie … bezieht sich auf die südliche Nordsee, insbesondere auf die Deutsche Bucht. Deren Schlussfolgerungen sind nicht per se auf die Ostsee übertragbar, weil in der Nordsee deutlich höhere Windgeschwindigkeiten und andere atmosphärische Einflüsse herrschen als an der Ostsee. Für die Ostsee wie auch für andere Meere liegen nach Kenntnis der Landesregierung bislang keine vergleichbaren Studien vor. Gleichwohl wird ein Einfluss von großen Windparks auf atmosphärische und ozeanische Prozesse nicht ausgeschlossen. Hierzu bedarf es allerdings fundierter Studien speziell für den Bereich der Offshore-Windparks in der Ostsee. Ähnliches gilt auch für den Onshore-Bereich.“ Zitatende. Das sehen wir genauso. Meine Damen und Herren, unser vorliegender Antrag fordert deshalb eine solche wichtige und grundlegende Untersuchung, welche die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf das lokale Wetter, insbesondere die Umgebungstemperaturen und Niederschlagsmuster beleuchtet, denn die kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, ebenso wie etliche weltweite Studien der vergangenen Jahre auch, dass Windkraftanlagen die Umgebungstemperatur erhöhen, insbesondere in den Nachtstunden. (Zuruf von Hannes Damm, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dies wird auf die Verwirbelung, die Umwälzung der Luftschichten durch die Windräder, zurückgeführt, was wiederum zu einem Anstieg der Lufttemperatur über dem Boden führt. Ebenso gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass in der Nähe von Windrädern weniger Niederschlag auftreten könnte, da große Windräder den Wind abbremsen, indem sie ihm die Bewegungsenergie entziehen und damit die Verdunstung und somit den Niederschlag verringern könnten. Angesichts der Tatsache, dass Mecklenburg-Vorpommern nicht nur über einzelne Windräder, sondern über große Windparks verfügt und diese enorme Anzahl sogar noch verdreifachen will, ist es von entscheidender Bedeutung, die Auswirkungen dieser bis zu 240 Meter und perspektivisch sogar noch höheren Anlagen auf das lokale Wetter und insbesondere auf die landwirtschaftlichen Flächen sowie unsere Wälder und Ostsee zu verstehen. Mögliche negative Auswirkungen müssen sorgfältig abgewogen und Maßnahmen ergriffen werden, um diese zu minimieren. In Anbetracht des geplanten massiven Windkraftausbaus ist es bereits jetzt schon fahrlässig, sich nicht mit den negativen Auswirkungen zu befassen. Der Ministerpräsidentin liegen bereits seit der vergangenen Legislaturperiode eindringliche Informationen zu der Problematik vor, wie uns vorliegender Schriftverkehr bestätigt. Handeln ihrerseits: null. Deshalb ist es nun dringend erforderlich, weiterführende Forschungen und Modellierungen durchzuführen, um zu verstehen, wie der Ausbau der Windenergie das lokale Wetter in unserem Bundesland beeinflusst. Es sollte im Sinne aller Fraktionen sein, mögliche negative Auswirkungen so gut es geht bereits im Vorfeld auszuschließen. Da also bislang keine vergleichbaren Studien für unsere Küsten- und Seegebiete vorliegen und die Landesregierung auf Anfrage meiner Fraktion selbst nicht ausschließt, dass große Windparks atmosphärische und ozeanische Prozesse beeinflussen können, ist es dringend erforderlich, umfassende Untersuchungen für die betroffenen Standorte der On- und Offshorewindparks durchzuführen. (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos – Constanze Oehlrich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ich weiß noch was anderes, was das Wetter beeinflusst: der Klimawandel.) Meine Damen und Herren, jede Art der Energiegewinnung hat Vor- und Nachteile, und diese haben immer begutachtet und abgeschätzt zu werden. Nachteile aus ideologischen und vor allem monetären Gründen abzulehnen, wäre fatal. Angesichts der besorgniserregenden weltweiten Studien zu den Risiken und Nebenwirkungen wäre es also geradezu fahrlässig, diese nicht für M-V zu erforschen. (Daniel Seiffert, DIE LINKE: Es gibt keinen Klimawandel, jaja.) Ich bitte selbstverständlich um Zustimmung zu unserem Antrag – Herzlichen Dank! (Beifall vonseiten der Fraktion der AfD und Dr. Eva Maria Schneider-Gärtner, fraktionslos – Heiterkeit bei Andreas Butzki, SPD: Das wird immer schlimmer mit den Anträgen, du!)
