David Wulff
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Der Kollege Damm ging schon einmal tausend Jahre zurück jetzt in der Geschichte. Ich möchte nur einen kleinen Sprung um circa 200 Jahre zurück machen. (Torsten Koplin, DIE LINKE: Eine Million Jahre!) Was hab ich gerade gesagt? (Zuruf aus dem Plenum: Tausend Jahre.) Ja, hängen wir noch drei Nullen ran, gut. Der Forscher, Weltreisende und Wissenschaftler Alexander von Humboldt dürfte vielleicht noch dem einen oder anderen irgendwie hier ein Begriff sein. Alexander von Humboldt hat vor circa 200 Jahren einmal gesagt, Energie befeuert und belebt alle Aspekte des Kosmos. Wenn ihre Quellen abgestellt werden, wenn sie verknappt oder importiert werden, dann müssen alle büßen. Das hat er vor 200 Jahren gesagt. Und wenn wir uns die heutige Gegenwart dazu einmal angucken, befinden wir uns doch eigentlich genau in der Diskussion. Wir haben alle Energie in dieser Republik im Wesentlichen importiert, im Wesentlichen war das Gas, und im Wesentlichen dürfen wir gerade alle dafür büßen – eine Erkenntnis von vor 200 Jahren. Wenn wir in der Erkenntnis einmal weitergehen, wenn wir sagen, die Energiequellen, die müssen dann ja in umgekehrter Logik hier vor Ort möglichst vorhanden sein, hier vor Ort möglichst erzeugt werden, und dafür sorgen, dass wir nicht allzu viel importieren – nun gehe ich jetzt auch realistischerweise davon aus, dass wir auch in Zukunft noch gewisse Importmengen haben werden, da werden wir wahrscheinlich nicht drum rumkommen. Das ganze Thema Wasserstoff, das ist doch genau das: Wir sind hier in Mecklenburg-Vorpommern in der Lage, grünen Strom zu produzieren aus Wind und Sonnenkraft, und Geothermieanlagen werden auch noch gebaut, und wir haben auch noch Biogaskraftwerke oder die Erzeugung von Biogas an der Stelle – alles, was wir hier vor Ort machen. Und das das müssen wir auch hier vor Ort benutzen und möglichst dann auch so umwandeln, dass wir es speichern können. Und da kommt doch genau das, was die CDU gesagt hat, wir müssen auf das Thema Wasserstoff, insbesondere in der Speicherung und für den Transport von Energie, setzen. Und natürlich, wenn der Kollege Damm sagt, wir müssen den Strom als Erstes verbrauchen und dann speichern und wieder umwandeln oder weiter verbrauchen, dann ist das völlig richtig, aber das bezweifelt ja hier auch keiner, und da brauchen wir uns ja auch nicht in die Tasche zu lügen, denn sobald wir feststellen, dass der Wind gerade nicht weht oder die Sonne nicht scheint, dann brauchen wir irgendwas für diese Zeit. Und dafür haben wir mittlerweile Technologien, und da müssen wir weitergehen. Und deswegen unterstützen wir hier an der Stelle auch den Antrag der CDU. Mit der Vorlage der Wasserstoffstrategie des Bundes haben wir jetzt ja etwas vor, was schon seit Längerem ja auch in der Mache ist. Und auch im Vorfeld habe ich zumindest mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, das zwar nicht federführend war – das liegt bei Wirtschaftsminister Habeck im Ministerium –, aber dennoch quasi mitberatend daran gearbeitet hat und dadurch natürlich auch für Mecklenburg-Vorpommern Einfluss genommen hat auf diese Strategie im Bund. Und das ist wichtig, weil natürlich können wir uns hinstellen und sagen, na, warten wir erst mal das ab, was die im Bund machen, und gucken, wie die darauf reagieren, oder aber wir sagen, wir haben eine eigene Vorstellung von dem, wie wir in diesem Bundesland nach vorne kommen wollen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP und Dr. Harald Terpe, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und wenn ich dann eine Vorstellung dazu entwickelt habe, gehe ich doch proaktiv ran. Ich gehe doch davon aus, das sind alles hauptamtlich bezahlte Politiker hier im Raum und in den Ministerien genauso. Das heißt also, jeder weiß, wenn ich etwas erreichen will, was gerade in der Mache ist, dann formuliere ich zuerst das, was ich möchte. Und es ist immer einfacher, einen eigenen Vorschlag rauszugeben, als auf andere Vorschläge zu reagieren. Und das ist das, was ich von einer Landesregierung hier im Ehrlichen auch erwarte. (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP) Und das gilt für mich für die Wasserstoffstrategie des Bundes, das gilt auch für den Masterplan Carbon-Management für die Bundesrepublik, da müssen auch wir hier sagen, was wollen wir daraus erreichen. Und letzter Satz zu dem Thema: Wir haben jetzt ja nicht nur den Entwurf der Wasserstoffstrategie, sondern es gab jetzt auch einen Entwurf einer Fusionsstrategie. Und auch da spielt Wendelstein 7-X in Greifswald eine Rolle, und da gehts auch um die Finanzierung. Und da fordere ich auch die Landesregierung hier auf, für die Zukunftstechnologien den Anteil für Wendelstein 7-X proaktiv zu begleiten, zu erhöhen und da vorwärtszukommen. – Danke schön! (Beifall vonseiten der Fraktionen der CDU und FDP)
