Sandy van Baal
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für mich das süßeste B heute, die Biene. (Heiterkeit bei Marcel Falk, SPD) „Für Natur und Mensch unersetzbar: Bienen und ihre Züchter“, das ist der Titel, den meine Fraktion für die von uns beantragte Aussprache gewählt hat. Die Aussprache hat für uns zweierlei Sinn: Sie soll zum einen die Bedeutung der Bienen und Imker für unsere Umwelt und für unsere Landwirtschaft hervorheben, und sie dient vor allem auch, um Danke zu sagen, Danke an alle diejenigen, die sich um die Bienenbestände in unserem Land, aber auch in Deutschland und der ganzen Welt kümmern, denn in den letzten Jahren ist zu diesem Thema in diesem Hohen Haus äußerst wenig gesprochen worden. Ich war ja in der vergangenen Wahlperiode leider noch nicht Mitglied hier, aber wenn ich richtig recherchiert habe, dann gab es weder in der aktuellen noch in der letzten Wahlperiode einen Antrag oder eine Aussprache zum Thema Bienen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb, denke ich, ist es mal wieder Zeit, dieses Thema hier auf die Tagesordnung zu setzen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Meine Damen und Herren – und, Minister Backhaus, ich bediene mich mal dabei Ihrer Worte –, ich nehme zur Kenntnis, dass trotz meiner Abwesenheit und der Abwesenheit von Initiativen zur Biene hier im Landtag in den letzten Jahren wohl etwas in dem Bereich unternommen wurde. Hierbei möchte ich unter anderem das Projekt der sogenannten bienenfreundlichen Gemeinden, aber auch den Einsatz für die sogenannten Bienenweiden wirklich hervorheben. Im Jahr 2018 ist vom Landwirtschaftsministerium dann sogar der sogenannte Bienenweidekatalog herausgegeben worden. Hier sind konkrete Empfehlungen aufgeführt, wie arten- und blütenreiches Grünland erhalten werden kann – sehr wichtig –, zum Beispiel durch einen angepassten Schnittzeitpunkt und durch die gestaffelte Mahd und vieles mehr. Und ganz, ganz doll wichtig, auch das Bienenzuchtzentrum in Bantin wurde über die letzten Jahre immer weiter ausgebaut, und dieses Zentrum leistet einen erheblichen Beitrag zum Erhalt und zur Vermehrung des Bienenbestandes in ganz Europa. Ich weiß nicht, wer von Ihnen schon mal dort war, aber ich kann es wirklich nur empfehlen. Es ist einen Besuch wert, ist auch nicht weit von hier entfernt. Und das reimt sich auch noch. Das Bienenzuchtzentrum arbeitet sehr eng mit dem Landesverband der Imker zusammen und ist ein stetiger Ansprechpartner für die Probleme der Imker im Land. Zusätzlich ist es einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen tatsächlich noch Berufsimker ausgebildet werden. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Dazu habe ich mal eine Kleine Anfrage gestellt.) Darauf können wir wirklich sehr stolz sein. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP – Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Ja, bestimmt.) Und neben der eigentlichen Hauptarbeit der dort arbeitenden Menschen, und zwar der Produktion von Bienenköniginnen für den Verkauf in ganz Europa – über 2.000 Bienenköniginnen werden dort jährlich produziert, 2.000! –, leistet das Bienenzuchtzentrum auch noch einen wichtigen Beitrag zur Bildung der Allgemeinheit, zu Fragen rund um die Bienen und der Imkerei. Das ist aller Achtung wert, meine Damen und Herren. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) In diesem Kontext begrüßt meine Fraktion die Unterstützung des Bienenzuchtzentrums und auch des Landesimkerverbandes mit Steuergeld ausdrücklich. Und Sie wissen, wie schwer wir uns mit solchen Aussagen tun, (Beifall René Domke, FDP: Das stimmt.) aber in diesem Fall haben wir eine ganz besondere Konstellation, denn Bienen und vor allem ihre Halter und Züchter, also unsere Imker hier im Land, leisten eine Aufgabe von öffentlichem Interesse, und das in einem beeindruckenden Ausmaß. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP – Zuruf von René Domke, FDP) Wir haben alle in der Schule gelernt, wie wichtig die Bienen mit ihrer Bestäubungsleistung für unsere Natur sind. Davon gehe ich jetzt mal aus. Wir haben alle eine Eins in Heimatkunde und Biologie gehabt. Aber dennoch ist es, glaube ich, vielen immer noch nicht richtig bewusst. Ohne Bienen und andere bestäubende Insekten hätten wir in einigen landwirtschaftlichen Bereichen riesige Probleme. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Werfen wir dazu mal einen Blick in die asiatischen Länder – das ist ja auch viel durch die Medien gegangen –, welche sich durch keinerlei Rücksichtnahme auf die Bienen in echte Probleme manövriert haben. Es gibt dort bereits jetzt Landstriche, in denen durch Insekten keinerlei Bestäubungsleistung mehr erbracht werden kann, da sie einfach weg sind. Dort müssen Menschen auf Bäume klettern und jede einzelne Blüte an ihrem Obstbaum per Hand bestäuben, damit überhaupt noch etwas zu ernten ist. Solche Zustände, so hoffe ich doch, möchte niemand von uns in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb möchten wir uns auch den Problemen der Bienen und der Imkereien stellen. Und ich denke, auch diese Probleme sind teilweise bereits bekannt, teilweise vielleicht auch nicht. Deswegen bin ich ja hier. Herr Minister kann bestimmt dazu auch noch etwas sagen. Da wären zum einen unsere ausgedehnten Monokulturen, welche unsere Bienen vor Probleme stellen, wobei man auch hier ein wenig differenzieren muss, denn gerade unsere Rapsfelder in Mecklenburg-Vorpommern stellen ein wahres Mekka für unsere Bienen her, nicht nur für Touristen, die darin rumtrampeln und die man immer ermahnen muss, aber es ist ein Mekka für unsere Bienen. (Thomas de Jesus Fernandes, AfD: Was? Die Rapsfelder oder die Hanffelder? Jetzt habe ich nicht zugehört.) Also es sind jetzt die Rapsfelder, zu Hanf spreche ich ein anderes Mal gerne. Wir haben aber auch das Problem von Parasiten in der Imkerei. Die Varroamilbe, die Asiatische Hornisse oder der Kleine Beutenkäfer sind hier bekannt. Und zu guter Letzt – das möchte ich hier nicht unerwähnt lassen – haben wir oft eine Konfliktsituation zwischen Landwirtschaft und Imkerei, mit der es im Allgemeinen umzugehen gilt. Und meine Fraktion wird sich immer dafür einsetzen, die Kooperation zwischen Landwirten sowie Imkern auszubauen. (Beifall vonseiten der Fraktion der FDP) Es geht da im Großen und Ganzen darum, Pflanzenschutzmittel auch weiterhin effektiv nutzen zu können und gleichzeitig – gleichzeitig! – die wichtige Bestäubungsleistung der Bienen nicht zu gefährden. Auch hier müssen wir uns wieder offen zeigen für die Nutzung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das gehört unserer Meinung nach dazu. Erwähnt sei hier die Gentechnik, und ich nenne bewusst den Begriff „Gentechnik“ und nicht „Genmanipulation“. In diesem Sinne, meine Damen und Herren, möchte ich meine Rede beenden, wie ich sie begonnen habe: Danke, Danke an alle Bienen (Heiterkeit bei Michael Meister, AfD) und ihre Züchter, denn ihr seid für Natur und Menschen unersetzbar! (Beifall vonseiten der Fraktionen der SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP)
